Gesunde Hautpflege bei Kindern

Hautpflege bei Kinder

Die Haut ist das größte Organ des Menschen und erkrankt immer häufiger. Auch Kinder sind zunehmend von Hautproblemen betroffen, so dass jeder Vater sich grundsätzlich mit dem Thema “Gesunde Hautpflege” auseinandersetzen muss.

Wird die menschliche Haut sanft und richtig gepflegt, kann dies präventiv der Entstehung von Hautproblemen vorbeugen. In diesem Artikel findest du viele Tipps, welche Pflege Kinderhaut braucht. Vielleicht gehört dein Kind auch zu jenen, die in diversen Statistiken unter den Fallzahlen der betroffenen Kinder auftauchen. Dann suchst du Hilfe und Tipps, wie du die Hautprobleme deines Kindes in den Griff bekommen, zumindest aber lindern kannst.

Dieser Beitrag richtet sich an Väter von Kindern in jedem Alter.

Hautprobleme: So viele Kinder sind betroffen

Das Ärzteblatt berichtete bereits 2002 in der November-Ausgabe , dass jedes vierte Kind von Neurodermitis betroffen sei. Im Rahmen einer forsa-Umfrage, die im Auftrag der Krankenkasse DAK in Auftrag gegeben wurde, wurden 100 Kinderärzte u. a. dazu befragt, wie häufig bei Kindern Hautprobleme auftreten. Dieser Ärzteumfrage zufolge ergeben sich diese Häufungen von Hauterkrankungen:

  • Kinder im Alter von 3 – 5 Jahre: 65 %
  • Kinder im Alter von 6 – 8 Jahre: 4 %
  • Kinder im Alter von 9 – 10 Jahre: 4 %
  • Kinder im Alter von 11 – 16 Jahre: 1 %
Zwar sinkt die Zahl der Betroffnen ab dem 7. Lebensjahr sehr stark, doch Säuglinge und Kleinkinder sowie die Betroffenen ab 6 Jahren leiden durchaus extrem unter den Hautbeschwerden.

Sogar Neugeborene sind häufig von Hauterkrankungen betroffen. So schreibt die Pharmazeutische Zeitung Online in der Ausgabe 39/2006, das bis zu 60 % der Neugeborenen an Erythema toxicum erkranken. Bei ca. 2/3 aller Neugeborenen kommt es in den ersten Lebenswochen der Hefepilz Pityrosporum ovale aus. Auch Impetigo contagiosa ist eine typische Neugeborenenerkrankung, die in den ersten Lebenswochen auftritt. Hinzu kommt die Windeldermatitis, an denen rund 35 % der Babies erkranken. Milchschorf und Atopisches Ekzem sind weitere Hautprobleme, die bei Kindern häufig auftreten.

Gesunde Hautpflege: Gewisser Schutz vor Hautproblemen

Von Geburt an über das Babyalter, Kleinkindalter und bis hin zur Pubertät ist das Pflegen der Haut des Kindes ein wichtiges Thema, das nach wie vor von vielen Vätern und Müttern unterschätzt wird. Ein Bewusstsein für gesunde Hautpflege entwickelt sich leider allzuoft erst dann, wenn die Haut Auffälligkeiten zeigt und problematisch wird.

Bekannte Allergien: Besondere Vorsicht bei der Pflege der Haut

Hautprobleme entstehen oft im Zusammenhang mit Allergien. Bist du Allergiker oder die Mutter des Kindes leidet an Allergien, besteht für dein Kind ein erhöhtes Risiko, selbst an Allergien zu erkranken. Bei bekannten Allergien solltest du dich bereits in der Schwangerschaft genau informieren, was in Sachen gesunde Hautpflege zu beachten ist. Denn Kinder mit erhöhtem Allergierisiko haben ein deutlich höheres Risiko, an Neurodermitis zu erkranken, die sich nachhaltig auf die Lebensqualität auswirkt.

