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Mobbing in der Schule

Den Tag, an dem dir bewusst wird, dass dein Kind in der Schule gemobbt wird, wirst du sicher nicht wieder vergessen. Du schwankst zwischen Wut und Entsetzen und weißt vermutlich nicht, ob Du zuerst den Lehrer, den Schulrat oder die Eltern der mobbenden Kinder energisch zur Rede stellen sollst. STOP!

Was ist Mobbing?

Mobbing stammt aus der englischen Sprache. In der Übersetzung bedeutet es anpöbeln oder auch fertigmachen. Wer gemobbt wird, erfährt eine soziale Ausgrenzung. Das kann durch direkte oder auch indirekte Aktionen passieren. Vielleicht wird dein Kind körperlich bedroht oder bloßgestellt. Das wäre direktes Mobbing. Beim indirekten Mobbing wird das Kind ausgegrenzt, vielleicht werden auch Unwahrheiten verbreitet. Mobbing ist nichts, was dein Kind aushalten muss. Bedenke, dass die Übeltäter ihr Verhalten steigern können. Mobbing kann sehr schlimme Ausmaße annehmen und beginnt oft schleichend.

Prävention – sprich mit deinem Kind

Frage dein Kind, welche Netzwerke es nutzt und wer dort aktiv ist. Finde heraus, wie die Stimmung in der Gruppe ist und wie persönlich der Kontakt darüber hinaus mit den anderen Aktiven. Führe Gespräche mit deinem Kind über die Inhalte, aber gib ihm nicht das Gefühl, ausgehorcht zu werden. Auch dein Kind hat ein Recht auf Privatsphäre. Das Nachlesen im Handy deines Kindes solltest du auf den absoluten Notfall beschränken, wenn Du als ernsthaft befürchtest, dass dein Kind in großen Schwierigkeiten steckt. Achte darauf, dass es nicht den Bezug zur Realität verliert. Der direkte Umgang mit Menschen ist wichtig für die Persönlichkeitsbildung. Informiere dein Kind auch über Sicherheitseinstellungen und den Umgang mit persönlichen Daten. Und wenn es passiert ist?

Tipp: Das beste was du machen kannst, ist deinem Kind  dabei zu helfen, gar nicht erst Mobbing Opfer zu werden
.

Verschaffe dir einen Überblick

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Du von den Ereignissen erfährst. In längst nicht allen Fällen erzählen die Kinder selbst, was gerade in der Schule mit ihnen passiert. Womöglich erfährst Du über Dritte davon oder Du hast nur den Verdacht, dass dein Kind gemobbt wird.

Der Reihe nach:

  • Tröste dein Kind
  • Lass es erzählen
  • Verschaffe dir einen Überblick
Versuche zu klären:
  • Was genau ist passiert?
  • Wann hat es angefangen?
  • Wer ist daran beteiligt?
  • Welche Lehrer wurden informiert?
  • Gibt es Zeugen?
  • Was hat das Kind schon unternommen?
  • Gibt es noch andere Kinder, die Opfer sind?
Aus der Wut heraus können dir an dieser Stelle auch Fehler passieren. Rate deinem Kind nicht, sich mit Gewalt zur Wehr zu setzen, anderen Kindern zu drohen oder zu flüchten. Auch wenn genanntes zum Ziel führen kann, wäre es an dieser Stelle fatal schon so zu reagieren. Wichtig ist, dass du erstmal versuchst so viel Informationen zu sammeln wie du kannst, ohne deinem Kind dabei jetzt zu sehr auf die Nerven zu gehen. Wirf ihm nicht vor, dass es das Mobbing durch irgendetwas provoziert hat.

Welche Symptome zeigt dein Kind?

Du kennst dein Kind. Neigt es eher dazu, Ärger herunterzuschlucken oder spricht es offen aus, wenn ihm etwas zu viel wird? Versuche vorsichtig, herauszufinden, was geschehen ist und wie es sich fühlt.

Ist dir vielleicht noch etwas aufgefallen oder hat deine Frau etwas berichtet? Gab es:

  • Verändertes Essverhalten?
  • Albträume?
  • Rückzug von vormals guten Freunden?
  • Schlechte Noten?
  • Verhaltensauffälligkeiten?
  • Blaue Stellen am Körper (wenn Gewalt im Spiel ist)
  • Möchte er nicht mehr zu gewissen Leuten, Sportvereinen, oder sonstigen Veranstaltungen die er sonst gerne besucht hat?

