Bild Kinder beim Toben vor dem Aufräumen

Kinderzimmer aufräumen

Sobald Babys und Kleinkinder mobil werden, auf Knien durch die Wohnung krabbeln oder die ersten Schritte laufen, war es das mit der Ordnung im Haushalt. Stofftiere, Schnuller, Babysocken, Spielfiguren, Puzzleteile – alles liegt herum und selbst vor der Haushaltseinrichtung macht der Nachwuchs keinen Halt. Fernbedienung weg. Kopfkissen verschwunden. Schuhe versteckt. Spätestens, wenn dein Kind entdeckt hat, dass man aus Eimern, Spielzeugkisten und anderen Gegenständen Treppen bauen kann, zum ersten Mal der Autoschlüssel spurlos verschwunden ist und du dir nachts beim Toilettengang fast das Genick brichst, weil dein Kind überall Bausteine verteilt hat, denkst du über Strategien nach, wie du dir ein gewisses Grundmaß an Ordnung zurückerobern und zumindest die wichtigsten Gegenstände in Sicherheit bringen kannst. Kinderzimmer aufräumen und die übrigen Räume der Wohnung ordentlich halten werden mit zunehmendem Alter des Kindes immer mehr zu einem von dir angestrebten Erziehungsziel. Und, klappt das denn auch?

Ordnung halten – warum klappt das nur bei euch nicht?

Wenn du mit deiner Frau und deinem Kind irgendwo auf Besuch bist, sieht bei euren Freunden die Bude aus wie geleckt. Alles aufgeräumt und sauber. Wie machen die das eigentlich? Die haben doch auch Kinder? Das Geheimnis ist der Horrortrip aller Eltern, den sie durchleben, bevor der Besuch eintrifft. Auf Hochtouren und im Eilverfahren wird das Chaos beseitigt, welches die Kinder zuvor mit größtmöglicher Motivation geschaffen haben:

  • Von Kühlschrank und den Küchenmöbeln werden mit Mikrofasertuch, Glasflächenreiniger und vollem Körpereinsatz Fingertatscher und Schokocreme weggeschrubbt.
  • Während die Mutter sich um Küche, Bad und Fenster kümmert und sie alles auf Hochglanz poliert, krabbelt der Papa mit den Kindern durch die komplette Wohnung, um Bauklötze, Puppen, Spielzeugautos, einzelne Socken und alles andere einzusammeln, was schon seit Wochen und Monaten nicht mehr auffindbar war.
  • Nach dem Groben geht es ans Eingemachte: Kehren, Staubsaugen, Fußböden wischen.
Was du nicht ahnst: In dem Augenblick, in dem du bei deinen Freunden den Finger auf den Klingelknopf drückst, fällt auf der anderen Seite der Haustür der letzte Putzlappen, entspannte Gesichtszüge werden aufgelegt und die Tür öffnet sich, um dich und deine Familie willkommen zu heißen. Ja, so läuft es in den meisten Familien, obwohl es niemand zugeben will. Du kannst also ruhigen Gewissens das ganze etwas lockerer sehen, wenn es bei euch mal wieder chaotisch aussieht.

Warum machen Kinder soviel Chaos?

Unordnung und Chaos schaffen ist ein Talent, das in jedem Kind schlummert, ausbricht und sich fast immer bis zur Vollendung der Pubertät hält. Die Ausprägung dieses nervraubenden Talents wächst proportional zum Alter des Kindes. Auf papa.de erfährst du, warum das so ist und warum das so wichtig für die Entwicklung deines Kindes ist.

Kinder wollen und müssen im Babyalter die Welt be-greifen

Babys und Kleinkinder haben einen riesigen Entdecker-Drang. Alles, was für uns Väter schon “olle Kamellen” sind, ist für die Kleinen noch unerforschtes Gebiet. Kleine Kinder erleben die Welt ganz anders als wir und während wir schon alles kennen, ist die Welt für die Kleinen noch völliges Neuland.

