Lernen mit dem Kind

Bild eines Kindes im Alter von 4 - 5 Jahre beim lernen

Kinder sind neugierig – das ist die beste Voraussetzung zum Lernen. Im Alter von 4 und 5 Jahren passiert immens viel in der kindlichen Entwicklung. Grobmotorik und Feinmotorik bilden sich weiter aus und die Sprache entwickelt sich. Erste Sätze werden formuliert, der Wortschatz wächst signifikant und das Wort “Warum” bestimmt den Alltag der Familie.

Das Lernen mit deinem Kind im fortgeschrittenen Kindergartenalter ist immens wichtig, damit es später eine gute Grundlage für die Schule hat. Doch die Neugier der Kinder macht es uns Eltern wirklich leicht, auf spielerische Weise und fast schon nebenbei mit Sohn oder Tochter zu lernen und den Nachwuchs kindgerecht zu fördern. Wenn dein Kind jetzt in der Quassel-Phase ist und dir Löcher in den Bauch fragt, freu dich. Denn dein Kind ist neugierig, wissbegierig und will die Welt um sich herum genauer kennenlernen und verstehen.

Sprache: Das wichtigste Instrument zum Lernen mit dem Kind

Die verbale Kommunikation zwischen Erwachsenen und Kindern birgt extrem viel Lernpotenzial, denn Sprache ist ein elementares Mittel, Wissen zu vermitteln. Kinder fragen – Eltern antworten. Doch nicht nur, wenn dein Kind eine Frage hat, kannst du ihm kindgerecht die Welt erklären. Auch, wenn du am Auto schraubst, den Garten umgräbst, für die Familie den Chefkoch machst oder während einem kleinen Spaziergang durch den Park.

Beziehe nach Möglichkeit dein Kind ein, erkläre ihm die Dinge und lasse es ruhig selbst an seinem Rutschauto “rumschrauben”, mit einer Sandkastenschippe das Blumenbeet umgraben oder mit einem Kindermesser Gemüse und Salat zerkleinern. Gib ihm dabei Tipps, lobe es und verrate, warum du dieses so und jenes so machst. Nahezu jede Situation eignet sich, um deinem Kind die Welt auf spielerische Weise zu erklären und seine Entwicklung zu fördern.

Der Lerneffekt ist vor allem in alltäglichen Situation sehr hoch, weil diese Art des Lernens vollkommen natürlich, ohne Zwang, ohne Leistungsdruck ist.

 

Warum-Fragen: Lernen durch Antworten

Kinder sehen die Welt anders. Der Blick mit ihren Augen vermittelt den Kids die Welt in allen Details und die Neugier der Kinder lässt sie Dinge sehen und hinterfragen, die Erwachsene kaum noch wahrnehmen.

Jedes Kind kommt in die „Warum?“-Phase, in der Fragen den Familienalltag bestimmen, die dich ganz schön fordern werden:

  • Warum ist das Wasser blau?
  • Warum fallen Wolken nicht vom Himmel?
  • Warum ist Schnee kalt?
  • Warum bekommen Bäume Falten?
  • Warum sind Wassertropfen rund?
Als Vater und “Erklär-Bär” brauchst du Antworten, die dein Kind zufriedenstellen. Deine Tochter oder dein Sohn braucht keine wissenschaftlichen Abhandlungen, sondern altersgerechte Erklärungen, die es verstehen kann. Doch rechne mit Gegenfragen, denn dein Kind wird dir nach deinen Antworten vermutlich auf den Zahn fühlen und es genauer wissen wollen, warum dieses so und jenes so ist.

Zahlreiche “Warum”-Bücher helfen dir beim Lernen mit dem Kind, indem sie auf typische Kinderfragen eingehen und kindgerechte Antworten und Erklärungen an die Hand reichen. Ideal sind illustrierte Bücher, die mit einfachen Zeichnungen deinem Kind anschaulich vermitteln, wie sich der Himmel im Wasser spiegelt und dadurch das Wasser blau einfärbt, was es mit der “faltigen” Baumrinde auf sich hat und warum Schneeflocken kalt sind.

