Bild von Kindern und Geld

Kindergeld Ratgeber 2017

Ein Kind zu bekommen ist in Deutschland auch mit viel Bürokratie verbunden. Ein wichtiges Thema ist das Kindergeld, welches hierzulande ab dem Monat der Geburt eines Kindes gezahlt wird. Dabei handelt es sich entgegen der landläufigen Meinung nicht um Sozialleistungen, sondern um eine steuerliche Entlastung für Familien, die das Existenzminimum des Kindes sichern soll. Eltern haben pro Kind einen Kindergeldanspruch.

Wie viel Kindergeld wird gezahlt?

Ab 01.01.2017 gelten neue Beträge für das Kindergeld. Die Bundesregierung hat die Kindergeldzahlung pro Kind und Monat um 2 Euro (im Vergleich zum Vorjahr 2016) erhöht. Um dieses in Anspruch zu nehmen, musst du einen schriftlichen Antrag bei der für dich zuständigen Familienkasse einreichen.

So viel Kindergeld steht dir zu:

  • erstes und zweites Kind jeweils 192 € monatlich
  • drittes Kind 198 € monatlich
  • jedes weitere Kind 223 € monatlich

Dabei ist es nicht relevant, ob das Kind das erste oder zweite Kind mit deiner Partnerin ist. Auch Kinder aus früheren Beziehungen werden als sogenannte Zählkinder gewertet.

Wer hat Anspruch auf Kindergeld?

Einen Anspruch auf Kindergeld haben alle Eltern, die

  • ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort in Deutschland haben oder
  • hier unbeschränkt steuerpflichtig sind.

Das Wichtigste: Du musst Kinder haben! Diese müssen nicht unbedingt deine leiblichen Kinder sein. Auch für Adoptivkinder oder Pflegekinder besteht ein Anspruch auf Kindergeld. Vorausgesetzt, es bezieht keine weitere Person für das entsprechende Kind bereits diese steuerlichen Leistungen. Hierzu wurde im Zuge des Jahreswechsel 2015 / 2016 eine neue Regelung eingeführt, die es den Behörden erst dann erlaubt, Kindergeld für ein Kind auszuzahlen, dessen steuerliche Identifikationsnummer bei der zuständigen Familienkasse hinterlegt ist. So sollen Doppelzahlungen verhindert werden.

Kindergeldanspruch bei minderjährigen Kindern

Kindergeld wird für alle minderjährigen Kinder in Deutschland gezahlt. Der Anspruch besteht immer monatsweise. Ist dein Kind also im Juni geboren, bekommst du für Juni Kindergeld. Es ist unerheblich, ob der Knirps Anfang des Monats oder am Monatsende geboren wurde. Das Kindergeld wird bis zum 18. Geburtstag des Nachwuchses gezahlt, in einigen Fällen sogar darüber hinaus.

Kindergeldanspruch bei volljährigen Kindern

Dein Kind ist schon über 18 Jahre alt, befindet sich aber noch in der Schulausbildung, besucht die Hochschule oder absolviert eineBerufsausbildung? Glückwunsch! Dann habt ihr Anspruch auf die Fortzahlung des Kindergeldes – und zwar bis zu dem Zeitpunkt, bis das Kind die Ausbildung abgeschlossen hat, spätestens aber mit Vollendung des 25. Lebensjahres erlischt der Kindergeldanspruch. Dies gilt übrigens auch, wenn das Kind bei der Bundesagentur für Arbeit arbeitslos gemeldet ist. Falls der Nachwuchs Wehrdienst oder Zivildienst gleistet hat, erhöht sich der Anspruch über das 25. Lebensjahr hinaus um die Anzahl der Monate, die der Ersatzdienst gedauert hat.

Unbegrenzte Dauer der Zahlung bei behinderten Kindern

Falls dein Kind mit einer Behinderung auf die Welt gekommen ist bzw. aufgrund einer Erkrankung oder eines Unfalls eine Behinderung erleidet, gelten die oben genannten Regeln nicht. Hier gibt es für die laufenden Kindergeldzahlungen keine Altersbeschränkung. Allerdings muss erwiesen sein, dass das Kind seinen Lebensunterhalt aufgrund seiner Behinderung nicht alleine bestreiten kann. Die Behinderung muss hierfür jedoch vor dem 25. Lebensjahr eingetreten sein.