Das musst Du wissen!

Kinder, die gemobbt werden, können starke Persönlichkeiten sein oder auch ein zurückhaltendes Wesen haben.
Es kann jedes Kind treffen, aber gefährdet sind eher Außenseiter. Manche Kinder sind einfach nur schüchtern oder aufgrund anderer Schwächen unsicher.

Mobbing ist übrigens ein Gruppenphänomen. Es gibt zumeist einen Anführer, der Mitläufer um sich sammelt, die dann eines oder mehrere Kinder zu Opfern machen.

Bei den Tätern handelt es sich hingegen eher um Kinder oder Jugendliche, die aufgrund eines Minderwertkomplexes aus der Gruppe heraus andere Kinder schikanieren und nur vermeintlich stark sind. In erster Linie sind sie besonders rücksichtslos. Übrigens können Mädchen können ebenso fiese Mobbingtäter sein, wie Jungen.

Das gilt es jetzt zu tun!

Dein Kind braucht jetzt Sicherheit und Rückhalt.  Es ist für ein Mobbingopfer fast unmöglich, sich selbst aus der Situation zu befreien.  Hier bist natürlich nicht nur Du gefragt, sondern auch die Lehrer und selbstverständlich auch die Eltern der Mobbingtäter.

Gespräch mit den Klassenlehrern und den Vertrauenslehrern

Für dein Kind ist die Situation schwierig. Möglicherweise will es nicht, dass Du dich einmischst, weil es befürchtet, dass sich die Situation verschlimmert. Das kann passieren, dennoch musst Du eingreifen. Bitte die Klassenlehrer um ein Gespräch, möglichst persönlich, auch in Begleitung deines Kindes.

Die Lehrer werden sehr wahrscheinlich dein Kind fragen, warum es sich nicht an die Lehrer gewandt hat. Diese Frage sollten sich die Lehrer allerdings selbst stellen. Kläre deshalb vorab mit deinem Kind, ob es den Eindruck hatte, dass die Lehrer die Ereignisse bemerkt haben. Es ist gut möglich, dass das zutrifft, die Lehrer aber keine Notwendigkeit gesehen haben, zu reagieren.

Sei der Anwalt deines Kindes und greif ein, wenn Du erkennst, dass dein Kind in diesem Gespräch beschwichtigt, herunterspielt oder eingeschüchtert oder auch verzweifelt wirkt. Mach deutlich, dass Du eine Lösung erwartest, aber bleib ruhig, auch wenn Du richtig sauer bist. Bedenke, dass dein Kind dein Verhalten beobachtet und jetzt gerade lernt, wie man sich aus solchen schwierigen Situationen befreit. Wenn Du laut wirst, wirkst Du im Ergebnis hilflos. Behalte die Gesprächsführung und bleib souverän.

Der nächste Schritt

Bestenfalls wirst Du auf Lehrer treffen, die bemerkt haben, dass etwas nicht stimmt und möglicherweise die Übeltäter schon selbst zur Rede gestellt haben. Auch deshalb solltest Du erst zuhören, was sie zu sagen haben. Jetzt ist es an dir, herauszufinden, welche Maßnahmen ergriffen wurden, ob dein Kind damit das Gefühl hat, dass sich seine Situation verbessert und wie es weitergeht.

Haben die Lehrer noch nichts bemerkt, kann es sein, dass die Mobbingtäter entsprechend geschickt vorgehen. Nur in seltenen Fällen wissen die Lehrer von den Fällen und reagieren gar nicht. Dann ist es an dir, Maßnahmen unverzüglich einzufordern. Dazu gehören an erster Stelle klärende Gespräche mit den Eltern und den Kindern, denn natürlich hat auch die Gegenseite das Recht, gehört zu werden.

Das solltest Du nicht tun

Mobbing in der Schule kann eskalieren, wenn die Auseinandersetzung der Kinder auf die Eltern übergeht. Beziehe daher unbedingt die Lehrer mit ein. Sie übernehmen die wichtige Funktion des Schlichters. Sie sind es auch, die bei anhaltendem Fehlverhalten einiger Kinder Konsequenzen durchsetzen können, bis hin zum Schulverweis.

Bevor sich also ein handfester Streit daraus entwickelt und die Auseinandersetzung womöglich vor Gericht landet, (das ist keine Seltenheit), gehe bitte den hier dargestellten Weg.

