Urlaub mit einem Säugling

Bild Mutter mit Säugling im Flieger

So unter uns Männern: Der kleine Wurm ist auf der Welt und man schreitet auf rosaroten Wolken – zunächst. Geben wir es doch mal zu: so toll und süß und niedlich diese kleinen Schreihälse auch sind: Sie können auch ganz schön nerven (was mit einem Augenzwinkern gemeint ist 😉 ).

Nun ist alles vorbei: keine Freizeit, kein Urlaub, nichts mehr. Deine und die Welt deiner Partnerin drehen sich nur noch um diesen knuddeligen Zwerg. Ihr müsst aber nicht auf euren Urlaub verzichten, denn eines ist gewiss: Je älter euer Kind wird, desto schwieriger wird es auch mit dem Urlaub. Solltet ihr also noch mal so richtig schönen Urlaub machen wollen, solltet ihr diese Phase nutzen, solange euer kleiner Wurm noch zu klein zum Krabbeln oder gar gehen ist. Beachtet einfach ein paar elementare Dinge, dann gibt es keine Probleme.

Lies dir das Folgende gut durch – deine Partnerin wird definitiv positiv gestimmt sein, wenn sie feststellt, dass du dich um alle Eventualitäten kümmerst. Also dann, legen wir los.

Das Mindestalter für Säuglinge im ersten Lebensjahr

Um es mal an meine eigenen Erfahrungen mit mehreren Kindern zu knüpfen (meine eigenen und die von Freunden/Verwandten) kann ich dir sagen, dass du in den ersten 2-3 Monaten nach der Geburt besser nicht auf große Weltreise gehst. Euer Kind braucht in den ersten Wochen uneingeschränkte Aufmerksamkeit.

Solltet ihr in dieser Zeit in den Urlaub fahren, ist Streit schon fast vorprogrammiert. Sobald euer Kind im 3. Lebensmonat ist, kann es losgehen. Zwischen dem 3. und dem 10. Lebensmonat ist der Urlaub mit dem Kind noch unkompliziert. Sieh dir mal die folgende Auflistung an:

  • In diesem Alter braucht euer Kind seine gewohnte Umgebung nicht mehr, um zur Ruhe zu kommen.
  • Euer Zwerg ist noch nicht mobil was bedeutet, ihr müsst nicht 24 Stunden am Tag hinter eurem kleinen Wirbelwind herlaufen, um mögliche Gefahren zu vermeiden.
  • Die wichtigen Grundimpfungen sind dann bereits erledigt (siehe Tabelle):
Impfung gegen Alter in Wochen Alter in Monaten
 Alter: 6 2 3
Tetanus G 1 G 2
Diphterie G 1 G 2
Pertussis (Keuchhusten) G 1 G 2
Haemophilus Influenza Typ b G 1 G 2
Poliomyelitis (Kinderlähmung) G 1 G 2
Hepatitis B G 1 G 2
Pneumokokken G 1 G 2
Rotaviren G1 G 2 G 3

 

Legende:

G = Grundimmunisierung

1, 2 ff = Teilimpfungen der Grundimmunisierung

Ob du und deine Partnerin wollen, dass euer Kind geimpft wird oder nicht, müsst ihr für euch alleine entscheiden. Es gibt beinahe so viele Impfgegner, wie Befürworter – einen Rat kann, und will ich an dieser Stelle nicht geben – besprich das mit deiner Frau / Freundin und eurem Kinder- bzw. Hausarzt.

Solltet ihr euch für die Impfungen zur Grundimmunisierung entscheiden, habt ihr ab dem 3. Monat erst einmal Ruhe – die nächsten Impftermine stehen dann im 4. Lebensmonat. Ihr habt demnach euer Kind gegen die wichtigsten Krankheiten impfen lassen und entsprechend große Zeitfenster zwischen den Impfungen, in denen ihr einen ausgedehnten Urlaub angehen könnt. Vergiss dabei aber nicht, dass die meisten Kinder in den ersten 1-2 Tagen nach der Impfung Krankheitssymptome zeigen können. Wartet also nach der Impfung diese 2 Tage ab, bevor ihr eure Urlaubsreise antretet.

Besonders wichtig:

Je nachdem, welches Reiseziel ihr ins Auge fasst, können bestimmte Impfungen vorgeschrieben sein, ohne deren Nachweis ihr nicht in euer Urlaubsland einreisen dürft. Das gilt natürlich auch für euer Kind. Kläre das frühestmöglich ab und besprecht euch dann mit dem Arzt, der euer Kind auch sonst impft!

Allgemeine Tipps für das Verreisen mit dem Baby

Gute Planung ist die halbe Reise. Ihr solltet eure Reise unbedingt minutiös durchplanen. Das schont eure Nerven und belastet auch euer Baby nicht so sehr. Wenn ihr euren Urlaub auch genießen wollt, solltet ihr euch gezielt nach einem besonders kinderfreundlichen Hotel umsehen. Dort ist man auf die kleinen Gäste vorbereitet. Aus eigener Erfahrung kann ich dir empfehlen, das Urlaubsziel in keiner allzugroßen Entfernung zu wählen. Selbst wenn euer Baby während der Fahrt gut schläft, können mehr als 4-5 Stunden Autofahrt zu einer echten Zerreißprobe für eure Nerven werden. Babys quengeln nämlich immer genau dann, wenn man es überhaupt nicht brauchen kann.