Zahlen & mit dem Kleinkind die Uhr lernen

Bevor dein Kindergartenkind zum Schulkind wird, solltest du mit ihm die Uhr üben. Doch zunächst muss dein Kind Zahlen lernen und dasd Prinzip von Zahlen & Zählen verstehen. Schon früh kannst du Sohn oder Tochter darin fördern, die Zahlenreihe von 1 – 10 zu erfassen. Zahlen lernen ist recht einfach, da du im Alltag das Zählen ganz automatisch integrieren kannst.

Beim Essen kannst du mit deinem Kind zusammen die Pommes auf dem Teller zählen, beim Bauen mit Duplo und Lego zählt ihr die Bausteine. Während ihr einen Fahrradausflug macht oder mit dem Auto unterwegs seid, könnt ihr rote, blaue, grüne Autos zählen oder Fahrräder, Hunde, Hausnummern usw.. Dein Kind wird die Zahlenreihe 1-10 schnell erlernt haben und schnell bis 15 oder 20 zählen können.

Um die Uhr zu erlernen, sind Spiele und Bücher hilfreich. Für Kleinkinder und Vorschulkinder sind zahlreiche Uhren-Spiele sowie Bücher mit verstellbaren Uhrzeigern erhältlich, die das Erlernen der Uhr auf spielerische Weise ermöglichen. Beim Lernen mit dem Kind kannst du Lernposter mit Zahlenreihen verwenden, dein Kind durch Lernbücher und eine Lernuhr aus Holz fördern. Kinder im Alter von 4 und 5 Jahren sind sehr gut in der Lage, volle Stunden auf der Armbanduhr zu erkennen. Daher ist auch eine einfache Kinderarmbanduhr mit Ziffernblatt eine sinnvolle Ergänzung zum Erlernen der Uhr.

Spielen – das beste Lernen mit dem Kind

Eltern werden ständig damit konfrontiert, ihre Kinder fördern zu müssen. Am besten gelingt dies mit Spielen. Gut ausgesuchte Kinderspiele fördern dein Kind und das Lernen passiert während des Spielens quasi nebenbei – der Spaß steht nämlich im Vordergrund. Nicht nur ausgewiesene Lernspiele, sondern auch traditionelle Brettspiele, Geduldsspiele und Würfelspiele helfen deinem Kind dabei, seine Feinmotorik zu trainieren, das Erlernen von Zahlen zu intensivieren und strategische Lösungen zu entwickeln.

Für uns Erwachsene ist das Rücken einer Spielfigur sowie das Umstülpen des Würfelbechers unspektakulär und wird von uns ganz selbstverständlich durchgeführt. Doch selbst diese “einfachen” Handlungen beim gemeinsamen Spielen sind für dein Kind noch sehr komplexe Vorgänge, die es erst erlernen und einstudieren muss.

Die Feinmotorik eines vierjährigen und fünfjährigen Kindes ist meist noch nicht so gut entwickelt, als dass es diese Handgriffe intuitiv beherrscht. Mit jedem gemeinsamen Spiel unterstützt du dein Sohn oder deine Tochter dabei, die Feinmotorik zu trainieren.

Feinmotorik, Geduld, Freude & Frustration im spielerischen Lernen

Jedes Kinderspiel unterstützt dein Kind in einer anderen Weise. Mal geht es um Geschwindigkeit und Reaktionsvermögen, mal stehen Farben im Vordergrund, mal sind es Augen oder Ziffern auf dem Würfel, wodurch das Lernen gefördert wird. Geduldsspiele, Brettspiele sowie Geschicklichkeitsspiele haben auch noch weitere Lerneffekte.

Das Kind erlernt auf spielerische Weise

  • den Umgang mit großer Freude, wenn es gewinnt.
  • den Umgang mit Enttäuschung und Frustration, wenn es verliert.

Außerdem vermittelt das Spielen erste Eindrücke von Glück beim Spiel, Zufall sowie die Folgen unstrategischen und strategischen Handelns. Wahrnehmung, Konzentration und Geduld werden zusätzlich spielerisch trainiert.

