Bild eines Jungen im Stimmbruch

Stimmbruch

Um das 14. Lebensjahr herum – manchmal auch schon etwas früher – entwickelt sich bei heranwachsenden Jungs aus der zarten Kinderstimme über einen Zeitraum von mehreren Monaten die volle und tiefe Männerstimme. Der Stimmbruch macht auch nach außen hin deutlich, was sich hormonell bereits eindeutig zeigt: Die Pubertät ist in vollem Gang.

Doch was passiert eigentlich körperlich, wenn die Stimme auf einmal kippt und sich die Entwicklung zum Mann nicht mehr verstecken lässt?

Medizinische Definition

Der Begriff Stimmbruch (lat. Mutation) gehört zur Geschlechtsreifung und beschreibt die Veränderung der Stimme, die durch den hormonellen Wandel während der Pubertät bedingt ist. Sie ist sowohl bei Jungs als auch bei Mädchen feststellbar, wobei der weibliche Stimmbruch längst nicht so deutlich nach außen tritt.

Wieso macht die Stimme, was sie will?

Durch die einsetzende Testosteron-Produktion in den Hoden wachsen nicht nur Muskeln, Arme und Beine – sondern auch der Kehlkopf. Er wird größer und ist bei sehr schlanken Männern sogar von außen sichtbar: Der sogenannte Adamsapfel ist Teil des Kehlkopfs und lässt sich oft am Hals ertasten oder auch sehen.

Da der Kehlkopf wächst, kommt es dabei zu einer Dehnung der Stimmbänder, die im Laufe der Zeit länger werden – aber auch dicker. In Verbindung mit dem größer werdenden restlichen Körper können die Stimmbänder nun nicht mehr ganz so stark schwingen. Die verringerte Frequenz ist die Grundlage für die sonore Männerstimme (und bei Mädchen dementsprechend für die volle Frauenstimme). Da Mädchen erheblich weniger Testosteron produzieren, ist hier sowohl das Wachstum von Hals und Kehlkopf reduziert als auch der Stimmbruch selbst weniger offensichtlich.

Was passiert da sonst noch?

Als Vater hast Du vermutlich auch vor dem Stimmbruch schon gemerkt, dass sich Dein Kind verändert: Aus dem umgänglichen Jungen ist ein widerspenstiger Dickkopf geworden – schlimmer als Du es je warst. Die Launen erreichen ein bemerkenswert breites Spektrum, die Geduld hat sich schon länger verabschiedet und der Körper verliert irgendwie nach und nach seine Symmetrie. Die Hormonachterbahn während der Pubertät sorgt dafür, dass sich alles verändert und den eben noch kleinen Jungen auf den Weg zum Erwachsenen schickt.
Die Stimme ist zwar nur ein kleiner Teil davon, doch zeigt sie am deutlichsten, dass die Hormone auf Hochtouren arbeiten. Da dies vor allem im Lebensrhythmus von Schule und Co. nicht unbemerkt bleibt, kommt es hier manchmal zu unangenehmen oder auch peinlichen Situationen: Die ganze Klasse kichert, wenn anstelle einer Lösung für die Matheaufgabe nur ein Kieksen zu hören ist und alles irgendwie schief klingt. Der Stimmbruch verläuft typischerweise nämlich nicht in einem kontinuierlichen Prozess, sondern in spontanen Sprüngen – mit den typischen „Brüchen“ zwischen hoher und tiefer Stimmlage.

Wann ist das endlich vorbei?

Üblicherweise dauert der Stimmbruch nur wenige Monate. In Ausnahmefällen kann sich der Prozess zwar auch in die Länge ziehen – das ist aber äußerst selten.
Besonders betroffen sind vor allem Jungs, die ihre Stimme in Hobby und Freizeit einsetzen – etwa als Sänger in der Schulband oder auch als Darsteller in der Theatergruppe. Hier ist Geduld angesagt – oder eine künstlerische Auszeit: Psychischer Stress kann nachweislich ebenso zu einer Verzögerung des Stimmbruchs führen wie ein gestörter Hormonhaushalt.

Wie kann ich als Vater helfen?

Menschlich solltest Du als Vater gerade in der schwierigen Zeit der Pubertät Ansprechpartner und Kumpel sein. Dein Sohn hat bestimmt viele Fragen und Unsicherheiten und weiß ein offenes Ohr zu schätzen – auch wenn er es nicht zeigt.

Die Veränderungen, die körperlich sichtbar werden, hinterlassen auch psychisch ihre Spuren: Besonders durch das Hormonchaos kann es schon mal dazu kommen, dass Konflikte eskalieren und die ganze Familie auf eine harte Geduldsprobe gestellt wird.

Der Stimmbruch findet genau auf dem Höhepunkt der Pubertät statt: Trotzdem solltest Du Dir vor Augen halten, dass auch diese Phase vorbeigeht und sich alles irgendwann wieder normalisiert: Sobald der Stimmbruch überstanden ist, ist auch der schwerste Teil der Pubertät geschafft!

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