Beziehungskrise Kind

Beziehungskrise Kind - Das erste Babyjahr ohne Trennung überstehen
Für junge Familien ist das 1. Babyjahr eine Herausforderung. Lies hier, wie du die Beziehungskrise Kind ohne Trennung meisterst.

Mit der Geburt des Kindes geht ein Traum in Erfüllung – das Baby ist der Gipfel der Liebe. Doch mit dem Baby ziehen oft auch zahlreiche Beziehungskiller in die junge Familie ein. Es ist vor allem das erste Jahr nach der Entbindung, die das Elternpaar auf eine harte Probe stellt und das manchmal sogar die Trennung des Elternpaares mit sich zieht. Durch Schwangerschaft und Geburt verändert sich das Verhältnis zwischen Mann und Frau und die Beziehungskrise Kind ist vorprogrammiert. Wir gehen den Ursachen auf den Grund und wollen dir Tipps geben, wie du mit deiner Partnerin gestärkt durch diese brenzlige Zeit gehen kannst.

Wie ihr das erste Jahr nach der Geburt schafft

Das erste Baby-Jahr ist die problematischste Zeit. Denn sie ist noch von den “Nebenwirkungen” der Schwangerschaft geprägt und mit der Entbindung kommt es zu der stärksten Veränderung – nämlich der Änderung vom Paar zur Familie. Der Grundstein für die Beziehungskrise Kind wurde somit bereits in der Vergangenheit gelegt, doch ausgelöst werden die Probleme in der Partnerschaft meist dann, wenn Übermüdung, Rückbildung der Hormone und dünnes Nervenkostüm im 1. Lebensjahr des Säuglings aufeinandertreffen.

Ist euer erstes Kind noch nicht auf der Welt, wird euch dieser ausführliche Ratgeber helfen, die typischen Krisenauslöser früher zu erkennen und ihr könnt euch schon jetzt darüber Gedanken machen, wie ihr miteinander umgehen werdet, wenn das neue Familienleben schwierig wird. Überlegt euch gemeinsam Strategien, wir ihr euch ein „dickes Fell“ zulegen könnt und wie ihr euch am besten verhalten solltet, wenn die Nerven blank liegen und sich Streit anbahnt.

Das erste Babyjahr: Von wegen Familienglück pur!

Statt Babyfreude kommt es in den ersten Wochen und Monaten sehr schnell zu Streiterei in der Partnerschaft. Was anfangs noch nicht allzu ernst genommen wird, entwickelt sich in vielen Familien schleichend bis zum Beziehungs-Aus, obwohl keiner der Beziehungspartner das will. Außenstehende sehen dem Paar den Zustand der Beziehung meist an -manchmal sogar, bevor das Paar selbst mitbekommt, dass die Beziehungskonflikte bereits vorangeschritten sind. Oft bekommen die frisch gebackenen Eltern gut gemeinte, aber selten hilfreiche Ratschläge wie

Das schafft ihr schon!
Das geht vorüber!
Da gewöhnt ihr euch dran!
Das muss sich alles erst noch einspielen!

Bei Beziehungskrisen gilt: Steter Tropfen höhlt den Stein. Beziehungsprobleme schleichen sich langsam ein, bleiben lange unbemerkt und unausgesprochen. Umso länger das Paar die Beziehungskrise hinnimmt und ihr nicht entgegensteuert, desto größer wird die Gefahr, dass sich die Eltern während der Krise immer mehr von einander entfernen und regelrecht auseinanderleben.

Wichtig ist es deshalb, sich gegenseitig nicht nur als Mama und Papa wahrzunehmen, sondern sich die Paarbeziehung zu erhalten und sich nicht ausschließlich auf Kind und Familie zu konzentrieren. Klar, das Baby steht im Vordergrund, doch Elternschaft bedeutet nicht, das eigene Leben vollkommen aufzugeben. Nur, wer mit sich und dem eigenen Leben zufrieden ist, kann ein guter Elternteil sein.

Warum kommt es bei Eltern zur Beziehungskrise Kind?

Am häufigsten betroffen sind Mütter und Väter, die ihr erstes Kind bekommen. Das Paar hat sich in einer vollkommen anderen Situation kennengelernt und bis zur Schwangerschaft meistens ein gänzlich anderes Leben geführt. Beide Elternteile entwickeln sich durch das Baby weiter; nicht immer in eine Richtung, die dem Beziehungspartner gefällt. Sobald die Frau schwanger ist finden bereits erste Veränderungen statt, deren Ausmaße und Auswirkungen dem Paar kaum bewusst sind.

