Bild Hausaufgaben für Vater & Kind stressig

Hausaufgaben – Stressthema für Väter

Das Thema Hausaufgaben ist in vielen Familien ein Stressfaktor. Ein Vater wandte sich mit diesen Worten an mich:

„Schreib doch mal was über Hausaufgaben machen mit Kindern. 😂. Das Thema kommt bei dir ja erst in ein paar Jahren, ich stecke da grad wieder übel drin, furchtbar sag ich dir.“

Damit steht der betroffene Vater nicht alleine da, darum habe ich mit erfahrenen Schulkind-Papas gesprochen, wie sie das Thema Hausaufgaben in ihrer Familie erleben. Aus den Gesprächen mit Vätern ist ein Ratgeber entstanden, der mit einem Augenzwinkern an verzweifelte Väter adressiert ist. Ohne auf die seit Jahren geführte Diskussion über Sinn und Unsinn von Hausaufgaben einzugehen, gibt es für alle verzweifelten Väter Tipps, wie man als Vater mit dem Konfliktthema “Hausis” umgehen und das Kind bei seinem Job als Schüler unterstützen kann.

Hausaufgaben: Die volle Drohung täglicher Verzweiflung

Junge, aus dir soll mal was werden,” – wem klingelt dieser Spruch aus den eigenen Kindheitstagen heute nicht mehr in den Ohren!? Viele Väter denken mit Grauen an die eigene Schulzeit zurück und fühlen sich heute als Papa zwischen zwei Stühlen sitzend. Einerseits ist das Lernen immens wichtig, um später Ausbildung, Abitur und Studium zu schaffen. Andererseits ist aus der Erinnerung bekannt, dass nur wenig Freude dabei aufkommt, wenn man als Kind die Schulbank drücken muss, während man als Junge oder Mädchen viel lieber mit Puppen, Eisenbahn, Lego, Duplo und Playmobil spielen oder auf dem Spielplatz rumtoben will.

Die Ausreden deines Kindes

Morgens früh aufstehen, 4, 5 oder 6 Schulstunden im Klassenraum sitzen und pauken – damit ist es nicht getan. Zur täglichen Pflicht eines Schulkindes gehört es, am Nachmittag die Hausaufgaben zu erledigen und garantiert ist dein Kind das einzige, das zuhause sitzen, Mathe, Deutsch, Bio und Erdkunde lernen muss; alle anderen Kinder sind ja draußen und dürfen spielen – zumindest ist das die Version deines Kindes.

Statt nach dem Mittagessen einfach die Hausaufgaben zügig zu erledigen, drücken viele Kids entweder auf die Tränendrüse oder sie diskutieren ihre Väter in Grund und Boden, warten mit genialen Argumenten auf, warum sie jetzt sofort raus müssen und gar keine Zeit für die “Hausis” haben. Die kleinen Racker gehen dabei ganz schön raffiniert vor, wenn sie sich vor dem Lernen am Nachmittag drücken wollen. Als Vater kannst du froh sein, wenn du dich noch auf der Arbeit rumdrücken kannst, du erst am Abend nach Hause kommst und deine Frau sich bereits um das nervige Hausaufgabenproblem gekümmert hat.

Die Schule will ein Elterngespräch

Doch was so lustig klingt, ist alles andere als eine amüsante Angelegenheit. Packt dein Kind am Mittag schnell seine Schulmaterialien weg und schwört auf die heilige Spielzeugeisenbahn oder das geliebte Schaukelpferd, dass es alle Schularbeiten fertig erledigt und nichts mehr auf hat, trudelt schon bald die Einladung vom Lehrer ein. Die Schule bittet zum Elterngespräch und du sitzt vor dem Lehrkörper wie ein Straftäter, um dir anhören zu müssen, dass die Zukunft deines Kindes in Gefahr ist. Tatvorwurf: Die Hausarbeiten werden nicht gemacht. Die schulischen Leistungen drohen abzusacken, aus deinem Nachwuchs kann so nichts werden!

