Arztbesuche in der Schwangerschaft

Bild Mann und Frau beim Frauenarzt

Eine Schwangerschaft ist für die werdende Mutter eine ganz besondere körperliche Herausforderung, deren Fortschritt regelmäßig und gründlich untersucht und kontrolliert werden sollte. Neben den normalen Ultraschalluntersuchungen bieten Ärzte noch weitere Tests an, die ermitteln sollen, ob es Mutter und Kind gut geht.

Im folgenden Rategeberartikel möchten wir dir Woche für Woche erklären welche Untersuchungen üblich sind.

Hier findest du für alle Schwangerschaftswochen Spannendes und Wissenswertes über den Fortschritt der Schwangerschaft, wie es Mutter und Kind geht, was du als Papa tun kannst und wie groß und schwer dein Kind bereits ist.

Bestätigung der Schwangerschaft in SSW 4-5

Die Monatsblutung bleibt aus und ihr habt die Vorahnung, dass ihr schwanger seid. Den ersten Schwangerschaftstest habt ihr wahrscheinlich schon aus der Apotheke besorgt und er hat „positiv“ angezeigt. Jetzt steht der erste Arztbesuch beim Gynäkologen an. Der Frauenarzt führt in der Arztpraxis nochmals einen Schwangerschaftstest durch und untersucht zum ersten Mal Mutter und Kind. Wird durch den Frauenarzt die Schwangerschaft bestätigt, stellt die Arztpraxis deiner Partnerin den Mutterpass aus. Ab jetzt stehen regelmäßig Arztbesuche in der Schwangerschaft an, bei denen die Entwicklung des Babys sorgfältig kontrolliert und protokolliert wird.

Arztbesuche in der 9-12 Schwangerschaftswoche

In dieser Zeit findet die erste Vorsorgeuntersuchung statt. Inbegriffen ist bei einem der Arztbesuche das erste richtige Ultraschallscreening, bei dem der Frauenarzt die Scheitel-Steiß-Länge des Kindes misst. Aus dem Körpermaß eures Kindes kann der Gynäkologe den Entbindungstermin errechnen. Dies ist besonders dann sinnvoll, wenn der letzte Zeitpunkt der Regelblutung nicht bekannt ist. Außerdem kann man in dieser frühen Woche bereits feststellen, ob eine Mehrlingsschwangerschaft besteht oder nicht.

Bei jeder Vorsorgeuntersuchung wird deine Frau gewogen. So kann der Arzt genau verfolgen, wie viel deine Frau an Gewicht zu nimmt oder aber verliert. Ein Gewichtsverlust ist oft in der Anfangszeit der Schwangerschaft üblich, in der viele Frauen von Übelkeit und Erbrechen geplagt sind. Außerdem wird bei jeder Vorsorgeuntersuchung der Blutdruck gemessen. Das Ergebnis dieses Tests gibt Aufschluss darüber, ob deine Frau eventuell an Kreislaufproblemen oder einer Bluthochdruckerkrankung leidet. Beides ist während einer Schwangerschaft nichts Ungewöhnliches und sollte dich daher nicht beunruhigen.

Während einer regulären Vorsorgeuntersuchung wird bei jedem Arztbesuch der Urin deiner Frau kontrolliert. Hierbei sucht der Arzt nach Anzeichen für Infekte. Weiße Blutkörperchen im Urin deuten zum Beispiel auf deine Harninfektion hin, die zum Wohle des Kindes umgehend medizinisch behandelt werden muss. Außerdem wird der Hamaglobinwert (HB-Wert) in der Schwangerschaft bei allen Arztterminen kontrolliert. Eventuell muss deine Partnerin Eisen nehmen, um den HB-Wert zu verbessern.

