Sex in der Schwangerschaft

Bild eines Paares beim Sex in der Schwangerschaft

Sex in der Schwangerschaft ist ein heikles Thema, das viele Paare beschäftigt, aber nur selten offen thematisiert wird. Insbesondere wir Männer sind diesem Wunder der Natur scheinbar hilflos ausgeliefert. Mit der freudigen Mitteilung kommen auch schon die ersten Fragen, die wir angehenden Väter uns alle schon gestellt haben:

  • Ist Sex in der Schwangerschaft überhaupt ok?
  • Du willst Sex, deine Partnerin aber nicht – und jetzt?
  • Was spricht für und was gegen den Sex während der Schwangerschaft?
  • Kann der Sex dem heranwachsenden Kind schaden?
  • Welche Stellungen sind während der Schwangerschaft empfehlenswert?
Diese und andere Fragen zum Thema Sex in der Schwangerschaft sollen jetzt beantwortet werden. Behalte dabei stets im Hinterkopf, dass deine Partnerin ein Individuum ist, die manche ihrer charakterlichen „Eigenheiten“ erst während der Schwangerschaft zeigt – das gilt auch und insbesondere beim Thema Sex mit Babybauch.

Lust und Frust liegen nah beieinander – sei deiner Partnerin ein guter Freund und Liebhaber

Sex gehört zu einer ausgeglichenen und glücklichen Beziehung dazu. Das gilt zumindest für die meisten Männer und Frauen. Die Schwangerschaft kann durchaus dazu führen, dass dieses bislang harmonische Gefüge zerbröselt wie trockener Sand. Du willst, sie will nicht. Oder umgekehrt. Sobald sich Mann und Frau nicht mehr einig sind, ziehen Wolken am ansonsten heiteren Sexhimmel auf. Jetzt heißt es für dich als Mann, dass du dich ein wenig zurücknehmen solltest. Wenn deine Partnerin trotz Schwangerschaft die Lust auf Sex nicht verliert, kannst du dich glücklich schätzen. Wenn sie allerdings keine Ambitionen zeigt, sich auf ein neckisches Geplänkel im Schlafzimmer einzulassen, solltest du ihr das nicht übel nehmen.

Die Schwangerschaft trägt nicht nur die Frucht deiner Lenden, sondern zuweilen auch unangenehme „Blüten“, die durch hormonelle Veränderungen bei ihr ausgelöst werden. In solchen Zeiten ist es ganz verkehrt, sich aus Frust und vermeintlicher Ablehnung aus dem Geschehen zu nehmen. Sie liebt dich nach wie vor – und braucht dich als Freund und künftigen Vater deines Kindes! Wenn du ihr mit Verständnis begegnest und das „Kuscheln“ wirklich nur beim Kuscheln belässt, gibst du ihr das Gefühl von Geborgenheit. Nichts mögen Frauen in dieser Phase mehr als die Geborgenheit in den Armen ihres Liebsten. Versuche einfach, dich irgendwie in ihre Lage zu versetzen. Das macht es dir leichter, mit ihrem „unkonventionellen“ Verhalten richtig umzugehen. Wenn sie sich sicher und behütet fühlt (was Frauen gerne 1:1 auch auf ihr Ungeborenes übertragen), kann sich das durchaus wieder positiv auf euer Liebesleben auswirken.

Die Launen der Natur: Sie will Sex, und dann doch wieder nicht

Wir Männer haben schon ein hartes Brot zu knabbern, während unsere Liebsten, bedingt durch die Schwangerschaft, mit einem Hormonhaushalt kämpfen müssen, den sie nicht immer im Griff haben. Das ist durchaus normal und sollte dir kaum Sorgen bereiten. Diese „Launenhaftigkeit“, wie sie in der Überschrift angedeutet wurde, ist keine Seltenheit. Obwohl sich das durchaus auf ihr gesamtes Umfeld auswirken kann (und häufig auch tut), bist DU es, der damit klarkommen muss. Stell dir vor, deine Partnerin ruft dich auf der Arbeit an und bedeutet, Lust auf Sex zu haben. Was für ein herrlicher Arbeitstag das wird. Deine Laune könnte kaum besser sein! Doch dann kommst du nach Hause und sie ist sauer auf dich. Wie soll man als Mann derartiges Verhalten interpretieren? Am besten überhaupt nicht. Sie ärgert dich nicht absichtlich – es sind die Hormone, die solche Stimmungsschwankungen hervorrufen. Gräme dich nicht, denn es kann sich täglich etwas ändern.

Argumentationshilfen für die Diskussion: Du brauchst Fakten, um ihre Sorgen zu zerstreuen

Mal unter uns Männern hier: Es ist ganz klar, dass du Lust auf Sex hast. Du bekommst ihn aber nicht? Lass dir mit Fakten helfen. Hier und da werden sich eure Gespräche auch um das Thema Sex drehen. Gerade in der Schwangerschaft gibt es viele Eckpunkte, die thematisiert werden können. In solchen Gesprächen ist es nicht nur wichtig, offen zu sein, sondern auch, mit Fakten zu punkten, um ihre Sorgen und Ängste zu verringern. Schauen wir uns einige dieser Eckpunkte mal genauer an. Was spricht für den Sex in der Schwangerschaft und was dagegen? Einige Sorgen sind durchaus berechtigt, andere gehören dem Reich der Mythen an.

