Superfood

Foto: Superfood Lebensmittel
Superfood: Welche Lebensmittel gehören zu den Super-Foods und was bringen sie dir wirklich? Wir haben uns schlau gemacht und verraten dir, ob dir Superfood-Produkte zu Superkräften verhelfen.

Bestimmt hast du schon mal was von Superfood gehört. Bestimmte Lebensmittel, vornehmlich diverse Sorten Obst, Gemüse, Sämereien sowie Getreide, sollen extrem gesund sein und dich vom normalen Papa zum Superpapa machen. Stimmt´s denn auch und was bringt das so genannte Superfood überhaupt? Welche Produkte können dir vielleicht Superkräfte und Supergesundheit verleihen? Diesen Fragen geht papa.de heute auf den Grund.

Was ist Superfood?

Erst einmal ist es wichtig zu wissen, dass es sich dabei nicht um neu entdeckte Lebensmittel handelt, sondern die Bezeichnung Superfood ein konstruierter Begriff der Marketingwelt ist. Gib dem Ding einen coolen Namen und garantiert kannst du damit den Umsatz ankurbeln.

Superfood ist keine offizielle Bezeichnung

Trotzdem werden unter der Bezeichnung Superfood (auf Deutsch: Superessen) Nahrungsmittel und Produkte zusammengefasst, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken sollen. Möglicherweise. Die Health-Claims-Verordnung, erlassen durch die Europäische Union, verbietet es, Superfood als gesundheitsfördernd zu bezeichnen, da es noch keine Zulassung als Heilprodukt gibt und die Wirksamkeit noch nicht offiziell bestätigt wurde. Es gibt jedoch diverse wissenschaftliche Erkenntnisse, die positive Auswirkungen auf die Gesundheit zumindest unter Laborbedingungen bei Versuchstieren nachgewiesen haben.

Alte Heilpflanzen werden als Super Food bezeichnet

Also, obwohl es noch keine offizielle Definition und abschließende Bestätigung der positiven gesundheitlichen Wirkung gibt und mit dem Begriff Superfood nicht geworben werden darf, gibt es zumindest ernstzunehmende Hinweise darauf, dass Lebensmittel, die unter diesen Begriff fallen (könnten), wertvolle Bausteine der Ernährung darstellen könnten. Zu den Superfood-Lebensmitteln zählt zum Beispiel die Heidelbeere, die schon immer als Heilpflanze genutzt wird.

Unlogisch ist daher die Annahme nicht, dass die – inoffiziell als Superfood bezeichneten – Lebensmittel dich bei einer gesunden Ernärhung unterstützen könnten und dich zu Superpapa werden lassen, falls du es nicht ohnehin schon längst bist. Denn es handelt sich um Obst, Gemüse und Körner – nicht um Hamburger, Chips, Pommes und Cola.

Allgemein betrachtet sagt man den Lebensmitteln nach, dass sie je nach gewähltem Produkt beispielsweise diese positiven Eigenschaften aufweisen:

  • nährstoffreich
  • verdauungsunterstützend
  • hoher Vitamingehalt
  • wertvolle Proteine
  • mehrfach ungesättigte Fettsäuren
  • hoher Gehalt an Anthocyanen (diese können angeblich Krebszellen abtöten)
  • antioxidativ (angeblich Schutz vor freien Radikalen, Antioxidantien sollen den Alterungsprozess verlangsamen)
  • hoher Flavonoidgehalt (soll Blutdruck senken, Gefahr von Herzerkrankungen reduzieren)

Integrierst du Superfood möglichst oft in deine Ernährung, könntest du tatsächlich gesünder leben, dein Körper könnte leistungsfähiger werden, Krankheiten womöglich mehr Widerstand bieten; außderdem könntest du dich insgesamt fitter, agiler und stärker fühlen – wenn die positiven gesunden Wirkungen eintreten, wie man es den Super-Lebensmitteln nachsagt.

Welche Lebensmittel gehören zu den “Superfoods”?