Eine Ausnahme ist, wenn dein Kind ernsthaft bedroht oder sogar verletzt wird und Du den Eindruck hast, es liegt ein Straftatbestand vor. In diesem Fall schalte bitte einen Anwalt ein, lass dich beraten und stelle im Anschluss gegebenenfalls Strafantrag bei der Polizei. Hier findest Du Informationen zu diesem Weg http://www.juraforum.de/forum/t/jemanden-wegen-mobbing-anzeigen.371933/

Ist das Kind verletzt oder hat sichtbare Blessuren schalte bitte sofort die Polizei ein und erstatte Anzeige und lass die Verletzungen ärztlich dokumentieren. Des Weiteren würde ich selber das Kind (gerade wen es unter 14 ist) beim Jugendamt melden. Tu alles was in deiner Macht steht um es sofort zu beenden. Gehe zu den Eltern und suche das Gespräch.

Wie geht dein Kind damit um?

Sofern es halbwegs zumutbar ist, sollte dein Kind in der Klasse bleiben. Die Täter sind es, die zur Ordnung gerufen werden müssen. An sozial geprägten Schulen finden in solchen Fällen offene Gespräche in der Klassengemeinschaft statt, in denen sehr deutlich erklärt wird, dass Mobbing inakzeptabel ist und nicht geduldet wird. Es werden alle Schüler in die Pflicht genommen. Vor allem die Mitläufer lassen sich von einer pädagogisch geschulten Kraft für gewöhnlich gut zur Ordnung rufen. Wenn sie ihr Verhalten reflektieren, kann der Teufelskreis schon unterbrochen sein. Das ist eine gute Gelegenheit, über das Wegsehen und die Pflicht zur Hilfe zu sprechen. Viele Schulen bieten dafür sogar Aktionstage mit Aufklärungsarbeit.

Informationsmaterial vom Bund

Die Bundeszentrale für politische Bildung versorgt Schulen mit Themenblättern für den Unterricht. Falls die Lehrer deines Kindes das bislang nicht vorhatten oder es aus unverständlichen Gründen nicht bekannt ist, wirst Du hier fündig: http://www.bpb.de/shop/lernen/themenblaetter/157343/mobbing-in-der-schule

Cybermobbing – was rätst Du deinem Kind?

Vermutlich ist auch dein Kind viel in den sozialen Netzwerken unterwegs. Facebook, Whatsapp-Gruppen, Instagram,Twitter und Snapchat sind für Kinder und Jugendliche heute völlig normal.

Die Gefahren, die daraus entstehen, sind dir sicher bekannt. Als Du in diesem Alter warst, gab es keine Menschen in der Nähe, die dein Verhalten unbemerkt gefilmt oder fotografiert haben und dann einem bestimmten Personenkreis oder der gesamten Öffentlichkeit zugänglich gemacht haben. Richtig böse wird es, wenn diese Bilder ein Kind in ehrverletzender Weise darstellen oder mit falschen Tatsachen versehen, online gestellt werden. Das können veränderte Bilder sein oder auch Behauptungen. Diese Form von Cybermobbing ist gefährlich. Es handelt sich um ein rücksichtsloses und bösartiges Bloßstellen, das nicht zu entschuldigen ist und für dein Kind ernste Folgen haben kann.

Was tun bei Cybermobbing?

Beim Cybermobbing kann sich eine Situation ergeben, die ins Stalking übergeht. Dein Kind sieht sich plötzlich möglicherweise täglichen Kränkungen ausgesetzt und kann sich selbst nicht dagegen wehren. Verurteile nicht die sozialen Netzwerke dafür, die Täter sind das Problem, nicht die moderne Form der Kommunikation. Wenn es sich um Mitschüler handelt, reagiere bitte, wie es in dem Abschnitt über das Mobbing steht.

Mach deinem Kind klar, dass es sich sofort aus allen sozialen Netzwerken verabschieden muss. Es wird jetzt zu dieser Zeit dort nur verletzt, also muss es die „Tatorte“ meiden, bis sich Lösungen ergeben haben. Das ist bitter und dein Kind wird vermutlich nicht einfach zustimmen. Mach ihm aber klar, dass es gerade Opfer einer Straftat wird und dass es sich auch selbst schützen muss. Bei jüngeren Kindern kannst Du ein Machtwort sprechen. Ist dein Kind im Teenageralter, versuche es, zur Einsicht zu bringen. Auf der Seite der polizeilichen Kriminalprävention finden Sie Tipps zur richtigen Vorgehensweise. http://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/gefahren-im-internet/cybermobbing.html

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