Zwischen SSW 11 und SSW 13 kann bei einem dafür vorgehsehenden Facharzt außerdem eine Nackenfaltenmessung durchgeführt werden. Diese ist sinnvoll, um verschiedene Arten der Trisomie zu erkennen. Sollten in der Familie Vorerkrankungen vorliegen oder wenn deine Frau über 35 ist, empfiehlt sich eine solche Untersuchung.

Schwangerschaftswoche 13-16

Auch hier findet wieder eine routinemäßige Vorsorgeuntersuchung statt, bei der Urin, Blut, Blutdruck und Unterleib kontrolliert wird. Neben diesen Kontrollen wird der Bauchumfang deiner Partnerin gemessen und ebenso das Gewicht ermittelt. Alle Untersuchungsergebnisse der Arztbesuche werden im Mutterpass notiert, damit der Schwangerschaftsverlauf protokolliert werden kann. Deine Partnerin muss den Mutterpass immer an sich tragen. Falls mal etwas sein sollte (z. B. Unfall oder Beschwerden), sind die wichtigen Daten immer zur Hand. Bist du neugierig, wie es denen beiden Lieblingsmenschen gerade geht? Dann schau in die 16. SSW rein.

Arztbesuch in Woche 16-17

Sind beim Messen der Nackenfalte und der dazugehörigen Blutuntersuchung Auffälligkeiten festgestellt worden, ist in diesem Zeitraum Platz für eine Amniozentese. Hierbei handelt es sich um eine Punktion des Fruchtwassers, bei der die Zellen des ungeborenen Kindes genetisch genau untersucht werden können. Eine solche Untersuchung birgt Risiken, gibt aber einen sicheren Befund über eventuelle Krankheiten oder Behinderungen des Ungeborenen.

Routineuntersuchung in Woche 17-19

Die nächste routinemäßige Vorsorgeuntersuchung steht an.  Der gesundheitliche Status deiner Frau steht an. Außerdem ist hier Platz für Fragen und Sorgen. Übrigens sind Väter bei diesen Untersuchungen gern gesehene Gäste. Begleite die Mama in die Arztpraxis und sprich an, was dir auf dem Herzen liegt. Euer Arzt wird dir mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Ultraschalluntersuchung in der 19-22. Woche

Hier findet das von den Krankenkassen übernommene 2. Ultraschallscreening statt. Dabei kann der Arzt bereits einige Organe erkennen und beurteilen: Herz, Lunge, Magen, Blase und Nieren sowie den allgemeinen körperlichen Entwicklungsstand von Mutter und Kind. Diese Untersuchung solltest du dir auf keinen Fall entgehen lassen, denn die Ultraschalluntersuchung erlaubt dir einen „direkten“ Blick auf dein Kind. Ihr könnt zwischen dem normalen Basis-Ultraschall und einem erweiterten Ultraschall mit Organ-Screening wählen.

Durch die Messung des Gebärmutterhalses versucht der Frauenarzt außerdem, eine drohende Frühgeburt rechtzeitig zu erkennen.

Um diesen Zeitraum herum kann bei Vorliegen bestimmter Indikationen während einem Arztbesuch ein Feinultraschall durchgeführt werden, bei dem nicht nur das Wachstum, sondern auch sämtliche Organanlagen sowie die Versorgung des Kindes überprüft werden. Zu diesen Indikationen zählen auffällige Befunde in den Voruntersuchungen, wenn die Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft gilt oder wenn ihr bereits ein behindertes Kind habt. Vorerkrankungen in der Familie gelten ebenfalls als Indikation für einen solchen Feinultraschall. Natürlich könnt ihr diesen auch ganz ohne Indikation durchführen lassen. Dann werden die Kosten von rund 300 Euro allerdings nicht von der Krankenkasse übernommen sondern werden euch privat in Rechnung gestellt.