Wenn ein Baby auf die Welt kommt, kennt es bis zur Geburt nur das geborgene Gefühl, im Fruchtwasser hin und her schwimmen zu können und die Eindrücke, die im Mutterleib bis zu ihm vordringen konnten. Babys nehmen die wohlige Wärme im Körper der Mutter wahr, den Herzschlag der Mama sowie häufig wiederkehrende Geräusche der Außenwelt (z. B. die Stimmen von Mama und Papa).

Mit der Geburt kommt eine neue Sinneswahrnehmung hinzu – das Sehen. In den ersten Lebensmonaten können Säuglinge nur sehr unscharf und schemenhaft sehen. Das Sehvermögen bildet sich zunehmend aus. Gleichzeitig entwickelt sich auch die Motorik von Armen, Händen und Beinen. Das Baby lernt, Gegenstände mit den Fingerchen zu greifen, Dinge in seinen Händen zu bewegen und auch den Mund dazu einzusetzen, auf Entdeckertour zu gehen.

Solange das Baby sich noch nicht alleine von der Stelle bewegen kann, ist der Radius begrenzt, in dem es all die neuen Dinge um es herum erforschen kann. Das ist auch wichtig für seine Sicherheit und schützt vor Gefahren. Der Verstand von Säuglingen ist noch nicht gut entwickelt, sondern zunächst nur auf die elementaren, überlebenswichtigen Funktionen beschränkt:

  • Essen
  • Pinkeln
  • Kacken
  • sowie das Brüllen, um auf seine aktuellen Bedürfnisse hinzuweisen.
Alles, was um das Baby herum passiert, ist Training für seine Entwicklung. Jede Aktion ist mit einem Lerneffekt verbunden, doch damit Babys etwas Neues lernen, sind meist mehrere Wiederholungen notwendig. Denn auch das logische Denken und das Be-Greifen von Zusammenhängen müssen erst erlernt werden.

Die frühkindliche Neugier, Gegenstände immer wieder anzufassen, sie immer wieder in den Händchen zu halten, zu bewegen, sie mit dem Mund zu erkunden sind wichtige Teile des Lernfortschrittes. Dazu gehört auch, dass das Baby abwechselnd verschiedene Gegenstände in die Finger nimmt. Mal etwas großes, schweres und glattes. Mal etwas kleines, raues und leichtes. Wenn dein Baby dann mobil wird, krabbeln und laufen kann, erweitert es seinen Erkundungsradius und bringt Unordnung in die Wohnung.

In dem einen Moment erforscht dein Kind die Fernbedienung vom deinem heißgeliebten Multi-Media-Center und währenddessen hat es auch schon deinen Laptop im Visier, weil es wissen will, wie es die Tasten am schnellsten von der Tastatur lösen kann und wie gut sich die Laptop-Tasten im Klo versenken lassen.

Für Babys und Kleinkinder ist aufräumen unlogisch

Bild Baby wäscht ab

Der Traum aller Eltern 🙂

Aufräumen und Ordnung halten ist für uns Erwachsene vollkommen normal, doch für Kinder absolut unlogisch. Der frühkindliche Verstand ist noch nicht ausgereift; die oberste Priorität in der Entwicklung deines Kindes ist es, die Welt kennenzulernen und die Dinge zu begreifen. Kleine Kinder müssen zwingend alles untersuchen, was sie in die Finger bekommen. Dazu gehört es, alles, wirklich alles zu erforschen. Vermeintlich logisches Handeln, wie etwa, einen Gegenstand zu erkunden, diesen wieder an den alten Platz zu legen und dann das nächste Objekt zu untersuchen, ergibt für Kleinkinder keinen Sinn. Und meist ist es so, dass während es in der einen Hand die Fernbedienung vom Fernseher hat, es bereits etwas anderes entdeckt hat, das nun untersucht werden soll. Also krabbelt das Kind mit der Fernbedienung los, um zum Beispiel die Schublade im Flur auszuräumen. Auf dem Weg verschwindet die Fernbedienung, die nun nicht mehr spannend ist und die für dein Kind komplett uninteressant wurde. Deshalb ist es ihm egal, ob sie verschwindet. Ordnung ist ein Bedürfnis von Erwachsenen, nicht von jungen Entdeckern und Entdeckerinnen!

