Nabelschnurblut ,spenden oder privat einlagern?

In Zukunft kann das Nabelschnurblut zum Schutz des eigenen Kindes beitragen. Insbesondere bei widerstandsfähigem Blutkrebs findet Nabelschnurblut seinen erfolgreichen Einsatz. Um hier in naher Zukunft noch mehr Menschen helfen zu können, macht sich eine Einlagerung des so lebensrettenden Nabelschnurbluts erforderlich. In der Regel müssen jedoch die Eltern hierfür selbst aufkommen.

Nabelschnurblut – Spenden kann Leben retten

Vom Sinn der Einlagerung des Nabelschnurbluts

Bislang sind sich Ärzte und Anbieter noch nicht einig, welchen Sinn die Einlagerung von Nabelschnurblut macht. Während Mediziner einzig die Gegenwart betrachten, sehen private Anbieter bereits in die Zukunft.
Die in der Nabelschnur vorhandenen Stammzellen bilden die Basis der regenerativen Medizin. Dank der stetigen Entwicklung innerhalb der Stammzellenforschung bieten sich bislang unbekannte Möglichkeiten, zahlreiche große Volkskrankheiten zu behandeln. Hierunter fallen auch verschiedene Erkrankungen, die sich hauptsächlich im höheren Alter bemerkbar machen. Führende Wissenschaftler vertreten die Meinung, dass in Kürze rund jeder siebente Mensch irgendwann einmal eine Stammzellen-Therapie benötigen wird.

Vorteile von Nabelschnurblut

Die im Nabelschnurblut enthaltenen Stammzellen bieten eine Vielzahl an Vorteilen. Für an Leukämie erkrankte Kinder ist Nabelschnurblut stets die erste Wahl. Knochenmarkzellen Transplantationen werden nur noch relativ selten durchgeführt.
Die Stammzellen können problemlos von der Hebamme unmittelbar nach der Geburt in einem sterilen Behälter aufgefangen werden. Weder das Neugeborene noch die junge Mutter verspüren während diesem Prozess Schmerzen. Der geringe Blutverlust verursacht bei einem gesunden Säugling keinerlei Probleme.
Für einen Kostenaufwand, der zwischen 1500 und 3000 Euro liegen kann, findet im Großen und Ganzen eine Einlagerung von wenigstens 20 Jahren statt. Durch die hervorragende Kühlung bei -196 °C in flüssigem Stickstoff ist ein Lagern der Stammzellen über mehrere Jahrzehnte möglich – ohne dass diese ihre heilende Wirkung verlieren. Durch das Verwenden körpereigener Zellen werden mögliche Gefahren von Infektionen und Unverträglichkeiten vermieden.

Welche Krankheiten mit Nabelschnurblut geheilt werden können

Bislang reicht die Erkenntnis der Forschung soweit, dass die Stammzellen des Nabelschnurbluts bei relativ wenigen Krankheiten hilfreich sind.
Bei Erbkrankheiten und Blutkrebs kommt nach wie vor Blut von erwachsenen oder fremden Spenders zum Einsatz. Das eigene Nabelschnurblut bildet hier eher die Ausnahme. Begründet liegt dies darin, dass sich die Vorläufer der Krebszellen beim Kind bereits vor dessen Geburt bilden. Diese finden dann auch ihren Weg in die Nabelschnur. So würden diese bei einer Therapie mit dem Nabelschnurblut erneut in den Körper gelangen. Ähnlich verhält es sich mit Erbkrankheiten, da das Nabelschnurblut die gleichen Gendefekte enthält.
Seitens privater Nabelschnurbanken wird ein wenig mehr in Richtung Zukunft geblickt. Neben Erbkrankheiten und Leukämie befinden sich derzeit zahlreiche Studien in Arbeit, die den Einsatz von Nabelschnurblut bei Hirnschädigungen revolutionieren sollen. Bislang konnten gute Resultate in Bezug des Einsatzes der Stammzellen bei der iPS-Zelltechnologie oder der Gentherapie erzielt werden.
Die Stammzellen, die aus dem Stützgewebe der Nabelschnur stammen, weisen eine besondere Wandlungsfähigkeit auf. Daher können diese künftig für Behandlungszwecke von Störungen des Immunsystems sowie zur Regeneration von Organen ihren Einsatz finden.
Wer für die Einlagerung von Nabelschnurblut keine hohen Kosten eingehen will, kann in einigen Kliniken eine öffentliche Spenderbank nutzen. Dies birgt den Vorteil, einem schwerkranken Kind helfen und dessen Leben retten zu können.