Die Konfrontation mit dem Kind

Nach dem Elterngespräch in der Schule folgt der obligatorische Krisenrat der Familie. Es ist jetzt deine Aufgabe, deinem Kind die Wichtigkeit der Hausaufgabe  zu erklären. Mit Ambivalenz zitierst du den Nachwuchs herbei, um ihm die Leviten zu lesen. Du gibst die Inhalte des Elterngesprächs wieder, lässt dir das Hausaufgabenheft zeigen, wühlst dich durch die Arbeitshefte deines Kindes und siehst die ganzen Einträge des Lehrers in roter Schrift: “Hausaufgabe fehlt, fehlt, fehlt!”

Dabei warst du dir bis zu diesem Zeitpunkt absolut sicher, dass du deine Aufgabe als Vater wahrgenommen und dich wirklich genug gekümmert, das Hausaufgabenheft regelmäßig kontrolliert und dem Kind beim Hausaufgabenmachen doch ganz oft geholfen hast.

Der ganz normale Wahnsinn

Geht es dir genauso, ist eigentlich alles im Lot. Dein Kind entwickelt sich wahrscheinlich vollkommen normal und ist sogar schlau. Denn irgendwie hat es geschafft, dich raffiniert auszutricksen. Nichtsdestotrotz musst du als Vater jetzt stark bleiben und darauf bestehen, dass künftig die Hausaufgaben gemacht werden. Ganz egal, wie viele Nerven es dich kostet.

Teile dir den Job der Hausaufgabenbetreuung mit deiner Partnerin und schaffe klare Regeln, die verbindlich gelten. Nur, wenn du es alleine oder mit der Mama schaffst, sämtliche Schlupflöcher zu schließen, die in der Vergangenheit von deinem Kind erfolgreich genutzt wurden, besteht die Chance, dass sich der Hausaufgabenstress irgendwann legt. Wie das gelingen kann, kannst du nun im Ratgeber nachlesen.

Grundschulhausaufgaben

Es muss unterschieden werden, in welchem Alter sich dein Kind befindet. Grundschüler brauchen häufig die Hilfe von Erwachsenen und müssen anders motiviert werden, wie größere Kinder und Jugendliche. Der Zeitpunkt, wann am Nachmittag die beste Zeit ist, zu arbeiten, ist individuell. Einige Kinder haben das Stillsitzen direkt nach der Schule einfach satt und müssen sich erst körperlich austoben oder mental erholen, bevor sie sich wieder auf Schularbeiten konzentrieren können. Gibt´s bei euch Hausaufgabenstress, kannst du probieren, ob dein Kind vielleicht am frühen Abend seinen Schüler-Job besser leisten kann.

Hilfreich kann es ebenfalls sein, dass Geschwisterkinder sich gegenseitig helfen. Dies kann allerdings auch kontraproduktiv sein, wenn sich die Kids gegenseitig ablenken. Hier musst du ausprobieren und beobachten, wie es am besten klappt.

Wie lange “darf” dein Kind für die Hausaufgaben brauchen?

Die “Hausis” sind bereits Thema bei den ersten Elternabenden, noch bevor die Einschulung deines Kindes ansteht. Grundschülern soll die Einschulung so sanft wie möglich gemacht werden, damit sie einen guten Einstieg in die Schulzeit haben. In den meisten Schulen wird daher an die Eltern eine lockere Hausaufgaben-Regelung kommuniziert. Kinder “müssen” die Aufgaben nicht zwingend erledigen und wenn das Kind keine Lust auf die Erledigung hat, sollen Vater und Mutter es nicht zwingen. Diese Botschaft kommt bei Eltern, leider auch bei Kindern an.

Dein Kind soll in den ersten Schulwochen nicht länger als 30 Minuten pro Tag für die Aufgaben brauchen; mit jedem Schuljahr steigert sich die Zeit, so dass ältere Schüler täglich 2 bis 2,5 Stunden am pauken sind. Die meisten Kinder der Grundschule kommen mit ca. 30 Minuten Arbeitszeit am Anfang des ersten Schuljahres klar, weil die Hausaufgaben noch sehr wenig, vor allem aber spielerisch aufgebaut sind. Sie bestehen aus Malen oder Ausmalen. Das macht noch Spaß und lässt sich in wenigen Minuten erledigen. Je länger Kinder die Schule besuchen, desto eher treten Hausaufgabenprobleme auf.