Unordnung schaffen macht Spaß – aufräumen nicht

Erinnerst du dich an deine Schulzeit, überkommen dich jetzt wahrscheinlich gemischte Gefühle. Das Pauken für die Schule raubte dir den letzten Nerv, aber in deinem Hobby hast du dir mühelos enormes Wissen angeeignet, ohne dass du dich dafür anstrengend musstest.

Warum das so ist, lässt sich sehr leicht erklären:

Macht dir etwas keinen Spaß, fällt es dir schwer und ist nur mit Disziplin zu schaffen. Anderseits: Wenn du machen / lernen musst, was dir Spaß macht, geht dir das leicht von der Hand. Genauso geht es deinem Kind. Euer Handeln unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt. Dein Kind handelt in den ersten Lebensjahren ausschließlich instinktiv, du handelst im Alltag häufig bewusst und mit Disziplin. Disziplin ist jedoch kein intuitives, sondern ein erlerntes und bewusst abrufbares Instrument deines Verhaltensinventars. Das macht es Erwachsenen möglich, auch unliebsame Dinge zu erledigen. Kinder kennen in den ersten Lebensjahren keine Disziplin.

Während dein Kind gerade dabei ist, seine natürliche und lebensnotwendige Neugier zu stillen, ist es kaum dabei zu bremsen, Unordnung und Chaos zu schaffen. Wurden neue Gegenstände erforscht, ist die Arbeit erledigt und weiter geht es zum nächsten Gegenstand. Dieses Verhalten wird im Baby- und Kleinkindalter instinktiv abgerufen. Das ist effizient – weil dein Kind davon einen erheblichen Nutzen hat: Es lernt.

Aufräumen und für Ordnung sorgen ist dagegen eine – für dein Kind – vollkommen überflüssige Arbeit (Energieverschwendung), die es nicht braucht, um zu lernen. Daher haben Kleinkinder das Aufräumen nicht als Handlungsmuster auf dem Schirm.

Auch, wenn Aufräumen kein Bestandteil des angeborenen Verhaltensinventars ist:

Trotzdem nervt es irgendwann, wenn man nachts auf´s Klo muss und man sich beim Tritt auf herumliegendes Spielzeug fast den Hals bricht. Damit du nicht um Leib und Leben fürchten musst, haben wir weiter unten 5 Top Aufräum-Hacks.

Aufräumen ist nur im Handlungsinventar Erwachsener vorhanden

Gehen wir nochmal zurück zu dem Punkt, mit welchen Fähigkeiten dein Kind geboren wurde. Essen, Ausscheiden und Schreien, um auf die eigenen Bedürfnisse aufmerksam zu machen, sind Fähigkeiten, um das eigene Überleben zu sichern. Mehr ist zunächst für ein Menschenskind auch nicht notwendig.

Die Natur ist auf maximale Effizienz ausgerichtet. Dazu reichen die angeborenen Fähigkeiten, da die Natur auch vorgesehen hat, das Menschenkinder viele Jahre von Mutter und Vater abhängig sind und versorgt werden – solange, bis der Lernprozess (kindliche Entwicklung) weitestgehend abgeschlossen ist und das Kind selbständig für sich selbst sorgen kann. Betrachtet man das evolutionär, ist es sehr logisch, dass jedes Kind seine Ressourcen sinnvoll nutzt. Und dazu zählt eben nicht, dass es seine Energien mit unwichtigen Arbeiten verschwendet. Sämtliche Ressourcen des Kindes müssen in die Lernprozesse fließen, um sich durch fortschreitendes Lernen verselbständigen zu können. Jede Ressource, die in unnötiges Handeln investiert wird, könnte Defizite in den überlebenswichtigen Bereichen zur Folge haben. Die Natur hat dein Kind also auf Lernen optimiert, nicht auf Aufräumen.

