Bild eines Kindes beim Friseur

Friseur – Der erste Friseurbesuch

Früher oder später wird der Tag kommen, an dem die Haarpracht von deinem Kind geschnitten werden muss. Es kursieren viele Meinungen zu diesem Thema, was mitunter leicht verunsichern kann.

Dabei ist das alles nicht so dramatisch, wie es manchmal herüber kommt. Fakt ist, jedes Kind ist ein Individuum und somit lassen sich keine pauschalen Ratschläge geben. Du kennst dein Kind am besten und wirst dir die Tipps zu Herzen nehmen, die für dich wichtig erscheinen.

Die Haare von einem Baby können ganz unterschiedlich schnell und intensiv wachsen. Da spielen die Gene eine wichtige Rolle. So wird es immer Babys geben, die mit lichtem Haar einfach umwerfend aussehen und andere mit einem vollen Lockenkopf daherkommen.

Es gibt zwei Faustformeln die dir helfen, wann der Zeitpunkt für den ersten Haarschnitt gekommen ist:

Die Haare beginnen zu stören

Das ist der Fall, wenn Locken oder Strähnen ständig im Gesicht hängen oder gar ins Essen fallen.

Das ist nicht nur unschön, sondern natürlich nervig für den kleinen Erdenbürger.

Oder aber die Haare sind einfach zu dick und können zu keiner halbwegs vernünftigen Frisur gebändigt werden.

Wie alt das Kind zu diesem Zeitpunkt ist, ist schwer zu sagen. Einige Kleinkinder gehen bereits vor ihrem ersten Geburtstag zum Friseur und andere lassen sich damit noch ein weiteres Jahr Zeit.

Die Friseur soll einfach kürzer werden

Es ist selbstverständlich auch eine kleine Frage des Geschmacks der Eltern. Besonders Eltern von Jungen streben in der Regel eher eine anständige Kurzhaarfrisur an. Somit ist das für dich der zweite Orientierungspunkt, um zu wissen, wann Haare geschnitten werden müssen.

Warum hat mein Kind Angst davor und was kann ich tun?

Je jünger dein Kind ist, desto weniger Gedanken macht es sich um das Haareschneiden. Es versteht schlicht weg noch nicht die Komplexität und lässt es in der Regel über sich ergehen. Kleinkinder hingegen machen sich durchaus darüber Gedanken und es können selbstverständlich auch Ängste entstehen. Diese musst du in jedem Fall ernst nehmen, sonst droht ein Kreislauf aus wilden Diskussionen, die ins Leere laufen.

Das Thema Haare ist bei vielen Kleinkindern ohnehin ein heikles Thema. Sicher kennst du das bereits aus dem Ritual vom Haare waschen. Auch hier fühlen sich die Kinder meist nicht wirklich wohl dabei und schon wird eine Verbindung zum Haareschneiden hergestellt, welche alles andere als positiv ist.

Bei Kleinkindern kannst du auch versuchen die Haare selber zu schneiden.

Außerdem kennen kleine Mädchen das Problem mit dem Haare kämmen, wenn diese etwas zerzaust sind. Das ziept und ist keine angenehme Erfahrung.
Wie du siehst gibt es eine Vielzahl an Ursachen, die dafür sorgen, dass Kleinkinder ein mulmiges Gefühl haben, wenn es um den ersten Besuch beim Friseur geht.

Angst vor der Schere

Viele Kinder haben schlicht weg Angst vor der Schere und damit Angst, dass man sie verletzten könnte. Das ist nicht einmal unbegründet, denn Haarschneidescheren sind schließlich alles andere als stumpf. Dennoch gibt es Möglichkeiten, deinem Kind diese Angst zu nehmen. Nimm eine kleine Haarsträhne von dir, so denn das möglich ist und schneide sie einfach ab. Zeig deinem Kind damit, dass es dir nicht wehtut und es daher auch keine Angst zu haben braucht.

Du kannst aber auch deinem Kind unter Aufsicht die Schere geben und an einer Puppe die Haare schneiden lassen. Wenn die Puppe nicht weint, kann es doch gar nicht so schlimm sein. Kinder entdecken und erleben die Welt auf eine spielerische Art und Weise. Je mehr Fantasie und Spiel dabei ist, desto besser verstehen sie es am Ende.

Angst vor Verlust

Klingt im ersten Moment für viele Erwachsene etwas weit hergeholt. Doch es ist erwiesen, dass bei einigen Kindern eine Art der Verlustangst aufkommt, wenn sie erfahren, dass ihnen die Haare geschnitten werden. Immerhin wird dem Kind etwas weggenommen, was ihm gehört hat.

