Für Väter von Töchtern ist so eine Ansage vermutlich Horror und Traum gleichermaßen. Tatsächlich werden die Mädchen in Bezug auf ihre Periode eher nicht so offen sein. Eher wird es wohl so ablaufen, dass du die erste Menstruation deiner Tochter, wenn überhaupt, nur zufällig mitbekommst:

  • in der Wäsche fehlen die Sachen deiner Tochter
  •  sie isst und ist plötzlich irgendwie anders
  •  sie klagt über Bauchschmerzen
  •  im Bad tauchen einschlägige Produkte wie Damenbinden oder Tampons auf

Keine Sorge liebe Väter, viele Mädchen betreiben diese „Geheimniskrämerei“ zunächst auch vor ihren Müttern. Tatsächlich ist die einzige Eingeweihte beim „ersten Mal“ die beste Freundin, die Tante oder die Oma.

Fakten, Fakten, Fragen über die Periode

Hier einmal ein paar Eckdaten rund um die erste Menstruationsblutung bei Frauen:

  • Die erste Menstruation tritt meist zwischen dem 10. und 16. Lebensjahr auf. Faustregel: Wenn bei deiner Tochter das Wachstum der Brust beginnt, dauert es in etwa noch zwei Jahre bis zu den ersten „Tagen“.
  • Die erste Regelblutung heißt auch „Menarche“. Meist, hat noch kein Eisprung stattgefunden und bis deine Tochter tatsächlich fruchtbar wird, gehen weitere zwei Jahre ins Land. Achtung! Ausnahmen bestätigen hier die Regel.
  • Anfangs ist der Zyklus noch unregelmäßig, das ist normal.
  • Manche Menarchen werden auch vom Mädchen nicht bemerkt, da sie kaum mehr als eine Schmierblutung sind.

Für viele Mädchen ist die erste Periode ein sehr intensives Erlebnis: Sie sind stolz auf diesen Beweis ihrer Weiblichkeit. Gleichzeitig sind sie sehr empfindlich – Taktgefühl ist gefragt, wenn deine Tochter diese Veränderung durchlebt.

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Für uns Väter treten in puncto Periode allerdings auch zahlreiche Fragen auf:

  • „Wird die süße Maus jetzt alle vier Wochen zur Furie?“ – Ein Klischee, das bei weitem nicht alle Frauen bedienen. Ob das bei deiner Tochter passieren wird, wird sich zeigen. Sei einfach ein verständnisvoller Vater!
  • „Ist sie vielleicht krank? Sie ist so blass und klagt über Übelkeit und Bauchschmerzen!“ – Nein, dein Mädchen ist nicht krank. Vielmehr muss sich der Körper erst an die Hormonausstöße, welche die Blutung steuern, gewöhnen.
  • „Wie gehe ich jetzt mit ihr um?“ – Am besten: Ganz normal! Deine Tochter empfindet diesen Einschnitt als genauso intensiv, wie du. Das Mädchen braucht jetzt nichts mehr, als Normalität.
  • „Soll ich sie vom Sportunterricht freistellen lassen?“ – Wenn sich das Mädchen schlecht fühlt, ja. Der Kreislauf neigt in der Periode mehr zum „wackeln“ als sonst. Am Schwimmunterricht sollte sie auf keinen Fall teilnehmen, sie könnte sich eine Infektion holen.

Vermeidbarer Fehler: Zuständigkeitsfragen beim Gespräch über die Periode

Bild von Vater mit trauriger Tochter
Wenn deine Tochter dich braucht, dann bist du da – egal wie „unangenehm“ das Thema ist. | Bild: © AdobeStock_251887097

Es ist völlig normal, wenn sich in der Pubertät die Bindung an den gegengeschlechtlichen Elternteil verändert. Bei manchen Mädchen ist die Mutter plötzlich „Konkurrentin“ und somit bevorzugte Streitpartnerin, der Vater hingegen der Vertrauensperson. Es kann dir also durchaus passieren, dass deine Tochter ausgerechnet dich verschwörerisch beiseite nimmt, um dich über ihre erste Periode aufzuklären. Mach dann bitte nicht den Fehler und schick sie zur Mutter! Sie wäre ohnehin zur Mama gegangen, wenn sie das wirklich gewollt hätte.