Wo zuvor noch Leichtigkeit, ungetrübte Lebenslust, Job und Paarbeziehung im Vordergrund standen, schleichen sich mit jedem Schwangerschaftsmonat und nach der Geburt zunehmen die nachfolgend erörterten Themen in die Beziehung – und sorgen oft für Entzweiung.

Schwangerschaftsbeschwerden

Du bist oder wirst Papa und kennst es. Statt gemütlichen Kuscheln im Bett umarmt deine Partnerin den Kotzeimer. Du kommst gestresst von der Arbeit, doch statt dem Feierabendbierchen wartet zuhause der komplette Haushalt auf dich oder der nächste Termin beim Frauenarzt steht an – von wegen wohlverdienter Feierabend. Eben noch gut gelaunt, mutiert die Liebste in Sekundenschnelle zur Superzicke oder dicke Tränen kullern über ihr Gesicht, weil die Kaffeemaschine gerade den Geist aufgegeben hat. Trotz allem Verständnis, dass die Schwangere unter hormonellen Einflüssen leidet – für einen werdenden Papa ist die Partnerin mit ihren Stimmungsschwankungen unberechenbar. Wie man reagiert, ist es falsch und auch uns Männern gehen schon mal die Nerven durch, weil wir mit dieser neuen Situation gelegentlich überfordert sind.

Tipp: Die Schwangerschaft ist bzw. war ein Ausnahmezustand für euch beide. Die typischen Schwangerschaftsbeschwerden kannst du deiner Partnerin nicht abnehmen und wir Väter können sie auch nicht nachempfinden. Es ist deshalb vor allem an uns Männern gelegen, Rücksicht auf die Partnerin zu nehmen und dazu gehört auch, mal einstecken zu können. Selbst, wenn die werdende Mama dich grundlos anzickt oder ihre Traurigkeit trotz allen Tröst-Versuchen nicht weichen will. Häufige Gespräche helfen. Allerdings bringt eine Diskussion nichts, wenn sie ausgerechnet dann geführt wird, während die Herzensdame ihre zickige Phase hat. Nutze die Gunst der Stunde, wenn weder Übelkeit noch Traurigkeit oder Rückenschmerzen sie plagen, um ihr deine Gefühlswelt mitzuteilen. An Tagen, an denen es ihr gut geht, solltet ihr unbedingt etwas Schönes zusammen machen. Geht essen, ins Kino oder raus in die Natur oder trefft euch mit Freunden. Seht zu, dass ihr dann das Thema Schwangerschaft für ein paar Stunden ausblendet und ihr wieder als Paar aufeinander zugeht. Es muss sich nicht immer alles um das Baby drehen.

Zukunftsängste

Ihr werdet euch in der Schwangerschaft und nach der Geburt mehr als einmal damit befassen, ob ihr das alles schaffen werdet. Dem Kind gute Eltern zu sein, immer genug Geld für die Familie zu haben, lange gesund und leistungsfähig zu bleiben. Es gibt 1001 Gedanken, die ihr euch machen könnt und natürlich auch machen sollt. Aber: Irgendwann solltet ihr es gut sein lassen.

Tipp: Übermäßige Sorgen sind einer der effizientesten Beziehungskiller. Erst recht, wenn sie womöglich noch mit Schuldzuweisungen einhergehen. Macht euch immer wieder bewusst, dass jedes Elternpaar sich die gleichen Gedanken macht und vor den gleichen Sorgen steht. Akzeptiert und macht euch bewusst, dass ihr zwar viel planen könnt, dass aber das Schicksal nicht vorher bestimmbar ist. Die Dinge kommen, wie sie kommen. Entwickelt ein gesundes Vertrauen darauf, dass ihr zusammen Lösungen schafft, wenn dies notwendig ist. Bis dahin genießt die Zeit als Paar und die Zeit als Familie.

Körperliche Veränderungen

Mit der Schwangerschaft kommen die Kilos, dicker Babybauch, Schwangerschaftsstreifen, weichere Haut, körperliche Wehwehchen, Kurzatmigkeit und die hormonelle Veränderung. Manche Schwangere haben mehr Lust auf Sex, manche weniger oder gar nicht. Das alles wirkt sich auf eure Beziehung aus.