Zu guter Letzt noch ein Hinweis, den du beherzigen solltest, wenn es ins Ausland geht (damit meine ich auch das Ausland innerhalb der EU): Egal wie jung euer Baby ist – ihr müsst zwingend einen Kinderreisepass mitführen, in dem ein Foto vom Baby angebracht ist (es muss kein biometrisches Foto sein, keine Sorge). Diesen Kinderreisepass könnt ihr in eurem zuständigen Bürgermeisteramt beantragen.

Gesundheitsfragen, die du unbedingt beachten solltest

Das Thema „Gesundheit“ darf bei einer geplanten Reise nicht außen vor gelassen werden. Säuglinge und Babys reagieren sehr empfindlich auf unterschiedliche äußere Umstände. Hier ein paar Informationen, mit denen du während eurer Reise auf alle Eventualitäten vorbereitet bist.

  • Urlaub mit dem Flieger
Wenn ihr mit dem Flugzeug verreisen wollt, kannst du deinem Kind die Ohrenschmerzen, die durch den unterschiedlichen Luftdruck auftreten, ersparen. Füttert euer Kind einfach während dem Start und Landung. Durch die Kau- und Schluckbewegungen wird der Druckausgleich im Gehörgang vollzogen.

  • Die Urlaubsreise mit dem Auto
    • Denke daran, dass die Sonne wandert. Um dein Kind gut vor den einfallenden Sonnenstrahlen zu schützen, solltest du mit Saugnäpfen versehenen Sonnenschutz an den Scheiben anbringen. Das hilft nicht nur gegen das Blenden, sondern verhindert auch die enorme Hitzeentwicklung.
  • Wenn du alles richtig machen möchtest, solltest du euren Sonnenschein entgegen der Fahrtrichtung in der Liegeschale platzieren. Achte darauf, dass die Liegeschale fest gesichert ist und der Gurt richtig sitzt.
  • Platziere die Liegeschale keinesfalls auf dem Beifahrersitz, wenn ein Airbagsystem vorhanden ist. Selbst wenn der Beifahrerairbag ausgeschaltet ist, kann er durch eine Fehlfunktion ausgelöst werden. Für euer Kind wäre das fatal.

Checkliste für eure Reise mit dem Baby

Hier ist eine kurze Checkliste mit den wichtigsten Dingen, die ihr nicht vergessen solltet:

  • Ausreichende Menge frischer Windeln
  • Tasche / Eimer für die gebrauchten Windeln
  • Zäpfchen gegen Fieber und Schmerzen sollten immer mit dabei sein
  • Eine luftige Kopfbedeckung für den Sonnenschutz
  • Für Babys geeignete Sonnencreme (mindestens Lichtschutzfaktor 20!)
  • Eine ausreichende Menge Kindernahrung (Milch, Gläschen etc.)
  • Eine Thermoskanne mit heißem, abgekochten Wasser für die Flaschenzubereitung unterwegs
  • Die Lieblingsdecke eures Kindes – so könnt ihr jederzeit eine Pause im Grünen einlegen
  • Ein Reisebettchen mitnehmen – sofern ihr kein Kinderbett im Hotel bucht

Euer Baby möchte gerne unterhalten werden

Erfahrungsgemäß langweilen sich auch die Kleinsten schon ziemlich schnell. Damit ihr eurem Kind die Langeweile während der Reise nehmen könnt, solltet ihr unbedingt einige der Spielsachen mitnehmen, mit denen sich euer Kind auch zuhause gerne beschäftigt.

Grundsätzlich geht alles, was nicht zerbrechlich und nicht zu klein ist, damit es nicht verschluckt werden kann. Eine gute Idee ist übrigens auch ein Beißring, der nicht nur als Spielzeug dienen, sondern auch das Zahnen unterstützen kann, sofern das bei eurem Kind schon gegeben ist.

Nehmt euch Zeit für euch

Als letzten Punkt für eure Urlaubsreise mit dem Baby möchte ich dir noch ans Herz legen, dass ihr unbedingt darauf achten müsst, auch Zeit für euch zu finden. Das ist nicht immer leicht und die Sorgen, die ihr euch um euer Kind macht, sind vollkommen natürlich. Wenn ihr einen Hotelurlaub bucht und darauf achtet, dass es besonders kinderfreundlich ist, gibt es in der Regel die Möglichkeit, dass euer Kind stundenweise von qualifiziertem Hauspersonal betreut wird (das kann zuweilen mit Zusatzkosten verbunden sein).

So habt ihr aber die Möglichkeit, abends auch mal ohne euren Zwerg auf die Piste zu gehen oder ihr genießt einfach mal ein ausgedehntes, romantisches Dinner an der Strandbar. Euer Urlaub muss auch für euch zu einem schönen Erlebnis werden, denn euer Kind wird sich später sicher nicht daran erinnern – ihr aber schon.

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