Bild Kind in Gefahr, spielt mit Steckdose

Kindersicherheit

Als junger Mann waren dir Begriffe wie Angst und Sorgen Fremdworte. Das ändert sich schlagartig, wenn du Vater wirst. Plötzlich ist da ein kleines Wesen, das hilflos ist, Schutz braucht und vielen Gefahren ausgesetzt ist. Dein Leben dreht sich nicht mehr nur um Party und Frauen, sondern du beschäftigst dich mit Dingen, an die du früher im Traum nicht gedacht hättest: Kindersicherheit.

Mach das Leben deines Kindes sicher

Der weit gefasste Begriff Kindersicherheit bezeichnet alle Themenbereiche rund um die Sicherheit deines Kindes; dazu gehören z. B.

  • Kinderkrankheiten
  • Gesundheitsfürsorge
  • Steckdosenschutz
  • UV-Stahlen
  • Elektrosmog
  • Unfallgefahr

Während das Singleleben vollkommen unbeschwert war und du garantiert niemals etwas von gesunder Ernährung, den Folgen von Passivrauchen oder über Unfallrisiken hören wolltest, nimmt die Sorge um dein Kind jetzt einen großen Raum in deinem Leben ein. Dir wird bewusst, was dem Baby, Kleinkind, Grundschüler oder dem Teenager alles passieren kann.

Doch wie heißt es so schön:

Gefahr erkannt – Gefahr gebannt.

Dass du urplötzlich anfängst, dir Gedanken um die Sicherheit deines Kindes zu machen, ist ein guter Anfang, das Leben deines Kindes möglichst sicher zu gestalten. Zwar bleibt immer ein geringes Restrisiko wie etwa eine schwere Krankheit, ein schlimmer Unfall oder ein Gewaltverbrechen, so dass du keinen schützenden Einfluss nehmen kannst. Doch einem Großteil der alltäglichen Gefahren für dein Kind kannst du mit deinem Risikobewusstsein effizient entgegenwirken. Die typischen Alltagsgefahren schauen wir uns heute zusammen an.

Gesunde Sicherheit für dein Kind

Was die Gesundheit deines Kindes anbetrifft, kannst du faktisch nicht für absolute Kindersicherheit sorgen. Doch du kannst gemeinsam mit der Mama des Kindes vieles tun, damit das Kind die besten Chancen hat, gesund aufzuwachsen. Wie in vielen Bereichen solltest du dich gut informieren und dir viele unterschiedliche Quellen für deine Information besorgen, da es gerade im Gesundheitsbereich häufig Widersprüche und unterschiedliche Lehrmeinungen gibt. Informiere dich umfangreiche, bilde dir selbst eine Meinung, wie du die Gesundheitssicherheit für dein Kind am besten herstellen kannst.

Sicher durch die Schwangerschaft

Das Gesundheitsbewusstsein beginnt bereits in der Schwangerschaft. Die Mutter des Kindes ernährt sich bewusster, schont sich körperlich und seelisch, nimmt die Vorsorgetermine und somit die wichtigen Schwangerschaftsuntersuchungen wahr und als Eltern setzt ihr euch bereits in der Schwangerschaft damit auseinander, welche Impfungen das Kind bekommen soll und wie ihr die Wohnung, insbesondere das Kinderzimmer kindersicher einrichtet. Ihr achtet bei der Kinderzimmereinrichtung auf schadstoffarme Möbel und sucht einen Fußbodenbelag aus, der keine giftigen Substanzen ausdünstet. Damit legt ihr bereits einen sehr guten Grundstein für die Kindergesundheit.

Impfen: Nutzen und Risiko abwägen

Damit du guten Gewissens die gesundheitlichen Belange für dein Kind regeln kannst, wirst du dich mit diversen Gesundheitsthemen intensiv auseinandersetzen müssen. Ein gutes Beispiel ist das Thema Impfung. Impfen schützt vor gefährlichen Krankheiten, aber das Impfrisiko darf nicht unbedacht bleiben. Als Eltern seid ihr dazu angehalten, abzuwägen zwischen Impfrisiko und Nutzen der Impfung. Nur, wenn du dich mit deiner Partnerin eingehend informierst, könnt ihr richtig für euer Kind entscheiden.