Tipp: Die körperlichen Veränderungen der Frauen können wir nur ansatzweise nachempfinden. Einige Männer stören sich am höheren Körpergewicht der Partnerin – da hilft nur: In sich gehen. Eine Schwangerschaft verändert den weiblichen Körper und das ist zu akzeptieren. Es braucht nicht viel Phantasie, um zu erahnen, dass mit größerem Babybauch und Atemnot die Lust an anstrengenden Sexstellungen schlicht flöten geht. Viele Männer finden ihre schwangere Frau erst recht attraktiv und sexy und können von Sex in der Schwangerschaft gar nicht genug bekommen. Geht es dir so, dann nutze jede Gelegenheit, deiner Partnerin das zu sagen und zu zeigen. Trotzdem: Wenn sie keinen Sex will, musst du Rücksicht nehmen. Notfallplan: Selbst ist der Mann! Du solltest in jedem Fall mit deiner Partnerin darüber reden, wenn du mehr Lust hast als sie. Sage ihr, dass du ihr reduziertes Lustempfinden akzeptierst, du jedoch deinen Druck trotzdem hast. Immerhin hast du ja eine super erotische Frau um dich herum, die du liebst und begehrst.

Seelische Veränderungen

Das Baby wird zum Lebensmittelpunkt, um den sich alles dreht. Als Elternteile wachst ihr in die große Verantwortung hinein und plötzlich gibt es da einen kleinen Menschen, der all eure Liebe und euren Schutz braucht. Viele anderen Dinge werden zur Nebensache. Häufig ist es die Mutter, die nun ihre Augen nur noch auf das Kind richtet. Sie folgt ihrem natürlichen Instinkt, denn das Baby braucht sehr viel Zuwendung. Doch deine Partnerin sollte nicht ihr Frau-Sein vollkommen aufgeben und „nur“ noch Mutter sein.

Tipp: Fühlst du dich von deiner Frau zurückgesetzt, solltest du dies unbedingt ansprechen. Dies gilt auch, wenn du den Eindruck hast, dass ihr die Beziehung nicht mehr wichtig erscheint. Mache ihr mit liebevollen Worten klar, dass es auch noch das “Wir” gibt, welches das Zentrum eurer Familie ist. Gäbe es euer „Wir“ nicht, gäbe es auch eure Familie nicht. Vorwürfe sind jedoch nicht angebracht. Sprich stattdessen häufig mit deiner Partnerin darüber, wie sie sich fühlt, was sie sich wünscht oder welche innerlichen Veränderungen sie an sich bemerkt. Im gemeinsamen Gespräch findet sich fast immer eine neue Annäherung statt, da ihr eure Gedanken austauscht, neue Gemeinsamkeiten, aber auch Veränderungen beim Gegenüber feststellt. Indem ihr euch damit auseinandersetzt, gelingt es euch, mehr Verständnis für einander aufzubringen.

Veränderte Lebensgewohnheiten

Nach wie überwiegt die klassische Rollenverteilung in der Familie. Väter schaffen das Geld heran, Mütter kümmern sich um Kinder und Haushalt. Am Abend gehst du mit deinen Kumpels auf ein Bier, deine Partnerin sitzt vollkommen k. o. vor dem Fernseher und faltet die frisch gewaschene Babywäsche. Bevor das Baby kam, seid ihr zusammen zu Freunden gegangen oder habt etwas anderes gemeinsam unternommen. Jetzt ist an Freizeit unter der Woche kaum noch zu denken und an den Wochenenden seid ihr beide erschöpft. Statt einem romantischen Kurztrip gibt´s jetzt Abhängen auf dem Sofa – natürlich im Jogginganzug. Die Beziehungskrise Kind schlägt voll zu. Ihr entzweit euch als Paar. In zwei oder drei Jahren hast du vielleicht eine Affäre mit einer jüngeren kinderlosen Frau, während deine Partnerin nur noch für Haushalt, Kinder und Spielplatzbesuche zuständig ist.