Zuckertest in Woche 24-27

Im Rahmen einer weiteren Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt findet jetzt der sogenannte orale Glukosetoleranztest statt. Dieser soll eine Störung des Zuckerstoffwechsels in der Schwangerschaft erkennen, den sogenannten Gestationsdiabetes. Aber keine Sorge! Nur etwa 5 % aller Schwangeren leiden darunter und kriegen dies mit einem entsprechenden Facharzt meist gut in den Griff. Das Risiko ist erhöht, wenn deine Frau übergewichtig oder schon über 35 Jahre alt ist. Sinnvoll ist dieser Test jedoch für alle schwangeren Frauen und wird daher auch von der Krankenkasse übernommen.

Reguläre ärztliche Kontrolle in Woche 26-28

Die reguläre Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt steht wieder an. Übrigens: Sollte dein Kind jetzt geboren werden hat es schon gute Chancen auf ein glückliches, langes Leben. Jeder Tag, den das Baby länger im Mutterleib heranreift, ist aber natürlich besser. Daher empfiehlt es sich, regelmäßig zum Frauenarzt zu gehen, alle Arzttermine wahrzunehmen und die Ratschläge des Gynäkologen anzunehmen.

Ultraschall in SSW 29-30

Der 3. Ultraschall steht bevor. Bei der Ultraschalluntersuchung überprüft der Arzt Wachstum und Lage des Kindes sowie die Lage der Plazenta und die Menge des Fruchtwassers. Wie bei jeder ärztlichen Untersuchung wird auch das Gewicht der Partnerin, Bauchumfang, Blut und Urin kontrolliert.

Mehr Arzttermine ab SSW 32

Vorsorgeuntersuchungen finden jetzt alle zwei Wochen statt. Ab der 32. Woche stehen außerdem regelmäßige CTG’s auf dem Plan. Hierbei werden die Herztöne eures Kindes gemessen. Falls deine Frau bereits erste Wehentätigkeiten hat, schreibt der Wehenschreiber dies auf. Übrigens werden bei Problem- oder Risikoschwangerschaften Kardiotokogramme, wie die CTG’s ausgesprochen heißen, bereits ab der 25. Schwangerschaftswoche eingesetzt, um die Gesundheit des Babys zu überwachen.

Außerdem werden jetzt noch einige Blutuntersuchungen vor allem im Rahmen der Infektionssuche durchgeführt. Dazu gehören zum Beispiel die Untersuchung auf Röteln, HIV und Toxoplasmose. Deine Frau wird um den Zeitraum der 32. Schwangerschaftswoche herum auf Hepatitis B getestet werden. Liegt diese Erkrankung vor, muss das Kind sofort nach der Geburt geimpft werden, um eine Übertragung zu vermeiden.

Ärztliche Untersuchung in Schwangerschaftswoche 36

In der Regel findet jetzt ein Abstrich auf B-Streptokokken statt. Hierunter versteht man einen von zahlreichen Erregern, die bei der Geburt auf das Kind übergreifen können. Mittels eines vaginalen Abstriches lässt sich eine Besiedelung feststellen und kann bei Vorhandensein mit einem Antibiotikum behandelt werden. So ist auszuschließen, dass das Kind die B-Streptokokken „übernimmt“.

Untersuchungstermine ab Schwangerschaftswoche 40

Manchmal kann es auch sein, dass eine Frau das Kind „überträgt“. Von Übertragen spricht man, wenn das Kind bis zum errechneten Geburtstermin noch nicht auf der Welt ist. Vielleicht ist das bei deiner Frau der Fall. Gar kein Grund zur Sorge: Ab Woche 40 findet alle zwei Tage eine Vorsorgeuntersuchung statt. Bei diesen engmaschigen Arztkontrollen werden Wehen und Herztöne via CTG gecheckt und auch die Fruchtwassermenge wird kontrolliert.

Du, deine Frau und euer Kind werdet mit den gängigen Vorsorgeuntersuchungen bis zum Ende der Schwangerschaft gut und umfangreich betreut, damit es Mutter und Kind gut geht. Nehmt daher alle Arzttermine wahr und freut euch auf die bevorstehenden Arztbesuche.

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