Das spricht FÜR den Sex während der Schwangerschaft

  • Dem Kind kann, sofern es keine anderweitigen Komplikationen während der Schwangerschaft gibt, aufgrund seiner „Lagerung“ in der Fruchtblase auch bei heftigen Bewegungen nichts passieren.
  • Die Stimmung der werdenden Mama überträgt sich auch auf das ungeborene Kind. Da Sex im Allgemeinen positive Gefühle erzeugt, wird auch das Kind positiv geprägt.
  • Ein insgesamt harmonisches Zusammenleben, bei dem auch der Sex nicht zu kurz kommt, wirkt sich nachhaltig positiv auf das Kind aus. Die allgemeine Grundstimmung des Kindes wird nach der Geburt ruhiger und zufriedener ausfallen.
  • Wenn der errechnete bzw. der Wunschtermin der Geburt erreicht ist, kann Sex sehr positiv auf die Geburt einwirken. Die im Sperma enthaltenen Prostaglandine wirken wehenfördernd und können das häufig empfohlene Treppensteigen ersetzen oder zumindest positiv ergänzen.
  • Es ist unmöglich, dem Embryo zu schaden, in dem man es „erdrückt“. Sowohl Druck als auch Erschütterungen haben keinen negativen Einfluss auf die Gesundheit des Ungeborenen.
  • Während der Schwangerschaft sind viele Frauen wesentlich empfindlicher im Bereich ihrer Vagina. Das liegt an der deutlich verbesserten Durchblutung von Schamlippen und Klitoris. Sie kann also schnellere und intensivere Orgasmen erleben.
  • Da das Thema Verhütung während der Schwangerschaft wegfällt, könnt ihr euch unbeschwert eurer Lust hingeben.

Das spricht GEGEN den Sex während der Schwangerschaft

  • Sollte es bereits einmal zu einer Fehlgeburt bei deiner Partnerin gekommen sein, kann Sex während der Schwangerschaft ein erneutes Risiko mit sich bringen.
  • Sexuell übertragbare Krankheiten können zu gravierenden Problemen für die Mutter und das ungeborene Kind führen. Wenn du sichergehen willst, dass in diesem Bereich kein Risiko besteht, kannst du dich kurzfristig und ohne lange Wartezeit auf diverse Krankheiten testen lassen. Folgende Krankheiten kommen häufig vor, auch wenn sie zunächst unerkannt bleiben:
    • Herpes
    • Zytomegalie (HCMV)
    • HIV
    • Gonorrhö
    • Chlamydien
    • B-Streptokokken
Tipp: Natürlich kann man sich auch in einer Schwangerschaft mittels Kondomen gegen o.g. Krankheiten schützen und somit trotzdem Sex haben.

Welche Stellungen sind während der Schwangerschaft unbedenklich?

Grundsätzlich sind sämtliche Sexstellungen erlaubt, die euch Spaß bereiten. Wenn der Bauch allerdings ab dem 2. Drittel der Schwangerschaft immer dicker wird, gibt es ein paar Stellungen, die für Mutter und Kind angenehmer sind als andere. Solange es euch beiden Freude bereitet, könnt ihr alle Stellungen nutzen, die ihr im Kamasutra findet. Die einzige Grenze ist eure eigene Geschicklichkeit.

Die Löffelchen-Stellung

  • Die Löffelchen-Stellung ist sowohl für Mutter als auch Embryo sehr angenehm, weil kein Gewicht auf dem Babybauch lastet (obwohl das rein medizinisch kein Problem darstellt). Außerdem muss deine Partnerin sich überhaupt nicht anstrengen, denn du übernimmt die „Arbeit“. Bei dieser Stellung liegt ihr beide auf einer Körperseite und zeitgleich du hinter deiner Partnerin. So kannst du bequem in sie eindringen und brauchst dir auch keine Sorgen machen, ob du evtl. zu tief in sie eindringst.

Die Reiterstellung

  • Bei dieser Stellung solltest du auf dem Rücken liegen, während deine Partnerin sich auf deinen Penis setzt, um ihn in ihre Vagina eindringen zu lassen. Der Vorteil bei dieser Stellung ist, dass deine Partnerin selbst steuern kann, wie tief der Penis in sie eindringt. Geht ihr die Kraft für die Bewegungen aus, kannst du sie mit deinen Händen unter ihrem Po unterstützen.

Sex auf einem Stuhl

  • Diese Stellung ist der Reiterstellung sehr ähnlich. Du setzt dich so auf einen Stuhl, dass sie bequem auf deinem Schoß Platz nehmen kann. Idealerweise solltest du dabei ihren Rücken sehen können, damit ihr Bauch euch nicht im Weg ist. Sie kann auf diese Art, genau wie bei der Reiterstellung, die Tiefe und Geschwindigkeit selbst bestimmen.

Das Baby ist geschützt!

Das ungeborene Kind liegt wohlbehütet in der Fruchtblase und wird durch das Fruchtwasser vor Erschütterungen geschützt. Obwohl z. B. bei einem Orgasmus die Bauchdecke durchaus hart werden kann, schaden diese Kontraktionen dem Kind keinesfalls. Ihr könnt euch also unbesorgt miteinander vergnügen, sofern keine anderweitigen Komplikationen im Raum stehen.

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