Tipp: Spanne Opa, Oma, Patentante und Patenonkel als Babysitter ein und entführe deine Frau zu einem romantischen Wochenendtrip in der Nähe. Dann könnt ihr richtig abschalten, als Paar eine schöne Zeit zusammen verbringen und notfalls seit ihr ruckzuck beim Kind, wenn etwas sein sollte. Manche Eltern müssen erst wieder lernen, mal für ein paar Stunden nicht Eltern zu sein. Geht es dir oder deiner Frau so, dann fangt langsam mit dem Abnabelungsprozess an. Bringt euren Zwerg für ein paar Stunden zu den Großeltern und geht schick essen oder ins Kino. Außerdem solltest du deine Partnerin mal mit ein paar Freundinnen los schicken und dich selbst um deinen Nachwuchs kümmern. Das ermöglicht der Mama eine Auszeit und gibt ihr Gelegenheit, für einige Stunden abzuschalten.

Veränderung der Sexualität

Nicht nur in der Schwangerschaft verändert sich die Sexualität, sondern ebenfalls nach der Geburt. Wo ihr vorher noch ungehemmt alle erdenklichen Sexstellungen und Sex-Spielarten ausprobiert habt, frisst sich vielleicht bei einem von euch eine innere Blockade fest. Gründe dafür können sein:

  • Anblick bei der Geburt
  • Mama-Sein & Sex passt nicht zusammen (häufige Empfindung kurz nach der Entbindung)
  • reduziertes Lustempfinden (z. B. aufgrund von Müdigkeit oder weil das Baby zwischendrin weint)
  • Trauer, weil die schöne Zeit der Schwangerschaft vorbei ist
  • ihr müsst jetzt wieder an Verhütung denken
  • Unzufriedenheit mit dem Körper nach der Schwangerschaft

Tipp: Hier kann langsame Annäherung helfen. Vielleicht kommt ihr mit sanfteren Sexpraktiken momentan besser klar oder ihr verschiebt den Sex auf Tage, an denen das Baby bei den Großeltern ist. Fühlt ihr euch gehemmt, kann vielleicht ein gutes Glas Rotwein dabei hilfreich sein, den Kopf wieder frei zu machen.

Berufliche Unzufriedenheit

Mütter, die vor dem Baby beruflich erfolgreich waren, leiden häufig in der Babyzeit darunter, “nur” noch für das Kind da sein zu können. Diese Unzufriedenheit überträgt sich auf die Beziehung und ist ebenfalls ein häufiger Auslöser für eine Beziehungskrise.

Tipp: Elternzeit aufteilen! Sprecht darüber, wie ihr Lösungen schaffen könnt. Deine Partnerin sollte zumindest ein paar Stunden in der Woche arbeiten, um zufriedener zu sein. Eventuell kommt auch ein Job in Betracht, den sie zuhause ausüben kann. Es kann sein, dass deine Partnerin nicht zuhause arbeiten will, sondern es braucht, dass sie mal raus kommt. Hierbei solltest du sie unterstützen – gilt auch für den Haushalt und die Versorgung des Babys.

Erwartungshaltungen

Deine Frau erwartet sich mehr Unterstützung im Haushalt oder bei der Babyversorgung. Du wünschst dir mehr Zuwendung. Es fehlt dir, gemeinsam mit deiner Partnerin einen babyfreien Abend zu genießen, während sie einfach mal länger als 2 Stunden am Stück schlafen will. Fühlt sie sich nur noch als Mutter und Hausfrau? Fühlst du dich nur noch als Versorger der Familie? Wie sind eure Erwartungen an den jeweils anderen? Was kann sie, was kannst du anders machen?

Tipp: Reden, reden und nochmals reden! Wenn ihr wisst, was ihr voneinander erwartet, könnt ihr euch beide darauf einstellen und überlegen, wie ihr dem gerecht werden könnt. Oft sind es die kleinen Dinge im Alltag, die entweder alleine zur Krise führen oder die sich anbahnende Beziehungskrise Baby fördern.

Verschiebung der Interessen

Elternpaare distanzieren sich manchmal unbewusst voneinander, wenn sie sich nur noch ums Kind kümmert und er sein Augenmerk auf Job und Freundeskreis richtet. Triften die Interessen nach einigen Wochen oder Monaten soweit auseinander, dass es kaum noch Gemeinsamkeiten gibt, folgt das Auseinanderleben, das meist der Grund für eine spätere Trennung ist.

