Gras, Ganja, Pot, Weed, Dope oder einfach nur Cannabis. Es gibt zahlreiche Begriffe, die für Marihuana stehen und je älter dein Kind wird, desto öfter wird es diese Bezeichnungen hören. Früher oder später – besser so früh wie möglich – führt kein Weg mehr daran vorbei, mit deinen Kindern oder deinem Kind über Cannabis zu sprechen. Dieses Thema ist heikel – überlege dir deswegen schon im Vorhinein gut, wie du es angehst. Damit du bei dieser Angelegenheit nicht allein bist, haben wir 6 hilfreiche Tipps für dich. 

Hanf, Cannabis, Marihuana, Haschisch und CBD: Was sind die Unterschiede? 

Bevor wir mit unseren Tipps loslegen, möchten wir dir noch einen Überblick über die verschiedenen Begriffe geben. Oft ist es gar nicht so einfach diese zu unterscheiden. Kurz zusammengefasst: 

  • Hanf: Die Hanfpflanze gehört zu den ältesten Nutzpflanzen der Welt und wird oft für Produkte wie Hanfkleidung oder Hanföl verwendet.  
  • Cannabis: Das ist das lateinische Wort für Hanf und des Öfteren in der Wissenschaft Verwendung. 
  • Marihuana: Beim Marihuana (gängigere Bezeichnung: Gras) handelt es sich um die getrockneten, harzhaltigen Blüten und blütennahen Blätter der weiblichen Hanfpflanze. 
  • Haschisch: Hasch ist das gesammelte und gepresste Harz und wird von den mit Harz besetzten Blüten und Blättern der Hanfpflanze gewonnen. 
  • CBD: CBD steht für Cannabidiol und wird ebenfalls aus der weiblichen Hanfpflanze gewonnen. Der Hanfpflanze wurden über 60 Cannabinoide (Bestandteile) nachgewiesen: Die bekanntesten sind THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD.  

Prinzipiell gilt: 

Nur blühende weibliche Hanfpflanzen werden als Arznei- und somit auch Drogenmittel verwendet. Dabei gilt das Cannabinoid THC als psychoaktiv und fällt unter das Suchtmittelgesetz, während die reine CBD Wirkung als angstlösend und entzündungshemmend angesehen wird und keinen Rauschzustand verursacht. Cannabis und CBD können geraucht, inhaliert, gegessen oder getrunken werden. 

Normalerweise hat Marihuana eine beruhigende und entspannende Wirkung. Je nach Menge, Qualität oder physischen und psychischen Gegebenheiten können Sinnestäuschungen, Angstzustände oder Verwirrungen auftreten. 

Wie kann ich mit meinen Kindern über Cannabis sprechen? Unsere Tipps:

Nachdem wir den theoretischen Teil besprochen haben, kommen wir zum praktischen Part: dem Gespräch. Es muss nicht zwingend unangenehm werden – wir hoffen, unsere 6 Tipps nehmen dir ein wenig die Nervosität. Informiere dich und frag nach 

Bevor du mit deinem Kind sprichst, ist es wichtig sachliche Informationen über Wirkung und mögliche Gefahren einzuholen. Frage zu Beginn des Gesprächs bei deinem Kind nach, was es bereits über Cannabis weiß oder ob es im Freundeskreis schon Erfahrungen damit gegeben hat.

  • Zeit lassen und Standpunkt einnehmen

Nimm dir für das Gespräch ausführlich Zeit und „erschlage“ dein Kind nicht mit Vorwürfen oder Verboten, falls es bereits zum Cannabiskonsum gekommen sein sollte. Stelle auch allgemeine Fragen nach der Schule, Freundeskreis, Lebenswelt, Ansichten etc. Es muss sich beim Gespräch nicht alles nur um das Thema Cannabis drehen. Vertrete klar deine Haltung zu Cannabis, erkläre mögliche Risiken und begründe, warum dein Kind kein Cannabis konsumieren sollte. 

  • Sei ehrlich

Dein Kind wird dich fragen, ob du bereits Erfahrungen mit Marihuana gemacht hast. Bestreite dabei nicht deine Erfahrungen, aber du musst sie auch nicht im Detail erzählen. Verharmlose deine Erlebnisse nicht und betone, dass Cannabiskonsum das Risiko für Psychosen erhöhen kann. 

  • Achte auf Anzeichen 

Falls du dir nicht sicher bist, ob dein Kind Cannabis konsumiert, achte auf Anzeichen wie ein plötzlicher Leistungsabfall oder Abwesenheit in der Schule, vermehrter Rückzug oder Verschlossenheit, Apathie oder Gefühlsschwankungen. Versuche in einem Dialog mit deinem Kind mögliche Ängste oder Probleme herauszufinden und gemeinsame Lösungsansätze zu finden. 

  • Sprich über Risiken 

Kläre dein Kind darüber auf, dass Cannabis die Entwicklung des Gehirns beeinflussen kann und ein Risiko für Angstzustände immer gegeben ist. Darüber hinaus besteht auch ein Risiko für psychologische Abhängigkeit.

Besprich ebenfalls mögliche rechtliche Gefahren, vor allem in Bezug auf Kauf und Besitz von Cannabis oder dem Fahren unter Einfluss von Marihuana. 

Falls gewünscht, kannst du darauf eingehen, dass Cannabis und insbesondere CBD auch für medizinische Zwecke verschrieben wird – allerdings unter Aufsicht und Einschätzung des behandelnden Arztes. 

  • Stell dein Kind ins Zentrum 

Sei während des Gespräches offen und tolerant. Bestärke dein Kind darin, dass es immer mit dir reden kann und vermeide es, Vorträge zu halten. Stelle nicht die Substanz, sondern dein Kind ins Zentrum: Wie geht es deinem Kind? Wie läuft es in der Schule? Wo steht es gerade im Leben? 

Und last but not least: Vermeide es, das Zimmer deines Kindes nach Drogen zu untersuchen. Dies ist ein Eingriff in die Privatsphäre und könnte einen großen Vertrauensbruch mit sich bringen. Gib einem klärenden Gespräch den Vorrang.

Fazit: Versuche dich mit deinem Kind zu solidarisieren 

Abschließend bleibt zu sagen, dass es nicht den einen Leitfaden gibt, wie du mit deinem Kind über Cannabis reden solltest. Versetze dich am besten in deine eigene Jugendzeit zurück und denke darüber nach, wie du dir das Gespräch mit deinen Eltern gewünscht hättest. Auch ist das Thema sehr altersabhängig, mit einem 10-jährigen Kind spricht man anders als mit einem 15-Jährigen. Kurzum: Führe das Gespräch auf Augenhöhe und sei ein Vorbild für dein Kind.