Wie jetzt? Soll mein Kind gar nicht aufräumen?

Bild Kinder helfen im Haushalt

Einfache Tätigkeiten können schon früh ausgeführt werden. Richtig übermittel, haben Kinder Spaß an der Hausarbeit.

Ordnung und Disziplin sind zwar nicht unbedingt überlebenswichtig, doch sie stellen in unserer Gesellschaft Grundwerte dar, die das Leben einfacher machen, von Zivilisation zeugen und für einen angenehmen Lebensstandard sorgen. Somit ist es absolut sinnvoll, dass du deinem Kind das Aufräumen beibringst und es lernst, eine gewisse Ordnung in euerem Zuhause zu halten.

Ab welchem Alter sollen Kinder aufräumen?

Es ist gegen die Natur eines Kindes, zu früh aufräumen und für Ordnung sorgen zu müssen. Babys und Kleinkinder können das ohnehin noch nicht, auch, wenn sie im Alter von ca. anderthalb Jahren bis vier Jahre eine Phase haben, wo sie richtig Spaß am Wegräumen, Sortieren und Aufräumen haben.

Die “Ich räume gerne auf und helfe”-Phase

Diese Phase hat mit dem eigentlichen Ordnung halten und einer aufgeräumten Wohnung noch nichts zu tun, weil es den Kindern dabei nicht darum geht, den Wohnraum ordentlich zu halten, sondern sie das

  • Wegräumen
  • Putzen
  • Staubwischen
  • Wäsche machen
  • Helfen im Haushalt
als spielerische Beschäftigung empfinden. So groß, wie der Eifer des Kindes dabei ist, Mama und Papa beim Saubermachen zu helfen, so schnell geht diese tolle Phase auch wieder vorbei. Danach kommt deine Aufforderung, die Spielecke oder das Kinderzimmer aufzuräumen, einer Kriegserklärung gleich, die Trotzkopf und Wutanfälle bei deinem Kind auslösen kann. In fast allen Familien wird zwischen Eltern und Kind das Thema Kinderzimmer Aufräumen zum Machtspiel, das sich bis in die Pubertät fortsetzt und bei dem Eltern nicht selten den Kürzeren ziehen.

Das richtige Alter, um aufräumen zu müssen

Ein guter Ansatz ist es, wenn du die “Ich räume gerne auf und helfe”-Phase nutzt, um das Aufräumen vom Kinderzimmer und der Spielecke im Wohnzimmer als Anfang nimmst, das Ordnung halten als Aufgabe des Kindes in den Alltag zu etablieren. Solange dein Kind noch in dieser wunderbaren Phase steckt, kannst du es oft loben und ihm zeigen, wie sehr du dich freust, dass dein Kind so fleißig aufräumt. Das wirkt sich motivierend auf dein Kind aus.

Es schadet Kindern nicht, wenn sie auch im Haushalt altersgerechte Aufgaben übernehmen und diese regelmäßig erfüllen sollen (z. B. Müll raustragen, Tisch abräumen, Tisch decken).

5 Aufräum-Hacks: So lernt dein Kind aufzuräumen

Wenn du merkst, dass die “Ich räume gerne auf und helfe”-Phase allmählich vorübergeht, kannst du deinem Kind gewiss mal durchgehen lassen, wenn es jetzt gerade keine Lust hat, aufzuräumen. Aber bleibe am Ball und sorge dafür, dass zeitnah trotzdem aufgeräumt wird, damit das Aufräumen zur Routine wird, um die dein Kind nicht herum kommt. Am besten ist es, wenn du dich dabei möglichst nicht auf ein Machtspiel einlässt. Tipps folgen jetzt.