Tipp: Wie bereits schon zuvor erwähnt, gilt es für euch als Eltern, immer an eure Beziehung zu denken und diese zu pflegen. Vor dem Kind seid ihr ein Team mit vielen Gemeinsamkeiten gewesen. Sorgt immer dafür, dass diese Gemeinsamkeiten nicht in Vergessenheit geraten oder zu kurz kommen. Liebt ihr den Sport? Verbindet euch die Musik? Reist ihr gerne? Ganz egal, was euch verbindet – kümmert euch drum und schafft euch den Rahmen, dies ausleben zu können. Spannt die Verwandtschaft und den Freundeskreis als Babysitter ein.

Konflikte mit der eigenen Biographie

Werden aus Mann und Frau Eltern, verändert sich der Bezug zum Thema Familie. Beide Elternteile reifen heran und befassen sich oftmals mit der eigenen Biographie. Gab es einschneidende Erlebnisse in der eigenen Kindheit, kann dies zu Konflikten innerhalb der gemeinsam gegründeten Familie führen. Zwar sind dann nicht als Auslöser der Beziehungskrise Baby oder Schwangerschaft zu sehen, doch Geburt und Kind können Aktivator sein, unbearbeitete Kindheitserinnerungen und Traumata wieder ins Bewusstsein zu rufen. Dies gilt beispielsweise bei familiärer Gewalt, Missbrauch, Verlust von Vater oder Mutter.

Tipp: Eine Bearbeitung des Themas ist empfehlenswert. Dies kann z. B. in einer Selbsthilfegruppe, in einer klassischen Gesprächstherapie oder in einer Hypnosetherapie passieren. Letztere ist vor allem dann zu empfehlen, wenn die Erinnerungen verdrängt und für das Bewusstsein nicht zugänglich sind.

Eifersucht

Kommt ein Baby auf die Welt, denkt niemand über ein Gefühl wie Eifersucht nach. Dieses Gefühl nimmt man allenfalls bei Geschwisterkindern an, die sich nach der Geburt des Babys zurückgesetzt fühlen können. Doch sogar Väter und Mütter können vom Gefühl der Eifersucht gepackt werden, wenn sich plötzlich alles nur noch um das Baby dreht.

Frauen geht es häufig so, doch es ist ein Tabuthema darüber zu sprechen. Waren sie noch in der Schwangerschaft die wichtigste Person, um die sich alles drehte, rücken Mütter nach der Entbindung mit ihrem Gefühlschaos oft in den Hintergrund, fühlen sich alleine gelassen und nicht mehr wichtig. Jeder will jetzt nur noch das Baby sehen und über seine Entwicklung auf dem aktuellsten Stand gehalten werden. Wie es der Mutter und der Frau geht, die noch kurz zuvor im Mittelpunkt aller stand, interessiert oftmals nur am Rande. Ähnlich kann es sein, wenn Oma, Opa, Onkels und Tanten sich ständig um das Baby kümmern wollen und die Mama das Babyglück nicht ausgiebig genug genießen kann. Vätern kann das übrigens ähnlich ergehen. Entweder werden sie kaum beachtet oder werden aus dem Babyglück ausgeschlossen, weil die Mama oder die Großeltern ständig das Baby versorgen und der Papa keine Gelegenheit bekommt, sich um das Kind zu kümmern.

Tipp: Beobachten und ansprechen! Fehlt der Mama persönliche Anerkennung, kannst du dich intensiver um sie kümmern. Wirst du ausgeschlossen und willst mehr Zeit mit deinem Kind verbringen, sprich dies an. Haben deine Partnerin oder du das Gefühl, die Verwandtenbesuche nerven und stören euch dabei, die Elternzeit in aller Ruhe zu genießen, macht die Verwandtschaft darauf aufmerksam, dass ihr euch zwar freut, dass man sich so um euch kümmert, aber macht auch klar, dass ihr ab sofort nur noch einmal die Woche Verwandtenbesuche zulasst.

Überforderung

Windeln wechseln, Stillen, Babyfläschchen, Brei füttern, Zahnen, Haushalt, putzen, kochen und das Abarbeiten der Wäscheberge ist jede Menge Arbeit, die erst einmal geschafft sein will. Vielleicht ist das Baby häufig quengelig, schläft nur wenig oder beansprucht dich und die Mama sehr intensiv. Dann könnt ihr schnell an eure Grenzen kommen und die Beziehungskrise lässt nicht lange auf sich warten.