Ohnehin dürfte jedes frische Obst und Gemüse gut für die Gesundheit sein und soll daher täglich und mehrfach auf dem Speiseplan stehen. Herkömmliche Obstsorten und Gemüsesorten zählen jedoch nicht zu Superfood. Als solche gelten z. B. nachfolgend genannte Lebensmittel.

Acai-Beere

Die Acai-Beere ist die Frucht einer südamerikanischen Palmenart. In ihren Herkunftsländern wird die Beerenfrucht frisch konsumiert und nimmt einen wichtigen Platz in der Ernährung ein. Hierzulande ist die Acai-Beere lediglich in getrocknetem Zustand oder als Pulver erhältlich. Geschmacklich ist die Acaifrucht gewöhnungsbedürftig, da sie nicht etwa süß und fruchtig schmeckt, sondern erdig und nussig. Außerdem ist sie adstringierend, so dass sich der Mund trocken anfühlt.

Die Frucht ist reich an

  • Vitamin A
  • Vitamin C
  • Calcium
  • Eisen

Auch der Gehalt an Antioxidantien und Mineralstoffen ist hoch, so dass die Acai-Beere seit über 10 Jahren als Superfood gehandelt wird. Allerdings sollen die Gehalte nicht signifikant höher als bei anderen Früchten sein, so dass es sich bei der Acai-Beere womöglich nicht um eine besonders gesunde Frucht handelt, sondern sie, wie jedes Obst einfach nur gesund ist.

Chiasamen

Ein weiteres angesagtes Superfood ist der Chiasamen. Dabei handelt es sich um den Samen von Salbei, der reich an Antioxiantien, Proteinen und Omega-3-Fettsäuren ist. Außerdem enthalten die Samen viele wertvolle Mineralstoffe.

Hier ein Blick auf die hochwertigen Inhaltsstoffe:

  • Vitamin A
  • Niacin
  • Folsäure
  • Riboflavin
  • Thiamin
  • Kalzium
  • Kalium
  • Phosphor
  • Kupfer
  • Zink

In den Samen stecken bis zu 40 % Fett. Ein Großteil des Fettanteils besteht aus wertvollem Omega-3 und Omega-6. Die nur 2 mm großen Samen sind von einer Polysaccharidschicht überzogen, die beim Einlegen in Wasser schleimig wird. Deshalb verwenden die Ureinwohner von Mittel- und Nordamerika Chia als Andickmittel für Soßen.

Während die EU noch ermittelt, ob Chia als Lebensmittel uneingeschränkt genießbar ist, schwören viele Verbraucher auf die Samen. Zeitung.de hat die Testergebnisse von Vergleich.org ausgewertet und sich mit der Frage auseinandergesetzt, ob es sich bei Chiasamen um Wunder-Saatgut mit Wirkung handelt.

Demnach seien Chia Samen auch für empfindliche Menschen geeignet, glutenfrei und insbesondere bei Verdauungsproblemen sehr zu empfehlen. Außerdem habe die Samerei nur wenige Kalorien und sättigten schnell, was im Rahmen einer angestrebten Gewichtsabnahme sehr hilfreich sei. Chiasamen können zusammen mit diversen Lebensmitteln verzehrt werden, z. B.

  • eingerührt in Joghurt, Marmelade und Pfannkuchenteig
  • als ergänzende Zutat von Salat, Pudding, Müsli und Suppen
  • eingemischt in Smoothies, Brot, Bratlinge, Desserts

Diese vielfältige Verwendung ist möglich, weil das Saatgut einen nur dezenten und leicht verdeckbaren Eigengeschmack hat.

Chia ist ein Novel Food Produkt, über das es in Europa noch keine Langzeiterfahrungen gibt. Auf den europäischen Markt gelangte Chia erst 2009. Von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit wurde die Verzehrmenge von Chiasamen bei Erwachsenen auf höchstens 15 Gramm pro Tag beschränkt, da der EU noch nicht klar ist, ob Chia als Lebensmittel unbedenklich ist, wenn es z. B. ähnlich wie Hafer, Sesam oder Leinsamen konsumiert wird.