  1. Aufräum-Hack: Mache eine klare Ansage

Wenn dir ein ordentliches Zuhause wichtig ist, hast du eine korrekte Erwartungshaltung an dein Kind. Es geht nicht darum, dass du zum Oberfeldwebel deiner Familie wirst, aber mach eine klare und unmissverständliche Ansage. Sätze, wie “Möchtest du bitte aufräumen?”, “Es wäre schön, wenn du dein Zimmer aufräumen würdest.” oder “Willst du nicht mal dein Kinderzimmer aufräumen?” klingen zwar freundlich, aber lassen deinem Kind viel Spielraum für Interpretationen und Antworten, die dir nicht gefallen. Noch weniger bewirken sie, dass dein Kind aufräumt.

Wenn dir wichtig ist, dass dein Kind lernt, Ordnung zu halten, ist ein liebevoller, aber bestimmter Ton hilfreich und überzeugt dein Kind, dass du es auch ernst meinst. Beispiele dafür folgen im nächsten Papa-Aufräum-Hack.

  1. Aufräum-Hack: Lege den Zeitpunkt zum Aufräumen fest

Abhängig vom Alter kann dein Kind mit Uhrzeiten noch nichts anfangen. Kinder haben noch kein Gefühl für Zeit. Aber wenn du deinem kleinen Kind sagst, dass nach dem Essen, nach dem Baden oder nach “noch ein bisschen spielen” aufgeräumt wird, kann es sich darauf einstellen, dass die Spielzeit bald vorüber ist und dann alles weggeräumt wird.

Kleine Kinder können noch nicht alles alleine erledigen und brauchen die Hilfe von dir. Sag deinem Kind:

“Papa trinkt noch den Kaffee leer und dann räumen wir zusammen deine Spielsachen weg!”

Das ist unmissverständlich, dein Kind kann sich darauf einstellen und es freut sich, dass du dir Zeit für es nimmst. Dann macht sogar das Einsammeln vom Spielzeug Spaß – erst recht, wenn ihr dabei noch etwas Blödsinn fabriziert oder du die Aufräumarbeit spielerisch verpackst.

Bei älteren Kindern (etwa ab Grundschulalter) kannst du diese Sätze verwenden:

  • Um 17 Uhr ist Aufräum-Zeit.
  • In einer halben Stunde räumst du dein Spielzeug im Wohnzimmer weg.
  • Fang um 18 Uhr an, dein Zimmer aufzuräumen, damit du um 18:30 Uhr alles fertig hast.
  • Vermeide einen fragenden oder einen bittenden Tonfall; viel effizienter ist es, dem Kind zu sagen, was gemacht wird.
  • Bei Geschwisterkindern sollten immer alle Kinder gleichzeitig aufräumen, damit sich keins der Kinder benachteiligt fühlt. Da nicht alle Kinder gleich viel Unordnung und Chaos schaffen und nicht alle Kinder gleich schnell voran kommen, kannst du jedem Kind helfen, aber bei dem “Chaos-Kind” etwas mehr Unterstützung leisten, damit es sonst seine Lage nicht als aussichtslos empfindet. Das ist zwar ungerecht gegenüber den Geschwisterkindern, doch für dieses Kind ist deine verstärkte Hilfe enorm wichtig, um am Ball bleiben zu können. Daher ist es gut, wenn du unauffällig mehr hilfst – sonst fühlen sich die Geschwister benachteiligt.
  1. Aufräum-Hack: Ordnungshelfer & Struktur im Kinderzimmer

Kindern fällt es viel einfacher, Ordnung zu halten, wenn im Kinderzimmer alle Sachen einen festen Platz haben und es geräumige Spielzeugkisten gibt, in die es seine Spielsachen einfach reinwerfen kann. Regale, in die alles akkurat eingeräumt werden muss, damit das Kinderzimmer ordentlich aussieht, sind kontraproduktiv und erschweren die Aufräumarbeiten. Viel schneller und weniger anstrengend geht es, wenn alle auf dem Boden liegenden Spielsachen schnell in eine große Kiste geworfen und mit dem Deckel der Kiste abgedeckt werden können. Denke auch daran: Wenn neues Spielzeug dazu kommt, neue Spielzeugboxen nachzukaufen, damit die bereits vorhandenen Kisten nicht überlaufen.