Grundschüler verlieren schnell den Spaß am Lernen

Häufig verändert sich nach der ersten Schuljahreshälfte die Komplexität der Aufgabenstellungen und die Menge an zu erledigenden Aufgaben steigt. Hier beklagen zahlreiche Eltern bereits erste Anzeichen von Schul-Unlust, die sich auch beim Erledigen der Hausarbeiten bemerkbar macht. Während manche Jungen und Mädchen die Arbeiten schnell, sauber und zuverlässig durchführen, gibt es Erstklässler, die den Ernst der Lage und die dahinterstehende Pflicht wahrgenommen und den Spaß am Arbeiten verloren haben.

Hast du einen Erstklässler oder einen Grundschüler zuhause, dem es ebenfalls so geht, sind die Hausaufgaben nicht mehr in 20, 30 oder 40 Minuten zu meistern. Es wird getrödelt, statt zu rechnen oder zu schreiben ist das Spielen mit dem Radiergummi wesentlich spannender und kaum drehst du deinem Kind den Rücken zu, verdrückt es sich zum Kühlschrank (“Papa, ich hab aber Durst und wenn ich jetzt nichts trinke, sterbe ich und du bist schuld!”) oder es muss im Sekundentakt auf die Toilette, wo es auf Nimmerwiedersehen verschwindet. Vielleicht liegt aber auch die Tür zum Kinderzimmer auf dem Weg in die Küche oder zur Toilette, dein Kind ist “falsch” abgebogen und entfernt sich aus Versehen aus dem Radius des Hausaufgabenmaterials.

Betreuung und Hilfestellung für Grundschüler

Je früher sich dein Kind daran gewöhnt, dass es bei der Hausaufgabenerledigung keine Schlupfwinkel gibt, desto leichter kann es den Rhythmus und die Regelmäßigkeit annehmen. Bist du mittags zuhause, schicke dein Kind nicht ins Kinderzimmer, damit es dort alleine arbeiten kann, sondern biete ihm die Hausaufgabenerledigung in der Küche oder im Wohnzimmer am Esstisch an.

Nachdem ihr zu Mittag gegessen habt, sollte dein Kind die Arbeitsmaterialien auf den Tisch legen und dir zeigen, was es auf hat. So hast du einen Überblick darüber, was erledigt werden muss. Bleibe in der Nähe, schau ab und zu nach, ob dein Nachwuchs voran kommt und dass alle Aufgaben ordentlich bearbeitet werden. Hilfe solltest du nur dann geben, wenn dein Kind dich darum bittet oder wenn du beobachtest, dass der Kopf von Sohn oder Tochter bereits vor Anstrengung glüht und dein Kind nicht alleine weiterkommt.

Kind beaufsichtigen, aber nicht zu viel helfen

Kinder kommen entweder sehr schnell voran oder sie brauchen deutlich mehr, als eine halbe Stunde. Das ist okay, insofern sich dein Nachwuchs dabei nicht vergebens quält. Das wirkt sich demotivierend aus. Das Thema Hausaufgabenhilfe ist häufig diskutiert und in der Praxis schwierig zu handhaben, da Eltern gelegentlich dazu geneigt sind, zu viel Unterstützung zu leisten (“Vorsagen”). Doch dies ist kontraproduktiv. Wie findest du ein gesundes Mittelmaß, zu helfen, ohne zu viel der Leistung zu übernehmen?

Ein Kind gewöhnt sich sehr schnell daran, sofort nach Hilfe zu fragen, ohne sich selbst überhaupt noch anzustrengen. Wenn der Papa jetzt übereilt Hausaufgabenhilfe anbietet oder leistet, gibt es für den Schüler keine Notwendigkeit, sich selbst um Lösungen zu bemühen. Doch gerade darum geht es bei Hausaufgaben. Dein Kind soll lernen, lösungsorientiert und selbständig zu lernen und es soll auch eigenverantwortlich seine Aufgaben fertigstellen.

Du musst also bei der Hausaufgabenbetreuung deines Kindes abwägen, wann und in welcher Form Hilfe wirklich notwendig ist, damit es weiterarbeiten kann oder erkennen, wenn dein Kind dich aus reiner Bequemlichkeit bzw. Faulheit einspannen und deine Unterstützung ausnutzen will.