Goji-Beere

Unter vielen Namen ist die Goji-Beere bekannt, die ebenfalls als Superfood erwähnt wird. Gemeiner Bocksdorn, Wolfberry, Teufelszwirn, Hexenzwirn sind einige der Alternativnamen. Wahrscheinlich liegt die Herkunft der Goji-Beere in China, da sie dort in der Küche eine wichtige Rolle einnimmt. Aber auch in Ostdeutschland wächst die Beere, während sie sich im Westen Deutschlands nicht anbauen lässt. Die Verbreitung erstreckt sich inzwischen über Osteuropa, Nordamerika sowie Australien und Nordafrika.

Die Früchte reifen in Sommer und Herbst heran, werden dann in der Sonne getrocknet, da sie überwiegend als Trockenfrüchte in den Handel kommen. Die Verwendung der Goji-Beere ist ähnlich wie bei der Acai-Frucht oder dem Chia-Samen. Die Trockenfrüchte werden in Joghurts oder Müslis eingemengt oder mit anderen Zutaten zu Smoothies verarbeitet. Auch als schokolierte Früchte gelangen Goji-Beeren in den Handel, die dann als Snack zwischendurch genascht werden.

Wie bei jedem anderen Superfood steht die hohe Vitalstoffdichte im Vordergrund. In China wird die Goji-Beere zur Regulation von Blutdruck sowie Blutzucker genutzt. Zudem soll die Beere das Immunsystem stärken und ebenfalls positiv bei Krebstherapien wirken. Die Traditionelle Chinesische Medizin behandelt diverse Beschwerden mit der Goji-Beere. So soll sie bei Erkältungskrankheiten, Diabetes mellitus, Blutarmut, Impotenz, Unfruchtbarkeit, Ohrenpfeiffen, allgemeinen Erschöpfungszuständen und vielen weiteren Gesundheitsproblemen helfen.

Heidelbeere

Die Heidelbeere ist eine heimische Frucht, die du sogar im Garten anbauen kannst. Sie wird als Heilpflanze genutzt. Verwendet werden die dunkelblauen, fast schwarzen Früchte sowie das getrocknete Laub. Die Früchte sind reich an Catechingerbstoffen, Anthocyanidinen sowie Proanthocyanidinen. Der hohe Flavonoide-Gehalt soll laut epidemiologischen Studien sich positiv auf die Gesundheit auswirken und die Sterblichkeit bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken, da bei hoher Aufnahme von Flavonoiden Stoffwechsel und Blutgerinnung verbessert wird. Wenn du häufig frische Heidelbeeren isst, kann dies die Entstehung von Krebs vielleicht verhindern oder bei einer bereits vorhandenen Krebserkrankung dich bei der Gesundung unterstützen. Forschungsergebnisse der Ludwig-Maximilian-Universität München haben die Wirksamkeit gegen Krebszellen bestätigt. Getrocknete Heidelbeeren enthalten einen hohen Anteil an Gerbstoffen und Pektinen, darum werden sie bei Durchfall in geringer Menge erfolgreich eingesetzt. Falls du Verstopfung hast, kannst du mehrere getrocknete Heidelbeeren verzehren, das wirkt nämlich abführend. Weiter sagt man dem Superfood Heidelbeere nach, bei Halsschmerzen die Beschwerden zu lindern, bei diabetisch bedingten Aufgenerkrankungen zu helfen und ebenso gegen Geschwüre im Magen oder Darm.

Kakao

Hättest du gedacht, dass Kakao Superfood ist? Kakao entsteht duch das Fermentieren und anschließende Rösten der Kakaobaum-Samen. Weltweit werden jährlich um die 5.000.000 Tonnen Kakaobohnen verarbeitet und landen als Kakaopulver oder Kakaobutter in Instantgetränken, Schokolade, Fertigkuchen oder Kosmetika.