Allergien: Vermeide Auslöser

Geht es um die Kindersicherheit in gesundheitlichen Belangen, kommst du um die Auseinandersetzung mit gesunder Ernährung, aber auch mit gesunder Hautpflege nicht herum. Immer mehr Kinder erkranken an Allergien und Neurodermitis. Schlechte Pflegeprodukte für die Haut, aber auch die Ernährung spielen eine wichtige Rolle dabei, ob dein Kind ein erhöhtes Allergierisiko entwickelt oder einen guten Grundschutz gegen Allergien hat. Ebenfalls das Passivrauchen schadet der Gesundheit deines Kindes, kann Allergien sowie Atemwegserkrankungen begünstigen.

Frühe Kindersicherheit schützt vor Spätfolgen

Viele Risiken werden immer noch von den Eltern unbewusst in Kauf genommen, weil die Folgen schädlicher Faktoren sich erst viele Jahre oder Jahrzehnte später zeigen. Der Umgang mit einem „kleinen“ Sonnenbrand ist häufig lax, da ein Sonnenbrand nach ein paar Tagen verschwunden ist und zunächst keine Spuren mehr zeigt. Doch der Körper speichert jede einzelne Verbrennung der Haut. Erst Jahrzehnte später kann es zu Hautkrebs kommen, wenn alle einzelnen Sonnenbrände deines Kindes schon längst vergessen sind.

Ähnlich verhält es sich auch beim Passivrauchen. Bereits in der Schwangerschaft raucht der Embryo im Mutterleib mit. Sogar dann, wenn die Mutter selbst Nichtraucherin ist, aber als Passivraucherin die verqualmte Luft einatmet. Kinder, die passiv rauchen, haben ein erhöhtes Risiko, an Allergien, Asthma, Bronchitis usw. zu erkranken. Säuglinge in Raucherhaushalten haben ein deutlich höheres Risiko, am Plötzlichen Kindstod zu sterben.

Die beste Sicherheit für dein Kind erreichst du dadurch, das du dich mit den Spätfolgen auseinandersetzt und möglichst früh schädliche Einflüsse von deinem Sohn oder deiner Tochter fern hälst. Dies gilt in nahezu allen gesundheitlichen Bereichen.

Kindersicherheit im Alltag: Unfallrisiken reduzieren

Kleinkinder sind tagtäglich vielen Gefahren ausgesetzt und verunglücken relativ schnell, weil der Bewegungsapparat noch nicht ausreichend trainiert ist und Kinder Gefahrenquellen nicht erkennen. Einen ausführlichen Ratgeber findest du hier. Dort geht es darum, gefährliche Bereiche im Haushalt aufzuspüren und ebendort für mehr Sicherheit zu sorgen. Du bist als Vater gefragt, den Alltag und das Lebensumfeld deines Kindes möglichst sicher zu gestalten und das Unfallrisiko zu reduzieren.

Stürze bei Kindern bedeuten hohe Verletzungsgefahr

Babies und Kleinkinder fallen häufig hin. Dies liegt daran, dass ihr Gleichgewichtssinn noch nicht ausgeprägt ist, das Laufen erst noch richtig erlernt werden muss und natürlich, weil der Oberkörper (insbesondere der Kinderkopf) schwerer ist, als die untere Körperhälfte. Kinder kippen deshalb häufig kopfüber und können sich schwer im Gesicht oder am Hinterkopf verletzen. Die Stürze deines Kindes kannst du im Normalfall nicht jedes Mal verhindern. Du kannst jedoch viel dafür tun, die Wohnung so abzusichern, dass die Verletzungsgefahr signifikant reduziert wird.