Tipp: Sage dem Schulkind keine Ergebnisse oder Lösungen vor, sondern erkläre ihm einen nachvollziehbaren Weg, wie es zur Lösung kommt. Jede selbst erarbeitete Leistung ist ein Erfolg, an dem dein Kind wachsen kann.

Lernblockade – bewahre Ruhe

Auch Kinder sehen manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht. Das gibt es auch im schulischen Bereich und wird als Lernblockade bezeichnet. Wenn dein Kind beim allerbesten Willen nicht auf die Lösung kommen will oder es gerade keinen Zugang für deine Erklärungen hat, steht ihr wahrscheinlich kurz vor dem Tränenmeer des Kindes und der perfektionierten Verzweiflung deinerseits.

Du erklärst dich “dumm und dämlich”, dein Kind resigniert und fängt mit dem Weinen an. Jeder Versuch, jetzt noch Tipps und Ratschläge zu vermitteln, laufen ins Leere, da an dieser Stelle Leistungsdruck entsteht, der die Lernblockade verstärkt, anstatt sie aufzulösen. Jetzt musst du Ruhe und Nerven bewahren und als Erwachsener besonnen handeln. Entschärfe die Situation, indem du deinem Kind eine Pause anbietest. Lass es ruhig eine halbe Stunde abschalten, erlaube ihm etwas Freizeit; das reinigt den Kopf und reduziert den Stresspegel von euch beiden.

Allerdings ist es wichtig, dass du konsequent bist und die vereinbarte Pausenzeit von deinem Kind nicht eigenmächtig verlängert oder gar ausgenutzt wird. Eine halbe Stunde Auszeit dauert 30 Minuten, keine 300 Minuten! Eine kleine Stärkung kann sich übrigens positiv auf die Motivation und die Konzentration auswirken. Ein Becher Kakao oder eine Banane geben Energie!

Nach der vereinbarten Pause geht es weiter, ohne Stress und Tränen. Hilfreich ist es, wenn du jetzt deinem Kind eine kleine Hilfestellung zum besseren Start gibst, damit es nicht mit der negativen Einstellung an die Aufgabe herangeht, mit der es vor der Pause “aufgegeben” hat. Indem du ihm zu Beginn Lösungsansätze aufzeigst, schöpft dein Nachwuchs neuen Mut und öffnet sich, sich der Aufgabenstellung noch einmal vollkommen neu zu widmen. Dann klappt es meist doch und am Ende hat dein Kind einen positiven Lerneffekt erfahren. Es hat erkannt, dass auch schwierige Aufgaben keine unlösbaren Kopfnüsse sein müssen. Das macht Mut für die nächste anspruchsvolle Aufgabe.

Zu schwierige Aufgaben gemeinsam lösen

Wenn es dennoch nicht klappen will, kann es sein, dass dein Kind entweder bei dem Thema Schwierigkeiten hat oder der Stoff einfach zu schwer ist. Dann ist dein Wissen gefragt – ihr müsst die Hausaufgaben gemeinsam bearbeiten. Dabei ist wichtig, dass du erklärend unterstützt, aber keine fertigen Ergebnisse vorsagst. Manchmal dauert es seine Zeit, bis der Groschen gefallen ist. So geht es wahrscheinlich auch deinem Kind, darum übe dich in Geduld und erkläre ihm die Schritte deines Lösungsweges nachvollziehbar. Was für uns Väter so einfach und selbstverständlich klingt, ist es für unsere Kinder nicht.

Übrigens: Manche Hausaufgaben haben es in sich, weil sich in der Zwischenzeit Lernmethoden gravierend geändert haben. Warst du in der Schule ein Crack, kann es trotzdem sein, dass du bei den “Hausis” deines Kindes ins Schwitzen gerätst oder kläglich versagst. Darum dürft ihr euch gemeinsam feiern, wenn ihr eine Kopfnuss als Team gemeistert habt! Als Belohnung für erfolgreiche Teamwork gibt´s eine Runde Tischkicker oder eine halbe Stunde Playstation!