Für gesunde Hautpflege auf Inhaltsstoffe achten

Kinder, die allergiegefährdet sind, sollten nur mit Pflegeprodukten gewaschen und gecremt werden, die frei sind von

  • Duftstoffen
  • Farbstoffen
  • Parabenen
  • Silikonen
  • Konservierungsstoffen.
Außerdem müssen Kuscheltiere möglichst oft und regelmäßig gewaschen werden, ebenso wie die Bettwäsche. Auf Teppiche im Kinderzimmer ist zu verzichten, Staub sollte regelmäßig gewischt werden. So wird das Allergierisiko gesenkt und damit auch das Risiko, dass die Haut deines Kindes krank wird. Wenn im Haushalt geraucht wird, steigt das Erkrankungsrisiko.

Sanfte Inhaltsstoffe für gesunde Hautpflege

Jede Kosmetik muss vom Hersteller mit einer Liste der Inhaltsstoffe versehen werden. Wenn du für dein Kind – unabhängig in welchem Alter – Körpercreme, Seife, Waschlotion, Badezusatz oder Shampoo kaufst, solltest du einen Blick auf die Rückseite des Produkts werfen und dir die Inhaltsstoffe genauer anschauen. Denn leider ist es so, dass selbst Kinderkosmetika nicht immer nur aus unbedenklichen Zutaten hergestellt werden. Gerade Babycreme und Körperlotionen enthalten Duftstoffe, damit das Baby besonders toll duftet. Doch Duftstoffe sind als allergieauslösend bekannt.

Eigens für Allergiegefährdete gibt es z. B. Pflegeprodukte mit Salz vom Toten Meer. Trotzdem sind nicht alle Produkte mit diesem hochwertigen Salz empfehlenswert, denn es kommt immer auf die Inhaltsstoffe an, die in Kombination mit dem Meersalz verwendet werden. Du kannst Totes Meer Salz auch pur als Badezusatz verwenden.

So behältst du den Durchblick

Kein Mensch verlangt von dir, dass du nun alle möglichen Inhaltsstoffe genauer kennst und du quasi zum Wissenschaftler wirst. Wenn du dich nun fragst, wie du bei all den vielen unverständlichen Deklarationen den Überblick behalten kannst, haben wir einen tollen Tipp für dich:

Benutze Codecheck! Codecheck ist eine Plattform, auf der du über den Barcode des Produkts via App direkt im Geschäft abfragen kannst, ob die Kinderkosmetik unbedenklich ist. Du erreichst die Plattform über www.chodecheck.info, die App für´s Smartphone gibt´s hier: www.codecheck.info/so-gehts/mobil .

Wie pflegt man Kinderhaut gesund?

Gesunde Hautpflege beginnt nicht erst, wenn die Haut bereits erkrankt ist, sondern kann durchaus zur Prävention gegen Hauterkrankungen erfolgen. Welche Pflege die Haut deines Kindes benötigt, hängt von Alter und Zustand der Haut ab.

Das Alter des Kindes wirkt sich auf die Art der Hautpflege aus

Babyhaut ist besonders empfindlich und muss zwingend mit absolut milden Pflegeprodukten gepflegt werden. Dies gilt auch beim Windelwechseln. Verzichte auf Feuchttücher, die voll mit diversen Substanzen sind. Besser ist es, wenn du den Windelbereich mit einem unbedufteten und möglichst naturnahen Babyöl reinigst. Das macht gut sauber, pflegt die Haut und erhöht nicht das Allergierisiko. Beim Babybad brauchst du keine Reinigungsmittel, die alles „wegätzen“. Babys machen sich nicht dreckig und daher reicht ein ganz milder Badezusatz. Einen Tipp dazu bekommst du gleich, der nicht nur für Babyhaut perfekt ist, sondern der auch deine Haut zart macht.

Erst im Kleinkindalter braucht der Kinderkopf zur Reinigung ein Shampoo. Dabei achte ebenfalls auf die Stoffe, die im Shampoo enthalten sind. Je älter ein Kind wird, umso unempfindlicher ist die Haut. Im Teenageralter können Kinder ohne Hautprobleme auch ein Duschgel verwenden, allerdings solltest du deinem Kind immer vermitteln, dass es nur wenig Duschgel braucht und möglichst immer auf gute Inhaltsstoffe achten sollte. Hilf deshalb auch deinem größeren Kind, eine gesunde Hautpflege zu verwenden.