So stellst Du den Antrag auf Kindergeld

Eigentlich bekommst du bei der Geburtenanmeldung am Standesamt die nötigen Amtsvordrucke mitgegeben. Falls dies nicht geschehen ist, kannst du dir diese Formulare entweder im Internet herunterladen oder bei der Bundesagentur für Arbeit abholen bzw. dort anrufen und um die Zusendung des Kindergeldantrags bitten, denn:

DER ANTRAG AUF KINDERGELD MUSS ZWINGEND SCHRIFTLICH ERFOLGEN.

Zusammen mit den nötigen Angaben im Antrag, musst du eine Geburtsbescheinigung und am besten direkt die Steueridentifikationsnummer des Kindes angeben, da es ansonsten keinerlei Auszahlung gibt. Aber keine Sorge, die Finanzämter sind da sehr schnell und arbeiten Hand in Hand mit den Meldestellen. Oftmals hast du schon zwei Wochen nach der Geburt deines Kindes diese Unterlagen zur Hand.

Sobald der Antrag bei der zuständigen Familienkasse eingegangen ist, dauert es knapp vier bis sechs Wochen, bis dieser bewilligt und zur Auszahlung angewiesen wird und die Kindergeldauszahlung erfolgt künftig regelmäßig.

Auch, wenn du den Antrag auf Kindergeldzahlung nicht sofort stellst: Kindergeld wird bis zu vier Jahre rückwirkend gezahlt. Etwas anders verhält es sich bei Beschäftigten im öffentlichen Dienst und Beamten. Hier wird das Kindergeld nicht von der Familienkasse angewiesen, sondern direkt durch den Dienstgeber bezahlt.

Weitere Hilfe für Geringverdiener: Der Kinderzuschlag

Der Kinderzuschlag wurde im Zuge der Hartz-IV-Reformen am 01.01.2005 eingeführt. Entgegen dem Kindergeld ist der Kinderzuschlag eine Sozialleistung, die zwar ebenfalls von der Familienkasse ausgezahlt wird, jedoch an bestimmte Voraussetzungen geknüpft ist. So darfst du z. B. kein Bezieher von Hartz IV sein. Hört sich komisch an oder? Aber genau hier knüpft das Gesetz an. Hartz-IV-Bezieher haben durch den Bezug der Hartz-IV-Leistungen ihren Bedarf gedeckt. Der Kinderzuschlag richtet sich an Alleinstehende oder Paare, die zwar genug verdienen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, durch die Geburt eines Kindes diesen Bedarf aber nicht mehr mit dem niedrigen Einkommen decken können.

Wer hat Anspruch auf den Kinderzuschlag?

Anspruch auf den Elternzuschlag haben alle Elternpaare oder Alleinerziehende, die ein unverheiratetes Kind unter 25 Jahren in ihrem Haushalt leben haben. Dieser Anspruch ist direkt an den Anspruch auf Kindergeld gekoppelt. Heißt: Verdient das Kind sein eigenes Geld und hat keinen Anspruch auf Kindergeld, gibt es auch keinen Anspruch auf Kinderzuschlag.

Damit ein Anspruch auf den Kinderzuschlag besteht, musst du dich einkommenstechnisch in einem Rahmen zwischen einem Mindest- und einem Maximaleinkommen bewegen. Das Mindesteinkommen ist festgeschrieben. Es beträgt:

  • bei Alleinerziehenden 600 Euro
  • bei Elternpaaren 900 Euro

Das Maximaleinkommen ist nicht immer gleich, da es sich nach der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen richtet. Als Berechnungsgrundlage gelten die Regelsätze von Hartz IV.

Wie hoch ist der Kinderzuschlag?

Seit dem 01.01.2017 gelten neue Beträge. Der maximale Kinderzuschlag beträgt 170 € monatlich und wird an den Einkommensverhältnissen der Eltern gemessen. Du willst wissen, wie viel Kinderzuschlag dir zusteht?

Schau mal hier vorbei: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/familie/familienleistungen/kinderzuschlag-und-leistungen-fuer-bildung-und-teilhabe/73906

Doch mit der Zahlung des Kinderzuschlags ist es in vielerlei Fällen noch nicht getan. Bezieher dieser Gelder haben weiteren Anspruch auf Leistungen für schulische Veranstaltungen wie etwa:

  • ein- und mehrtägige Schulausflüge und Kitaausflüge in Höhe der tatsächlichen Kosten
  • bis zu 100 € pro Jahr für den persönlichen Schulbedarf
  • Fahrtkostenersatz für die Beförderung zur Schule, wenn dies zwingend erforderlich ist
  • Lernförderungen (tatsächliche Kosten),
  • Zuschuss zur Mittagsverpflegung in Schule oder Kindertagesstätte
  • Für die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft 10 € pro Monat (Sportverein)
  • Elterngeld

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