Hausaufgabenprobleme auf der weiterführenden Schule

Glücklicherweise sind die meisten Grundschüler noch relativ pflegeleicht, wenn es um die Hausaufgaben geht. In der Grundschule bekommen die Schüler Hausaufgabenzettel mit und Eltern leisten intensivere Hausaufgabenbetreuung, so dass weniger in Vergessenheit gerät.

Mit zunehmendem Alter wachsen die Probleme. Das Hausaufgabenheft wird bestenfalls schlampig oder gar nicht geführt und jeder Teenager kommt im Laufe der Schulzeit irgendwann in die Null-Bock-Phase. Verstärkt tritt dies im Zusammenhang mit der Pubertät auf. Schul- und Hausaufgabenverweigerung sind nicht außergewöhnlich.

Schafft dein Kind es in Hauptschule, Realschule oder auf dem Gymnasium, täglich die Hausarbeiten in 5 bis 10 Minuten zu erledigen und schwört dir vollmundig, alles fertig oder gar keine Arbeiten auf zu haben, kannst du dir fast sicher sein, dass dir dein Teenager gerade Märchen auftischt. Allerdings gibt es aufgrund von Lehrermangel und Freistunden an vielen Schulen die Möglichkeit, dass Schüler die Hausaufgaben bereits in der Schule anfangen oder komplett fertigstellen. Falls du den Verdacht hegst, dein pubertierender Nachwuchs ist nicht ganz ehrlich, lass dir den Stundenplan sowie die Schulhefte und das Hausaufgabenheft zeigen, damit du dir einen Überblick verschaffen kannst, ob und was getan wurde.

Wichtig ist, dass du dein Kind bei deinem Anfangsverdacht nicht mit Vorwürfen konfrontierst, sondern du dich aus Interesse erkundigst, damit sich dein Teenager nicht von dir angegriffen fühlt.

Schulische Leistungen sacken ab

Ein Grund dafür kann sein, dass dein Kind in der Schule nicht aufpasst und die Hausaufgaben möglicherweise von einem Klassenkamerad abschreibt oder sonstige Tricks anwendet. Betroffene Väter schildern, dass es nichts bringt, bei Mitschülern oder anderen Eltern nachzufragen, wie viele Hausaufgaben der Lehrer aufgibt, da ein Großteil der Kinder in den höheren Klassen sich gegenseitig decken bzw. deren Eltern vor dem gleichen Problem stehen, wie du selbst.

Ein Gespräch mit dem Klassenlehrer bzw. den Fachlehrern bringt da eher Aufschluss. Nutze darum Elternabende und Elternsprechtage bzw. Einzelgesprächstermine in der Schule. Im gemeinsamen Gespräch könnt ihr brainstormen, worauf die Verschlechterung der schulischen Leistungen zurückzuführen ist und wie ihr den Schüler dabei unterstützen könnt, sich schulisch zu verbessern.

Konsequenz bei unerledigten Hausaufgaben

Grund für fehlende Hausarbeiten ist häufig die Null-Bock-Phase. Dies beginnt bereits in der Schule, wenn die Aufgaben für den Nachmittag nicht in das Hausaufgabenheft eingetragen werden. Sie geraten dann schlichtweg in Vergessenheit. Oder dein Kind notiert sich nur die Hälfte der Aufgaben, um dir zuhause zeigen zu können, dass es nur wenig zu tun hat.

Darum kannst du folgendes tun:

  • täglich Hausaufgabenheft kontrollieren
  • täglich Arbeitshefte kontrollieren (stehen dort Einträge wie “unvollständig” oder “fehlt”?)
  • Rücksprache mit den Lehrkräften halten
  • konsequentes Zeitmanagement (z. B. Hausaufgabenerledigung bis 17 Uhr)
  • fertige Hausaufgaben vorzeigen lassen
  • Vereinbarungen treffen (z. B. 4 Wochen lang keine fehlenden Hausis gibt eine Belohnung)
  • Konsequenzen bei vergessenen bzw. unerledigten Arbeiten (keine Aufladung des Handy-Guthabens, Router-Passwort für 1 Woche sperren usw.)
  • versäumte Arbeiten müssen nachgearbeitet werden

Natürlich kannst du eine Wohlverhaltens-Klausel installieren, denn auch ein Kind kann wirklich mal eine Aufgabe vergessen. Macht dein Kind dir glaubhaft, dass es sich um eine Ausnahme handelt und ist ansonsten bemüht, darfst du ruhig beide Augen zudrücken.