Das ist zwar selten, sollte jedoch zur Sprache kommen, damit du dich im Ernstfall auch mit dieser Thematik befassen kannst.

In einer solchen Situation ist ein wenig Feingefühl gefragt. Was du nun brauchst ist Zeit. Gehe mit deinem Kind zum Friseur und lasse deine Haare schneiden.

Das hat gleich zwei positive Nebeneffekte:

  1. Das Kind sieht, dass es auch dir nicht wehtut.
  2. Das Kind erlebt einen Friseursalon ohne selber auf den Stuhl zu müssen.

Nun arbeitet die Zeit für dich. Du kannst nach ein paar Tagen oder Wochen deinem Kind stolz zeigen, wie schnell deine Haare wieder gewachsen sind. Jetzt wird es verstehen, dass es keine Befürchtungen hegen muss, wenn jemand die Haare schneidet.

Immerhin wachsen diese von ganz allein wieder nach.

Was tun wenn das Kind so zappelig ist?

Kinder haben einen schier unbändigen Bewegungsdrang. Dieser ist allerdings bei einem Friseurbesuch alles andere als gefragt. Wenn auch du einen kleinen Zappelphilipp hast, braucht es wenig Ideenreichtum, um den Nachwuchs zum Stillsitzen zu bewegen.

Die Devise heißt: Ablenkungsmanöver!

Was begeistert dein Kind?

Welche Geschichten hört es gern?
Welche Spielsachen liebt es besonders?

Wenn es einige Dinge davon gibt, die du problemlos mit in den Salon nehmen kannst, dann tu es. Lies deinem Kind etwas vor oder bestaunt gemeinsam sein Lieblingsspielzeug.

Einige Kinder werden ruhiger, wenn sie auf dem Schoß sitzen dürfen. Viele Friseure haben damit natürlich kein Problem.

Gibt es spezielle Kinderfriseure?

Einen reinen Kinderfriseur Salon wirst du so nicht überall finden. Jedoch gibt es durchaus ein paar Salons, welche sich auf die kleinen Kunden eingestellt haben. Dort sind die Spiegel mit tollen Motiven versehen, es gibt Bücher und kleine Spielsachen und natürlich wird nicht einfach ein langweiliger, schwarzer Umhang übergeworfen, sondern ein Superheldenumhang.

Mit einem Augenzwinkern wirkt dieser Umhang wie ein Zaubermantel, der das Kind beschützt und dafür sorgt, dass das Schneiden überhaupt nicht weh tun wird. So oder so ähnlich kannst du dann argumentieren.

Außerdem hat Superman bestimmt auch keine Angst, wenn auch er sich die Haare schneiden lässt.

Um herauszufinden, welcher Salon in deiner Region diese Dienste anbietet, muss dich einfach schlau machen. Oder aber frag im Freundes- und Bekanntenkreis nach, wo es Friseure gibt, die sich auf Kinder einstellen können.

Meisten schneiden diese relativ schnell und sind dennoch sehr behutsam. Sie stört es auch nicht, wenn das Kind unverhofft ruckelt oder zappelt.

Welche Alternativen habe ich zum Salon?

Es kann natürlich auch sein, dass du es nicht schaffst, dein Kind in den Salon zu bringen. Die ungewohnte Umgebung und all das Neue lässt Kinder schnell misstrauisch werden. Einige Friseure bieten selbstverständlich auch den Hausbesuch an. Das hat den Vorteil, dass das Haareschneiden in der gewohnten Umgebung stattfinden kann und das Kind sich meist sehr viel wohler fühlt.

Du kennst jemanden im Bekanntenkreis, der Friseur ist? Besser geht es kaum. Dann liegt die Lösung natürlich ganz nah und kannst dem ersten Haarschnitt gelassen entgegenblicken.

Fazit:

Einige Eltern versuchen sich darin, dem Nachwuchs selber die Haare zu kürzen. Wer diesen Beruf jedoch nicht erlernt hat, wird mitunter schnell eines Besseren belehrt werden. Sind die Haare erst einmal verschnitten, dann muss das Kind in jedem Fall in einen Salon oder daheim einen Fachmann in Empfang nehmen.

Besser ist es in jedem Fall, das Kind von Beginn an zu einem Friseur zu bringen. Sobald es ein oder zwei Mal dagewesen ist, wird es zur Routine und gehört schließlich einfach dazu.

Wichtig ist, dass der erste Besuch unter allen Umständen nicht in einer Katastrophe endet. Wenn du jedoch diese wenigen Tipps beachtest, dann brauchst du nichts zu befürchten.

Vielleicht wird dein Kind sogar richtig viel Spaß daran haben, sich die Haare schneiden zu lassen. Kinder sind immer für eine Überraschung gut.

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