Hoffnungen ruhen auf neuen Therapien mit Nabelschnurblut

Bei Leukämie- und Erbkrankheiten werden schon heute Stammzellen der Nabelschnur verwendet. Innerhalb der Krebsmedizin nehmen diese eine maßgebliche Rolle ein. Mit weiteren laufenden Studien werden Hoffnungen verknüpft, dass diese später auch erwachsenen Personen bei Krebserkrankungen helfen können. Ferner soll eine Einbindung derselben in die Behandlung von frühkindlichen Hirnschädigungen möglich sein.

Behandlung von Blutkrebs bei erwachsenen Patienten

Bei Kindern konnte sich das Nabelschnurblut bei Leukämie-Erkrankungen bislang sehr gut bewähren. Auf das Spenden von Knochenmark kann fast komplett verzichtet werden. Die Zellen der Nabelschnur weisen eine hohe Toleranz auf. Zudem zeigen sie nur eine verschwindend geringe Neigung, den Organismus des Spendenempfängers zu attackieren. Basierend auf ihrer Jugendlichkeit können sie gut wachsen und verfügen in ihrem Erbgut über wenig Schäden.

Da die Nabelschnur jedoch nur relativ wenig Blut enthält, kommen in ihr auch nur geringe Mengen an Stammzellen vor. Desto weniger Zellen im Rahmen einer Transplantation übertragen werden, umso minimaler werden die Erfolgsaussichten. Daher kann es insbesondere bei erwachsenen Betroffenen zu ernsthaften Problemen kommen. Bis zum Wiederaufbau des Immunsystem vergeht eine zu lange Zeit. Während dieser Phase hat der Organismus relativ wenig den Krankheitserregern entgegen zu setzen.

Aus diesem Grunde verabreichen Ärzte erwachsenen Patienten die doppelte Menge des Nabelschnurbluts, was jedoch zur Folge hat, dass zwei Spender pro erwachsene Person benötigt werden. Hieraus wiederum entsteht ein erheblicher Verlust an Reserven.

Nabelschnurblut im Einsatz gegen Hirnschädigungen

Sehr große Hoffnungen machen sich Forscher im Einsatz von Nabelschnurblut zur Behandlung frühkindlicher Hirnstörungen. Ausgelöst werden diese zumeist durch einen Mangel an Sauerstoff, wodurch spastische Lähmungen beim Kind hervorgerufen werden können.

Erste Erfolge konnten in Südkorea 2013 nachgewiesen werden. Die Therapie mit Nabelschnurblut hat die geistigen Fähigkeit wie auch die Motorik wesentlich verbessern können. Bis zum Jahresende 2016 sind weitere Studien in der Endphase. Sollten diese von Erfolg gekrönt werden, bestehen gute Hoffnungen für positive Erfolge.

Bei anderen Erkrankungen stehen die Chancen weniger gut. So zeigen sich kaum spürbare Erfolge bei Diabetes Typ I.  Durchgeführte langjährige Studien machen wenig Hoffnungen auf eine Heilung durch Nabelschnurblut.

Wo Nabelschnurblut spenden – private oder öffentliche Banken?

Wie zuvor beschrieben, kann das Nabelschnurblut eine Vielzahl an Erkrankungen heilen. Eine Spende von Nabelschnurblut kann also Leben retten. Viele Eltern stellen sich nun die Frage, ob sich das Einlagern in einer privaten oder einer öffentlichen Nabelschnurbank lohnt.