Hausaufgabenbetreuung outsourcen

Das Thema Hausaufgaben kann unter Umständen ein familiäres Minenfeld sein, so dass es im Einzelfall besser ist, die Hausaufgabenbetreuung in andere Hände zu geben, bevor der Haussegen deswegen in Schieflage gerät.

Väter und Mütter sind nicht immer die besten Personen, um Nachhilfe oder Hausaufgabenbetreuung zu leisten, da Eltern schneller der Geduldsfaden reißt, als es bei fremden Personen der Fall ist. Gibt es bei euch zuhause häufiger Stress, weil du dir den Mund franselig redest, dein Kind mit deinen gut gemeinten Erklärungen aber nichts anfangen kann, denke über Outsourcing nach, um Lernblockaden und Leistungsverweigerung vorzubeugen.

Dauerreizthema Lernen: Die Nerven liegen blank

Wenn Hausaufgaben und Lernen für dich und dein Kind inzwischen nur noch ein Reizthema darstellen, liegen beiderseits die Nerven blank und der alltägliche Streit ist vorprogrammiert. Durch Outsourcing schafft ihr im Minenfeld eine Distanz, die euch beiden gut tut und dafür sorgen wird, dass die Hausaufgabenproblematik sich nicht noch weiter verschärft. Da es einige Möglichkeiten gibt, schauen wir uns die zusammen an.

Co-Working mit Klassenkameraden und Freunden

Was in der Erwachsenenwelt funktioniert, klappt auch bei Kindern und Teenies: Co-Working. Organisiere ein paar Klassenkameraden, die sich zusammentun, um gemeinsam am Mittag zu lernen. Plätzchen, Chips, Kakao und Limo sind zwar nicht so gesund, aber fördern die Motivation der Kids. Am besten besprichst du dich mit anderen Eltern, damit sich die Schüler mal bei euch, mal bei anderen Familien am Nachmittag zum gemeinsamen Lernen treffen können. Dort, wo die Kinder arbeiten, sollte ein Erwachsener ab und zu mal ein Auge auf die Lerngruppe haben, damit sichergestellt ist, dass gelernt wird.

Nachmittagsbetreuung in der Schule

Fast alle Schulen bieten Nachmittagsbetreuung an. Die ist überwiegend kostenlos. Wenn das Kind aber in der Schule zu Mittag isst, muss ein kleiner Betrag für das Schulessen beigesteuert werden. Entweder werden die Nachmittagsschüler durch einen Lehrer oder von älteren Schülern (Schüler helfen Schüler) betreut und unterstützt. Zwar wird bei der Nachmittagsbetreuung keine Hausaufgabenüberwachung oder Hausaufgabenkontrolle gewährleistet, doch viele Eltern und Schüler haben damit gute Erfahrungen gemacht, so dass die Hausaufgabenbetreuung in der Schule insgesamt eine gute Chance bietet.

Student/in für Hausaufgabenhilfe anheuern

Studenten brauchen Geld und haben Wissen, mit dem sie effizient Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe leisten können. Da Studenten selbst frisch von der Schule kommen, haben sie meist einen guten Draht zu frustrierten Schülern und da der Altersunterschied noch nicht so groß ist, finden sie oftmals einen besseren Zugang zum Kind, als Vater oder Mutter.

Fazit zum Reizthema Hausaufgaben

Auch, wenn ich aufgrund des Alters meiner Kinder noch keine eigenen Erfahrungen beisteuern kann, ist es vielleicht hilfreich, an die eigene Schulzeit zu erinnern. Zwar sind wir Väter in der Pflicht, unseren Nachwuchs bei schulischen Leistungen zu fördern. Allerdings scheint diese Aufgabe eine echte Herausforderung mit reichlich Konfliktpotenzial zu sein. Die Idee, sich Hilfe von Außen zu holen, damit keine Familienbelastung stattfindet, die letztendlich sogar das Verhältnis zwischen Vater und Kind auf eine harte Probe stellt, erscheint mehr als sinnvoll. Schulkinder haben ohnehin genug Stress, so dass dieser nicht auch noch in der Familie zunehmen sollte.

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