Kindliche Neugier ist gefährlich

Hinzu kommt der ungebändigte Entdeckerdrang der Kleinen. Ab einem gewissen Alter entdecken die Kleinen das Klettern für sich und versuchen überall dort dran zu kommen, wo die kleinen Fingerchen nichts zu suchen haben. Kinder sind sehr tricky, um sogar auf Schränke zu klettern oder das Wohnzimmerregal bis ganz nach oben zu erklimmen. Da wird ein Kinderstuhl vor die Regelwand geschoben oder ein Kletterturm aus Spielzeugkisten vor dem Schlafzimmerschrank aufgestapelt, um ganz oben an die Keksdose zu kommen. Dass dabei der Schrank oder das Regal umfallen und das Kind erschlagen könnte, ist einem 2- oder 3-Jährigen nicht bewusst.

Kinder sind sich der Risiken nicht bewusst

Anders als Erwachsene haben Kinder kein Risikobewusstsein. Kinder denken nicht daran, was ihnen passieren kann, wenn sie dieses oder jenes tun. Damit dein Kind sicher aufwachsen kann, musst du versuchen, eure Wohnung aus Kinderaugen zu betrachten. Knie dich auf den Boden, krabbele durch alle Zimmer und versuche, wie dein Kind zu denken. Du sorgst für Kindersicherheit innerhalb der Wohnung, wenn du Klettermöglichkeiten entfernst, Schränke und Regale in die Wand dübelst und spitze Ecken mit so genannten Eckenschonern präparierst.

Türen, Fenster & Steckdosen

Kinder kommen mit ihrer unbeschwerten Art auf Ideen, auf die kaum ein Erwachsener käme. Ist dein Kind im Krabbelalter, musst du spätestens jetzt deine Wohnung in Fort Knox verwandeln.

Konkret heißt das:

  • Schubladen mit Kindersicherung versehen
  • Steckdosen absichern
  • Schranktüren mit Sicherungs-Sperren versehen
  • Haustür abschließen
  • Fenstergriffe mit Schlössern absichern
  • Herdplatten durch ein Gitter unzugänglich machen

Schütze dein Kind vor Vergiftungen

Der Haushalt ist für Kleinkinder ein gefährlicher Ort. Putzmittel, Waschpulver, Toilettensteine, Spülmaschinentabs, Parfüm, Nagellackentferner und viele andere Substanzen sind giftig. Leider neigen viele Kleinkinder dazu, alles in den Mund zu stecken und zu trinken, was sie in die kleinen Fingerchen bekommen. Achte deshalb immer darauf, Spülmittel, Reiniger, Hygienemittel und Co so sicher wegzuschließen, wie es nur geht. Klebe dir gut sichtbar in der Nähe des Telefons einen Zettel mit der Notfallnummer der Giftzentrale auf, damit im Falle eines Falles du sofort deinem Kind richtig helfen kannst.

Erziehung erhöht Kindersicherheit

Nicht nur Kinderunfälle im Haushalt gilt es zu vermeiden. Sondern auch, wenn du mit deinem Kind draußen bist oder dein älteres Kind alleine außer Haus unterwegs ist, lauern viele Gefahren auf Tochter und Sohn. Hier kannst du vor allem mit deiner Erziehung die Kindersicherheit erhöhen.

Frühe Verkehrserziehung

Schon von klein auf kannst du deinem Kind wichtige Regeln beibringen, damit es im Straßenverkehr weitestgehend sicher ist. Jedes Kleinkind gehört an die Hand, wenn ihr unterwegs seid. Achte darauf, dein Kind immer abgewandt von der Straßenseite an die Hand zu nehmen. Erkläre deiner Tochter oder deinem Sohn immer wieder, dass es jetzt auf der „Kinderseite“ an die Hand kommt. Indem du jedes mal deinem Nachwuchs erklärst, warum es auf der Kinderseite laufen muss, wird es für euch beide schnell zur Gewohnheit und selbst Kleinkinder haben meist schnell verstanden, dass sie sicherer auf der Kinderseite unterwegs sind.

Nutze bei jedem Ausflug immer die Gelegenheit, deinem Kind zu erklären, wie man richtig über die Straße geht. Erkläre ihm die Ampel, den Zebrastreifen und natürlich auch, wie man ohne Ampel und Zebrastreifen richtig die Straße überquert – auch, wenn weit und breit kein Auto in Sicht ist, schaut ihr umsichtig, ob wirklich die Straße frei ist. Sprich mit deinem Kind über „sehen und gesehen werden“. Je früher dein Kind ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass die Teilnahme am Straßenverkehr risikoreich ist, aber es viel für die eigene Sicherheit tun kann, desto weniger gefährdet ist dein Kind. Spätestens, wenn dein Kind eingeschult wird, muss es den Schulweg alleine beherrschen.