Was musst du bei der Körperpflege deines Kindes beachten?

Grob gesagt:

Gesunde Haut braucht wenig Pflege, falsche oder zu viel Pflege schadet der Haut!

Gesunde Haut verfügt über einen Schutzmechanismus, indem sie sich selbst reguliert. Nach dem Baden / Duschen ist jede Haut trockener, als zuvor. Nach etwa einer halben Stunde hat sich der Fettfilm wieder aufgebaut, der beim Baden bzw. Waschen abgetragen wurde. Der hauteigene Fettfilm verhindert das Austrocknen der Haut und durch das Milieu auf der Haut bietet diese einen gewissen Schutz vor Eindringen von Pilzen, Keimen usw.. Zu häufiges Baden, zu heißes Badewasser oder Badezusätze, können den Schutzfilm der Haut zerstören und so den Grundstein für Hautprobleme legen.

Fehler bei Hautpflege vermeiden

Achte deshalb konstant auf gesunde Hautpflege und vermeide diese Fehler:

  • zu häufiges Baden / Waschen
  • zu heißes Badewasser
  • zu langes Baden (maximale Badezeit ca. 20 Minuten)
  • Waschsubstanzen, welche die natürliche Hautflora beschädigen
  • Badezusatz oder Seife, die Duftstoffe, Parabene, Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Silikone enthalten.

Natürliche Pflege für zarte Haut

Was teuer ist, muss auch gut sein. Stimmt nicht. Ganz toll für die gesunde Hautpflege bei Babys ist ein vollkommen natürlicher und pflegender Badezusatz. Ob du das Wasser für ein Babybad oder ein Bad für Kleinkind oder Schulkind in die Wanne einlaufen lässt: Schütte einen halben Liter H-Milch in das wohlig temperierte Wasser und gebe einen „Schuss“ normales Olivenöl aus der Küche dazu.

Die Milch spendet der Haut Feuchtigkeit und macht sie zart. Das Öl fettet die Haut und versorgt sie mit wertvollen Pflegestoffen – ganz natürlich und ohne jede Chemie. Dieses Pflegebad eignet sich übrigens auch für Kinder, die bereits Hautprobleme, Ekzeme oder Neurodermitis haben. Das Olivenöl im Badewasser trägt dazu bei, dass der Juckreiz und das Spannungsgefühl reduziert werden. Auch das oben bereits erwähnte Salz vom Toten Meer ist ein Badezusatz, der Hautprobleme lindert und hautberuhigend wirkt. Nach dem Baden oder Duschen sollte der Körper vorsichtig abgetupft, aber nicht wild abgerubbelt werden. Denn dadurch werden die pflegenden Nährstoffe des Olivenöls wieder abgerieben, die auf der Haut bleiben sollten.

Wichtig: So toll ein Ölbad bei Hautproblemen ist, musst du unbedingt eine Anti-Rutsch-Matte in der Badewanne / Dusche auslegen und beim Herausnehmen des Kindes daran denken, dass dein Kind glitschig ist.

Auch Kokosöl ist eine absolut milde und gesunde Hautpflege. Kokosfett ist ein rein natürliches Produkt, das ohne Chemie die Haut schützt und versorgt. Je nach Außentemperatur ist Kokosöl / Kokosfett in fester Konsistenz. Entnimm eine kleine Menge aus dem Behälter, halte ihn einen kurzen Moment in deiner Hand, bis das Fett geschmolzen ist. Jetzt kannst du dein Kind von Kopf bis Fuß damit eincremen bzw. dein größeres Kind kann sich selbst mit dem hochwertigen und nährenden Öl pflegen. Übrigens: Das leichte Öl riecht klasse und seine rein natürlichen Inhaltsstoffe sind ohne Allergieauslöser.