Kakao besteht aus Kakaobutter (Fett), Eiweiß, Cellulose und Stärke und enthält wertvolle Inhaltsstoffe wie:

  • Gerbstoffe
  • Mineralstoffe
  • Salze
  • organische Säuren
  • Theobromin
  • Koffein

Insgesamt bilden rund 300 Substanzen die gehaltvolle Kakaomasse, die als stimmungsaufhellend gilt. Schokolade macht glücklich und lindert bei Stress, Kummer und Sorgen. Diese positive Wirkung entsteht z. B. durch Dopamin und Histamin. Der Inhaltsstoff Epicatechin war Gegenstand einer Harvard-Untersuchung. Der untersuchende Professor hat festgestellt, dass diese Substanz erfolgreich gegen die vier häufigsten Krankheiten eingesetzt werden könnte:

  • Diabetes
  • Herzinfarkt
  • Hirnschlag
  • Krebs

Außerdem ist Epicatechin positiv für das Zentrale Nervensystem (ZNS). Zumindest konnte dies in Studien mit Schnecken nachgewiesen werden. Ob Epicatechin auch bei Menschen sich positiv auf das Langzeitgesdächtnis auswirkt, ist bislang noch nicht endgültig wissenschaftlich abgeklärt. Noch ganz junge Forschungsergebnisse der Universität Münster lassen vermuten, dass Kakao die Hautzellen verjüngende und wachstumsanregende Stoffe enthält, die positiv die Wundheilung unterstützen und Hautschäden lindern. Kakao soll den Alterungsprozess verlangsamen und als Magenschutz gegen Geschwürbildung wirken.

Bei regelmäßigem Verzehr von natürlichem Kakaopulver (also kein Instant-Kakao) soll die Sterblichkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen um ca. 50 % reduziert werden. Auch das Risiko, an Krebs zu erkranken, soll drastisch gemindert werden.

Und was bringt Superfood jetzt eigentlich?

Welches Obst, Gemüse, Getreide oder welcher Samen gerade als Superfood angepriesen wird, hängt stark von den Trends ab. Seit 2005 wurde die bittere Acai-Beere als solches gehandelt, doch neuere Untersuchungen stellen die Inhaltsstoffe dieser Beere auf die gleiche Stufe mit anderen Früchten. Demnach wäre die Acaifrucht nicht gesünder, als andere Beeren und Früchte. Ähnlich erging es auch der Goji-Frucht, die zunächst fast schon als Allheilmittel angepriesen wurde, doch dann zur “normalen Frucht” mit durchschnittlicher Vitalstoffdichte degradiert wurde.

Aber vermutlich gelingt es doch, durch den Konsum so genannter Superfood sich insgesamt besser zu ernähren. Wenn du nämlich sonst eher wenig Obst, Gemüse, Salat und anderes gesunde Zeug isst, bereicherst du mit dem Superfood deinen Speiseplan durch Lebensmittel, die auf jeden Fall deiner Gesundheit zugute kommen, weil sie Vitamine, Nährstoffe, Antioxidanien usw. in deutlich höheren Mengen enthalten, wie zum Beispiel Chips, Kaubonbons oder Limonade.

Verzehrst du häufig Obst und Gemüse sowie Sämereien und unverarbeitete Naturprodukte, sättigt das zusätzlich (z. B. durch die enthaltenen Ballaststoffe). Durch den Fruchtzucker wird die Lust auf Süßes gestillt, so dass du dich nicht nur gesünder, sondern auch kalorienärmer ernährst. Die Chance, dass der Bierbrauch schrumpft, du dadurch beweglicher wirst und mit mehr Freude an körperlicher Bewegung deinen Alltag aktiver gestaltetest, steigt also immens. Dann haben die Superfoods ihre Wirkung erreicht – ganz egal, ob dies durch wundersame Inhaltsstoffe passiert oder einfach nur dadurch, weil du auf minderwertige Lebensmittel häufiger verzichtet und öfter zu gesunden Produkten gegriffen hast.

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