Mach dein Kind selbstbewusst und stark

Gewalt unter Kindern, Pädophile, Zigaretten, Alkohol und Drogen – das sind große Sorgenbereiter für alle Väter und Mütter. Bereite deine Tochter oder deinen Sohn darauf vor, dass da draußen in der großen Welt viele spannende Abenteuer, aber auch Gefahren lauern. Informiere dich selbst, wie du die Sicherheit deines Kindes erhöhen kannst, ohne es einzusperren. Du bist „nur“ der Begleiter, der das Kind auf das Erwachsenenleben vorbereitet. Dass dein Kind Dinge ausprobiert, die nicht gut sind, kannst du womöglich gar nicht verhindern. Irgendwann wird jedes Mädchen und jeder Junge selbstständig und muss ein Stück seiner Verantwortung selbst tragen. Jedoch kannst du viel Einfluss darauf nehmen, in welche Richtung sich dein Nachwuchs entwickelt.

Am besten gelingt dies positiv, wenn du dein Kind selbstbewusst heranziehst, mit ihm offen über die Gefahren sprichst und ihr zusammen Vereinbarungen trefft, wie sich das Mädchen oder der Junge sich verhalten kann, wenn seine Sicherheit in Gefahr gerät oder Abwege locken. Du kannst dein Kind zum Beispiel in einen Selbstverteidigungskurs anmelden, ihm erklären, dass viele Städte (vielleicht auch deine) so genannte Kinderinseln installiert haben, wo Kinder bei Gefahr oder einer Notsituation Hilfe finden. Meist sind solche Kinderinseln Geschäfte, Apotheken oder Bäckereien, die durch einen gut sichtbaren Aufkleber als solche gekennzeichnet sind. Außerdem vereinbart feste Zeiten, wann das Kind Zuhause sein muss. Gib ihm ein Handy mit, so dass es jederzeit anrufen kann.

Verteufele Drogen und Alkohol nicht, sondern kläre dein Kind auf. Versuch ihm klarzumachen, wie leicht es ist, die Kontrolle zu verlieren, wie schwer es aber ist, wieder aus ernsten Schwierigkeiten herauszukommen. Kinder lassen wirkungsvoller mit sich reden, wenn sie das Gefühl haben, wirklich ernst genommen zu werden. Dies gilt auch und im Besonderen, wenn sie neugierig und bereit sind, jegliche Risiken in Kauf zu nehmen.

Es gibt keine absolute Sicherheit

Vielleicht bist du durch das Lesen des Artikels nun aufgewühlt und dir wurde währenddessen klar, dass es niemals möglich sein wird, dein Kind vor allen Gefahren zu schützen. Richtig! Es gibt keine absolute Kindersicherheit. Dieser Gedanke ist für jeden Papa schwer zu ertragen. Das Gefühl, jederzeit könnte deiner Tochter oder deinem Sohn etwas passieren, löst innere Panik und große Angst aus. Damit musst du klar kommen und keinesfalls darfst du zugunsten von mehr Sicherheit dein Kind einsperren oder es zu sehr einschränken. Das würde seine Entwicklung massiv negativ beeinträchtigen.

Ich erinnere nochmal daran:

„Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!“

Nutze diesen Artikel dazu, um dich einmal sorgfältig damit auseinanderzusetzen, wo die Gefahrenquellen lauern und überlege, wie du sie möglichst effizient ausschalten, bzw. das Risiko minimieren kannst.

Die beste Sicherheit für dein Kind ist die Liebe von dir und das Übernehmen der Verantwortung, die du als Vater trägst. Sei immer da, höre immer zu, nehme am Leben deines Kindes teil und schenke ihm das Wertvollste: Deine Zeit. Dann stärkst du dein Kind und hast die wichtigste Elternarbeit geleistet.

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