Wenn die Haut deines Kindes auffällig ist

Hautkrankheiten sind in jedem Alter unangenehm. Doch gerade Kinder leiden sehr unter den Symptomen, da die meisten Hauterkrankungen mit nässenden Pusteln und starkem Juckreiz einhergehen. Die Haut wird oft wund und das betroffene Kind kratzt sich blutig, um das lästige Jucken zu beenden. Die aufgekratzten Wunden entzünden sich, was dann auch noch Schmerzen verursacht. Da sich die Symptomatik fast immer verschlimmert, solltest du möglichst schnell zum Arzt gehen.

Auffällige Kinderhaut gehört zum Arzt

Überwiegend lassen sich bei den diversen Hauterkrankungen lediglich die Symptome lindern, aber die Hauterkrankung selbst lässt sich kaum heilen. Die Schulmedizin stößt an ihre Grenzen. Trotzdem gehört ein Kind mit auffälliger Haut in ärztliche Behandlung, um diagnostisch abzuklären, wieso das Kind hautkrank ist und welche Therapiemethoden es gibt, um zumindest die Beschwerden zu lindern.

Wir empfehlen dir, bereits bei den ersten Anzeichen mit deinem Kind zum Arzt zu gehen. Wenn du siehst, dass dein Kind rote Flecken, Pusteln bzw. Bläschen hat oder sich dauernd kratzt oder sich sogar schon blutig gekratzt hat, lasse die Haut am besten unbehandelt, damit der Arzt sich den Hautzustand unverfälscht ansehen kann.

Zu welchem Arzt du gehen solltest und was der Arzt macht

Erste Anlaufadresse bei Kleinkindern ist der Kinderarzt. Mit deinem älteren Kind kannst du zum Hausarzt gehen. Meist ist eine Vorstellung beim Hautarzt notwendig. Um mit deinem Kind zum Facharzt zu gehen, benötigst du eine Überweisung vom Kinderarzt bzw. vom Hausarzt. Der Dermatologe untersucht die Haut deines Kindes mit einer Lupe und schabt eventuell mit einem Skalpell einige Hautschüppchen ab, die dann im Labor untersucht werden. Dies tut nicht weh, sondern fühlt sich nur wie ein leichtes Kratzen an. Unter Umständen ist auch ein Allergietest notwendig. Entweder passiert das durch „Aufkleben“ diverser Allergene oder mit dem so genannten Prick-Test, bei dem die Haut mehrfach mit einer Lanzette angeritzt und mit verschiedenen Substanzen beträufelt wird. Dieser Allergietest tut natürlich weh und ist gerade für Kinder unangenehm, aber oftmals notwendig, um anschließend eine geeignete Therapie entwickeln zu können.

Gesunde Hautpflege – ein Teil der Gesundheitsvorsorge

Wie eingangs schon erwähnt, wird der Hautpflege oft erst dann volle Aufmerksamkeit gewidmet, wenn die Kinderhaut bereits krank und geschädigt ist. Zwar achten alle Eltern darauf, ihr Kind zu pflegen, baden es regelmäßig und cremen es ein. Doch bei der Wahl der Kosmetika wird zu wenig auf hochwertige und unbedenkliche Inhaltsstoffe geachtet. Es werden wunderbar duftende Kinderprodukte und teure Markenprodukte für Kids verwendet, doch dies hat nichts mit Unbedenklichkeit zu tun. Falsch ausgewählte Kinderkosmetik kann Hautprobleme massiv begünstigten und deshalb solltest du jetzt damit anfangen, genauer hinzuschauen. Unsere Tipps in diesem Ratgeber helfen dir dabei, dein Kind durch gesunde Hautpflege optimal zu begleiten. Nicht nur minderwertige Hautpflegeprodukte riskieren die Hautgesundheit, sondern auch falsche Anwendung sowie weitere Faktoren (z. B. Schulstress, schlechte Ernährung, Rauchen der Eltern usw.). Gesunde Hautpflege ist deshalb nur ein, aber sehr wichtiger Teil der Gesundheitsvorsorge.

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