Bild Was ändert sich 2017

Was ändert sich in 2017?

Regelmäßig bringt das neue Jahr für Familien einige Änderungen mit. Was sich beim Jahreswechsel 2016 / 2017 für Eltern und Kinder ändert, schauen wir uns in diesem Artikel näher an. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hat in 2016 mehr Entlastungen für Alleinerziehende, Familien und Geringverdiener versprochen. Doch nicht nur im finanziellen Bereich ändert sich einiges, sondern auch ein paar Gesetze werden zum Jahresbeginn 2017 aufgefrischt.

Viele finanzielle Vorteile für Familien

Das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) verfügt im Jahr 2017 über den bislang größten Etat für Familien. Es stehen rund 9,2 Mrd. Euro zur Verfügung.

Bereits am 8. September 2016 verkündet die Bundesfamilienministerin Schwesig im Deutschen Bundestag wie folgt:

“Mit diesem Haushalt geben wir deutlich mehr Geld für die Familien. Wir unterstützen Familien mit modernen familienpolitischen Leistungen, die Eltern ein solides Auskommen sichern und die Kinderarmut bekämpfen. Es gibt mehr Geld für gute Kinderbetreuung. Und es gibt mehr Geld für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. (…) Denn Geld für starke Familien und Geld für starke Strukturen in der Zivilgesellschaft sind Investitionen in den Zusammenhalt und in die Zukunft unseres Landes.“

Quelle: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/presse/pressemitteilungen/haushalt-2017–mehr-entlastung-fuer-familien/109544

Das neue Familiengeld – kommt nicht!

Im Juli 2016 versprach Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig tiefgreifende Änderungen. Das geplante Familiengeld soll Mütter und Väter entlasten und so legte die Familienministerin ein neues Konzept für das Familiengeld vor. Ein monatlicher Betrag von bis zu 300 Euro soll die Vereinbarkeit von Job und Kindern erleichtern, so die Ministerin.

Das neue Konzept soll Eltern ermuntern, die Wochenarbeitszeit zu senken. Wer nicht mehr als 28 bis 36 Stunden arbeitet, soll künftig bis zu 24 Monate monatlich 150 Euro vom Staat erhalten. Alleinerziehende Mütter und Väter können den gesamten Betrag bis zur Vollendung des 7. Lebensjahres erhalten. Getrennt lebende Eltern sollen ebenfalls anspruchsberechtigt sein.

Obwohl das Familiengeld kurz vorm Jahresbeginn 2017 noch nicht beschlossen wurde und es fraglich ist, ob die Familienministerin ihr Versprechen überhaupt realisieren kann, gibt es trotzdem für Familien im Jahr 2017 spürbar mehr Geld.

Ab Januar 2017: Mehr Geld für Eltern und Kinder

Unterhaltsvorschuss 2017: Bis zum 18. Geburtstag

Eine der größten Änderungen betrifft den Unterhaltsanspruch. Bisher wurde der Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende Mütter und Väter längstens für den Zeitraum von 72 Monaten bewilligt und längstens bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres gezahlt. Ab Januar 2017 werden diese beiden Grenzen aufgehoben. Unterhaltsvorschusszahlungen werden nun vom Jugendamt bis zum 18. Lebensjahr an alleinerziehende Elternteile bewilligt, wenn der andere Elternteil gar keinen Unterhalt zahlt oder die Unterhaltszahlungen unregelmäßig fließen.

Das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend geht davon aus, dass mindestens 260.000 Kinder von der Aufhebung der Höchstbezugsdauer von 6 Jahren sowie der Aufhebung der Altersgrenze bis 12 Jahre für den Unterhaltsvorschuss profitieren werden.

Alle wichtigen Informationen und Änderungen beim Unterhaltsvorschuss sind auf der Website des BMFSFJ nachzulesen:

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/familie/familienleistungen/der-unterhaltsvorschuss/73558

Aktuelles: Reform des Unterhaltsvorschusses lässt auf sich warten

Der neue Unterhaltsvorschuss startet nicht wie geplant im Januar 2017, sondern lässt auf sich warten. Zwar vollmundig angekündigt, stand die Finanzierung noch in den Sternen. Bund und Länder haben sich inzwischen geeinigt. Rund 350 Millionen Euro kostet die Reform. De Bund will nun statt der zunächst geplanten 33,5 % insgesamt 40 % der Reformkosten übernehmen. Kommen soll der neue Unterhalt zum 1. Juli 2017. Noch ist nicht klar, ob Anspruchsberechtigte Unterhaltszahlungen rückwirkend ausgezahlt werden.

Mindestunterhalt für Kinder erhöht sich

Der Mindestunterhalt für minderjährige Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres steigt von 335 Euro auf 342 Euro. Bis zu Vollendung des zwölften Lebensjahres erhöht sich der Unterhaltsanspruch auf mindestens 393 Euro. Für Kinder gibt es ab dem dreizehnten Lebensjahr beträgt der Mindestunterhalt 460 Euro. Der Mindestunterhalt für volljährige Kinder liegt in der ersten Einkommensgruppe bei 527 Euro.

Kindergeld 2017: 2 Euro Erhöhung

Ab 01. Januar 2017 gibt es mehr Kindergeld. Pro Kind wird das Kindergeld um 2 Euro erhöht und steigt für

  • das erste Kind auf 192 Euro pro Monat
  • das erste und zweite Kind auf je 192 Euro pro Monat
  • das dritte Kind auf 198 Euro pro Monat
  • jedes weitere Kind auf 223 Euro pro Monat

Kindergeld 2017 Zahlbeträge

Anzahl der Kinderauszahlbares Kindergeld gesamt
1192 €
2384 €
3582 €
4805 €
51.028 €
61.251 €

Kinderzuschlag 2017: Was ändert sich?