Der Ehrgeiz zu gewinnen wird angespornt und die Entwicklung eigener Lösungsstrategien kann in deinem Kind heranreifen. Dieses ist ein wichtiger und nachhaltiger Lerneffekt, der einerseits Selbstbewusstsein vermittelt und andererseits Jungen und Mädchen bei der späteren Verselbständigung stärkt.

Lernen mit dem Kind durch Malen und Basteln

Feinmotorik, Kreativität sowie Sensorik werden beim Malen und Basteln intensiv trainiert. Malbücher, Wachsmalstifte, Holzbuntstifte und Filzstifte sind die Klassiker für Kleinkinder. Doch ab dem fünften oder sechsten Lebensjahr solltet du die Kreativität deines Kindes intensiver fördern und Sohn bzw. Tochter mehrere unterschiedliche Materialien anbieten.

Das Berühren verschiedener Materialien sowie der Umgang mit Schere, Papier und Kleber spricht die Sinne an und das Kind lernt, feinmotorische Arbeiten sauberer und genauer umzusetzen. Diese Übungen ebnen den Weg, später mit Bleistift, Füller, Zirkel und anderen Arbeitswerkzeugen besser umgehen zu können. Dadurch fällt es Jungen und Mädchen leichter, sich auf den Schulunterricht zu konzentrieren.

Ganz toll sind Bastelsets, die alle Materialien enthalten, um aus Papier kleine Kunstwerke zu schaffen oder aus Bändern und Perlen Armbänder zu fertigen. Für Jungs sind Sets zum Gipsgießen genauso spannend, wie für Mädchen. Auch Bastelboxen für kleine Handwerker werden von Jungen und Mädels gleichermaßen gerne angenommen, um sich kreativ zu üben.

Natürlich lernen mit dem Kind

Insbesondere die Natur bietet weitere Inspirationen, um das kreative Lernen mit dem Kind zu unterstützten. Im Frühling kannst du mit deiner Familie Blüten sammeln und daraus auf Papier wunderschöne Kunstwerke zu kleben. Noch besser: Du bepflanzt mit deinem Kind kleine Blumentöpfe mit Kräutern, die ihr gemeinsam heranzieht und später zum gemeinsamen Kochen verwendet.

Auch, wenn du keinen grünen Daumen hast, macht das Gärtnern mit dem Nachwuchs Spaß und vermittelt dem Kind wertvolles Wissen über Pflanzen, Herkunft von angebauten Lebensmitteln sowie gesunder Ernährung und trainiert ebenso die Fingerfertigkeit des Kindes. Natürlich kannst du auch im Garten ein eigenes Kinderbeet anlegen, wenn dein Kind großen Spaß am Gärtnern entwickelt.

Das Lernen mit dem Kind in der Natur ist nicht nur im Garten möglich, sondern auch in Tierparks, an Seen und im Wald. Erkunde mit deinem Sohn / deiner Tochter die Natur und werdet gemeinsam zu Entdeckern. Damit du gut informiert bist, wie die Tiere heißen, die euch am See oder im Wald begegnen, mache dich vorher schlau.

Informiere dich im Internet oder besorge dir entsprechende Lektüre. Natürlich sind nicht nur Wassertiere und Tiere im Wald spannend, sondern auch die Pflanzen. Welche Bäume stehen im Wald? Was hat es mit dem Schilf am See auf sich? Wie fühlt sich Moos an? Warum ist Laub zum Überwintern der Tiere wichtig?

Lernen mit dem Kind soll Freude machen

Als Vater solltest du dich nicht zu sehr von dem Begriff “Fördern” verunsichern lassen. Wenn du mit deinem Nachwuchs möglichst oft Unternehmungen machst, häufig mit deinem Kind malst, bastelst, spielst, dabei auf Abwechslung achtest und dein Kind dazu ermutigst, neue Dinge auszuprobieren, passiert das Lernen mit dem Kind fast schon von alleine und es wird sich prima entwickeln.

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