Tipp: Unterstützt euch gegenseitig, seid nachsichtig miteinander, sprecht offen an, was euch nervt und sucht gemeinsam nach Lösungen, wie ihr den Stress abbauen könnt. Ihr könnt Großeltern und Freunde um Unterstützung bitten. Fragt eure Hebamme nach Tipps. Wenn ihr es euch finanziell leisten könnt, überlegt zusammen, ob ihr euch ab und zu einen Babysitter gönnt oder eine Haushaltshilfe nehmen wollt. Hilfreich ist es, wenn ihr die anstehenden Aufgaben so verteilt, wie es euch am leichtesten fällt. Wenn ihr zusammen als Team die ersten Wochen nach der Geburt meistert, gelingt es euch eher, die Beziehungskrise Kind zu verhindern.

Müdigkeit

Mit dem Baby wird euer gesamtes Leben von einem Tag auf den anderen auf den Kopf gestellt. Schlaflose Nächte, viele neue Aufgaben, emotionale Belastungen, wenn das Kind schreit, zahnt oder krank wird – das fordert euch auf eine vollkommen neue Weise. Es dauert einige Wochen und Monate, bis alles funktioniert und ihr euch an das neue Leben mit Kind gewöhnt habt. Bis dahin plagt euch Müdigkeit, die wiederum zur Strapaze der Nerven wird – und das begünstigt Streit in der Beziehung.

Tipp: Wenn ihr müde seid, genügt schon ein winzig kleiner Anlass, ein falsches Wort oder ein schräger Blick, um euch an die Decke zu bringen. Macht euch das immer wieder bewusst. Schlaft, wann immer ihr die Möglichkeit habt. Das stärkt das Nervenkostüm. Musst du morgens früh aufstehen, aber in der Nacht ist an Schlaf nicht zu denken, weil das Baby ständig weint, quartiere dich mit Absprache deiner Frau mal eins, zwei Nächte aus. Schlafe im Wohnzimmer oder bei deinen Eltern. Am Wochenende gönne deiner Partnerin ein oder zwei Nächte ohne Babygeschrei und Windelwechseln. Sucht zusammen nach Möglichkeiten, wie ihr euch gegenseitig entlasten könnt.

Dafür einige Beispiele:

  • Urlaubstage für die ersten Wochen nach der Geburt aufheben.
  • Öfter Essen vom Lieferdienst bringen lassen.
  • Schnelle und einfache Gerichte kochen.
  • Größere Mengen vorkochen, am nächsten Tag aufwärmen.
  • Gemeinsamer Großeinkauf statt täglich frisches Einkaufen.
  • Bügelwäsche nur im äußersten Notfall erledigen.
  • Hundesitter suchen, Nachbarskind mit dem Hund Gassi gehen lassen.
  • Opa um Hilfe bei der Gartenarbeit bitten.
  • Am Wochenende einfach mal lange im Bett liegen bleiben, statt um 8 Uhr staubsaugen und Wohnung putzen.
  • Mit dem Baby über´s Wochenende in ein Familienhotel verreisen.
  • Beziehungskrise Kind: Gemeinsam meistern

Kaum ein Elternpaar hat die Zeit der Schwangerschaft und das erste Babyjahr ohne Krisen gemeistert. Aber selten wird darüber geredet, weil von frisch gebackenen Eltern erwartet wird, dass sie glücklich zu sein haben. Schließlich ist ein Baby das Schönste, was Eltern passieren kann. Doch bei all der Freude über den Nachwuchs gibt es all diese Veränderungen, auf die wir unterschiedlich reagieren und die uns verändern.

Dass es unter all diesem Stress, der neuen Verantwortung und dem neuen Lebensstil zu Beziehungsproblemen kommt, ist überhaupt nicht verwunderlich, sondern eine vollkommen normale Reaktion, die fast keinem Paar erspart bleibt.

Das Falscheste, was ihr tun könnt: Die Situation einfach so hinzunehmen und euch mit dem Gedanken zu beruhigen, dass das schon wieder wird. Besprecht euch, streitet euch nicht, sondern stützt euch gegenseitig und erkennt euch gegenseitig eure Leistungen an. Vater sein, Mutter sein – das sind zwei knallharte Jobs, die euch fordern, aber euch stark machen, wenn ihr zusammenhaltet und das gemeinsame Ziel vor Auge habt: Familie sein. Dann geht ihr den besten Weg und habt die besten Chancen, aus der Beziehungskrise Kind echtes Familienglück zu schaffen.

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