Ist das Einkommen der Eltern gering, kann Kinderzuschlag beantragt werden. Wenn trotz Erwerbstätigkeit Elternpaaren oder Alleinerziehenden zu wenig Geld übrig bleibt, gibt es ab Januar 2017 monatlich 10 Euro mehr Kinderzuschlag. Der Kinderzuschlag wird zu Beginn des neuen Jahres auf 170 Euro angehoben. Um Anspruch auf Kinderzuschlag zu haben, müssen Elternpaare mindestens 900 Euro, Alleinerziehende wenigstens 600 Euro verdienen, aber unterhalb bestimmter Grenzen liegen. Ob ein Anspruch auf Kinderzuschlag besteht, berechnet die zuständige Familienkasse.

Gelder für Bildung und Teilhabe

Kinderzuschlag-Berechtigte können für Ausflüge mit Kindergarten und Schule oder für Lernförderung und Mittagsverpflegung zusätzliche Gelder für Bildung und Teilhabe beantragen. Auskunft erteilen Gemeinde, Landkreis und Stadtverwaltung.

Weitere Steuerentlastungen für Familien

Mit dem Jahreswechsel dürfen sich Eltern über weitere Steuerentlastungen freuen. Der Grundfreibetrag wird ab Januar 2017 auf 8.820 Euro angehoben. Einkommen bis zu dieser Einkommenshöhe bleiben steuerfrei. Außerdem steigt der Kinderfreibetrag auf 4.716 Euro. Weitere steuerliche Entlastung gibt es beim Betreuungsfreibetrag. Dieser wird zum Jahresanfang auf 2.640 Euro festgelegt. Kinderfreibetrag sowie Betreuungsfreibetrag werden pro Kind veranschlagt, so dass Eltern

  • mit einem Kind 16.176 Euro
  • mit zwei Kindern 23.532 Euro
  • mit drei Kindern 30.888 Euro

steuerfrei verdienen dürfen. Wie zuvor bleibt es dabei: Eltern können nur Kindergeld oder Kinderfreibetrag beanspruchen.

Die Bundesregierung hat eine weitere Anhebung des Grundfreibetrags sowie des Kinderfreibetrags bereits für das Jahr 2018 beschlossen. Der Grundfreibetrag 2018 liegt bei 9.000 Euro. Der Kinderfreibetrag liegt bei 4.788 Euro pro Kind.

Alle wichtigen Informationen zu Freibeträgen hat die Bundesregierung hier zusammengestellt:

https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2016/10/2016-10-12-steuerentlastung.html?nn=694676

Mehr Geld bei Hartz IV

Die Regelsätze für Hartz-IV-Empfänger steigt auch im Jahr 2017. Pro Kind im Alter vom 7. bis zum vollendeten 14. Lebensjahr wird der Hartz-IV-Satz um 21 Euro auf 291 Euro angehoben. Auch Erwachsene bekommen etwas mehr. Der Regelsatz wird um 5 Euro pro alleinstehende erwachsene Person auf 409 Euro pro Monat erhöht. Paare erhalten pro Person nur 4 Euro mehr.

Für Jugendliche (15. bis vollendetes 18. Lebensjahr) in der Bedarfsgemeinschaft wird der Hartz-4-Regelsatz um 5 Euro auf 311 Euro aufgestockt. Volljährige, nicht erwerbstätige Kinder (unter 25 Jahre), die im Haushalt der Eltern leben, erhalten 3 Euro mehr und bekommen ab 01.01.2017 somit insgesamt 327 Euro.

Keine Erhöhung des Regelsatzes der Grundsicherung sieht die Bundesregierung für Kinder unter Vollendung des 6. Lebensjahres vor. Hier bleibt der Hartz-IV-Regelsatz bei 237 Euro pro Monat.

Sozialversicherungsbeiträge: Pflegeversicherung wird teurer

Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Rentenversicherung bleiben in etwa gleich. Deutliche Veränderungen gibt es indes bei der Pflegeversicherung. Diese steigt nämlich um 0,2 Prozent, so dass 2,55 Prozent und 2,8 Prozent abgezogen werden.

Diese neuen Gesetze betreffen Familien ab 2017

Mehr Freizeit: Ein neuer bundesweiter Feiertag

Mit dem Jahreswechsel bekommen alle Bundesländer, die bisher den 31.10. nicht als Reformationstag gefeiert haben, einen neuen Feiertag, der Familien mehr Freizeit ermöglicht. Der Reformationstag ist 2017 erstmals ein bundesweiter Feiertag.

Anmerkung der Redaktion: Aufmerksame Leser haben uns darauf hingewiesen, dass es sich anlässlich des 500. Jahrestages (Beginn der Reformation) um einen einmaligen bundesweiten Feiertag handelt. Somit wird der Reformationstag lediglich im Jahre 2017 bundesweit, danach wieder wie gewohnt gefeiert.

Straßenverkehrsordnung: Bürgersteige für Mütter und Väter freigegeben

Bislang durften nur Kinder mit dem Fahrrad über Gehwege fahren. Das war ein Problem für Familien, denn die Eltern mussten dort mit dem Fahrrad auf der Straße fahren, wo kein Radweg zur Verfügung steht. Bereits seit dem 14. Dezember 2016 ist es nun Mamas und Papas erlaubt, zusammen mit ihren Kindern auf dem Bürgersteig zu fahren, solange das Kind das achte Lebensjahr noch nicht erreicht hat. Vor dieser Gesetzesänderung mussten Kinder unter 8 Jahren alleine auf dem Bürgersteig fahren, wenn es keinen Fahrradweg gab. Für Eltern war dies ein großes Problem, wenn die Kinder noch klein und unsicher auf dem Rad unterwegs waren.

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