Weltweit sind mittlerweile bereits 30.000 Patienten mit Nabelschnurblut behandelt worden, im Großen und Ganzen handelte es sich hierbei um Erbkrankheiten sowie Leukämie-Erkrankungen. Die Einlagerung der bedeutsamen Nabelschnur Stammzellen ist durchaus sinnvoll.

Für die Entscheidungsfindung der Einlagerung sind einerseits die entstehenden Kosten sowie andererseits die Verfügbarkeit maßgebend. Während öffentliche Banken das Nabelschnurblut der Allgemeinheit zur Verfügung stellen, womit die Einlagerung desselben für die Spender kostenlos ist, reservieren private Banken die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut einzig für das eigene Kind. Hierfür fallen jedoch Kosten an, die von den Eltern zu tragen sind.

Eine Spende bei einer öffentlichen Nabelschnurbank

Innerhalb Deutschlands existieren derzeit fünf öffentliche Banken, in denen Nabelschnurblut kostenlos eingelagert werden kann. Die Finanzierung dieser öffentlichen Banken erfolgt durch Spenden und Geldern aus den einzelnen Krankenkassen. Auf Grund des zumeist fehlenden Geldes sind die Kapazitäten öffentlicher Banken sehr gering.
Wird Nabelschnurblut bei einer öffentlichen Bank gespendet, ist ein Zurückfordern ausgeschlossen. Eine Ausnahme gibt es nur dann, wenn dieses äußerst dringend benötigt wird. Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn die Spende zwischenzeitlich nicht schon für einen anderen Patienten genutzt wurde.

Von öffentlichen Banken wird nicht jede Spende an Nabelschnurblut eingelagert. Eine Einschränkung gibt es beispielsweise dann, wenn diese zu geringen Mengen an Blut oder Stammzellen enthalten.

Eine Spende bei einer privaten Nabelschnurbank

Eltern, die bei einer privaten Nabelschnurbank spenden, bleiben der Eigentümer. Dafür müssen die Eltern die Kosten der Einlagerung übernehmen. Entnommen werden kann die Spende in ganz Deutschland in zahlreichen Kliniken. In aller Regel werden die Proben über einen Zeitraum von wenigstens 20 Jahre aufbewahrt. Gegensätzlich zu den öffentlichen Banken lagern private Anbieter nahezu jede Spende ein, selbst dann, wenn es sich hierbei um ein geringeres Volumen handelt.

Fast alle Anbieter bieten inzwischen eine zusätzliche Öffentliche Listung an. Hierbei wird die Spende erstmal privat eingelagert, wenn es aber einen passenden anderen Patienten geben würde, wird man benachrichtigt und kann entscheiden ob man das Nabelschnurblut nicht doch spendet. In diesem Falle erhält man seine kompletten Ausgaben zurück.
Aktuell existiert rund ein halbes Dutzend an Nabelschnurbanken, in denen eine private Einlagerung einer Spende möglich ist. Zu den wichtigsten privaten Anbietern gehören:

eticur GmbH
Landsberger Str. 406
81241 München

Seracell Pharma AG
Alte Jakobstraße 85/86
10179 Berlin

stellacure GmbH
Perlickstraße 5
04103 Leipzig

VITA 34 AG
Deutscher Platz 5a
D-04103 Leipzig

Alternative auspulsieren lassen

Solange die Blutgruppen deiner Partnerin und des Kindes kompatibel sind, spricht nichts gegen das auspulsieren lassen. Hier geht auch nach der Geburt noch das sauerstoffreiche Blut über die Nabelschnur in das Blut des Kindes über. Wenn aber deine Partnerin z.B. Rh neg. ist und dein Kind pos., darf dies gar nicht durchgeführt werden. Am besten besprecht ihr zu Beginn der Geburt Euren Wunsch des auspulsieren lassens mit der Hebamme oder einem Arzt.

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