  1. Aufräum-Hack: Spielzeug regelmäßig ausmisten

Kinder, die ein überfülltes Kinderzimmer haben, verlieren schnell den Überblick und umso mehr Aufräumen ist notwendig. Alle ein bis zwei Monate solltest du zusammen mit deinem Kind ausmisten. Was kaputt ist, fliegt weg. Was gerade nicht bespielt wird, kommt oben auf den Kleiderschrank, unters Bett, in den Keller oder die Garage. Dadurch erhaltet ihr die Grundordnung und klare Strukturen.

  1. Aufräum-Hack: Papa, drück mal die Augen zu

Trotz aller Tipps & Tricks wirst du merken, dass jedes Kind Tage hat, an denen es noch viel schwerer fällt als sonst, aufzuräumen, den Müll nach draußen zu bringen oder beim Tisch decken zu helfen. Obwohl in Sachen Erziehung immer wieder ermahnt wird, dass wir Eltern konsequent bleiben sollen und das sicher eine richtige Empfehlung ist, kannst du auch mal beide Augen zudrücken. Stell dir einfach vor, wie es dir geht, wenn du etwas machen musst, worauf du keine Lust hast. Du bist auch froh, wenn du ausnahmsweise Fünf gerade sein lassen kannst und auf lästige Pflichten pfeifen kannst. Dieses Recht darfst du deinem Nachwuchs auch ab und zu (!) einräumen. Aber auch hier gilt es, Klartext zu reden und dem Kind deutlich zu sagen, dass es sich um eine Ausnahme handelt, die nicht jeden Tag beansprucht werden kann.

Aufräumen nicht zum Stressthema machen

Ordnung wird von Kindern nicht als wichtig empfunden, denn von Geburt über Kleinkindalter, Grundschulalter, Pubertät bis zum Erwachsenwerden haben Kinder einfach andere, viel wichtigere und wesentlich spannendere Interessen. Die Aufräumerei ist für Eltern also ein Grundthema, das locker 10, 15 oder auch 18 Jahre anhält. In der Kindererziehung lässt sich die Erziehung zur Ordnungsliebe mit der gesunden Entwicklung des Kindes nicht immer in Einklang bringen, doch das heißt nicht, dass du deinem Kind alles durchgehen lassen darfst. Achte auf eine gewisse Grundordnung, aber achte auch darauf, dass die Aufräumerei nicht zum Stressthema in deiner Familie wird. Kinder gehen eher auf Konfrontation oder zerbrechen, wenn sie in der Erziehung zu sehr unter Druck geraten.

Indem du klare Regeln aufstellst, die für euer familiäres Zusammenleben wichtig sind, gibt du deinem Nachwuchs einen verständlichen “Fahrplan” an die Hand. Dennoch brauchen Töchter und Söhne daneben den Raum, sich innerhalb gewisser Grenzen frei entfalten zu können. Chaos, Unordnung sowie Aufstand gegen die Eltern und deren Regeln gehören mal weniger, mal mehr dazu und fordern uns Erwachsenen manchmal auch Toleranz ab, die wir so eigentlich gar nicht gewähren wollen. Doch genau das heißt Erziehung eben auch. Dem Kind Grenzen zu setzen, es bei Grenzüberschreitungen fürsorglich zu begleiten, gleichzeitig aber auch darauf zu achten, dass die eigenen Grenzen nicht überschritten werden. Bis zum Eintritt in die Pubertät ist es noch vergleichsweise einfach, Kinder zum Aufräumen anzuhalten und den Grundstein für Ordnungssinn zu legen. Was Kinder auf dem Weg ins Erwachsenenalter daraus machen, entscheiden sie zunehmend selbst, wenn sie flügge werden.

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