Im Kopf deines Mädchens bist du „Mr. Perfect“. Du weißt alles, kannst alles und bist die Antwort auf absolut jede Frage in diesem Universum. Sie denkt nicht so über dich, lieber Papa, jedoch fühlt sie so über dich. Nimm also dieses Gespräch als das, was es ist: die höchste Weihe ins Vertrauen deiner Tochter. Lass sie erzählen. Wie sie sich fühlt, ob ihr etwas weh tut…und lass dich befragen. Erkläre ihr, was die erste Menstruation bedeutet. Rate ihr, bei der Monatshygiene zu schauen, was für dein Mädchen am angenehmsten ist. Und wenn sie darauf besteht, geh mit ihr einkaufen. Du wirst dich wundern, wie viele andere Väter noch in der Drogerie sind. Oder hast du geglaubt, du wärst der einzige Mann, der sich plötzlich mit dem Thema Periode auseinandersetzen muss?! 😉

Mut zur Hilflosigkeit

Nun haben wir den Salat: Deine Tochter möchte mit dir das gefürchtete „Frauengespräch“ führen. Der Grund: „Die Mama zickt sowieso nur herum“. Ganz klar, du stehst an den Grenzen deiner Kompetenz, denn du BIST nun mal keine Frau und kannst also kaum aus eigener Erfahrung, aus dem berühmten „Nähkästchen“ plaudern! Ein bewährter psychologischer Trick: Die Wahrheit sagen! Gestehe deinem Mädchen, dass du keine Ahnung hast und frage gemeinsam mit deiner Tochter deine Frau.

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Keine Sorge, du wirkst damit im Kopf deiner Tochter nicht inkompetent sondern vielmehr genial: Indem ihr beide zur Mama geht, muss das Mädchen nicht mehr alleine dahin. Weil du ja auch fragen musst, sind all die Fragen im Kopf deiner Tochter kein Zeichen von Dummheit oder gar peinlich, sondern genau das was sie sind: Fragen nämlich. Sollte deine Tochter als anzusprechende „Fachfrau“ lieber die Oma oder die Tante wollen, entsprich diesem Wunsch. Damit wird deine Frau keineswegs ausgebootet, vielmehr ist die Mutter möglicherweise einfach zu nahe dran, deine Tochter wünscht sich aber jemanden, mit Distanz. Jemanden, dem sie schlicht aus dem Weg gehen kann, um ihren eigenen Umgang mit ihrem Körper zu finden. Fragen kann sie immer noch. Unerwünschte Ratschläge sind bei Mädchen mindestens genauso ein „no-go“ in der Pubertät, wie bei Jungs.

Bild von Vater mit kleiner Tochter
Jetzt ganz stark sein, Papa, auch dein kleines Mädchen wird zur Frau! | Bild: © AdobeStock_267876299

Behalte Klischees für dich 

Wir wissen alle, wie menstruierende Frauen seien können, nicht wahr? Einige Vertreterinnen der Damenwelt zeigen sich in dieser Zeit als besonders launisch, manche „zickig“, andere wiederum sehr sensibel und manchen Frauen merkt man nicht einmal was an. Wenn deine Tochter also in der Zeit ihrer Periode plötzlich zickig, schlecht gelaunt oder dünnhäutig ist – sei nachsichtig!
Deine „Kleine“ braucht keine „Binsenweisheiten“ oder Lästereien über ihr alle vier Wochen „mutierendes“ Selbstbild nicht! Denn: Diese Veränderung findet in der Wahrnehmung des Mädchens nicht statt! Aus ihrer Sicht nervt alles, oder es ist alles potentiell traurig, sie hat Bauchweh und sie fühlt sich anders als sonst.

Wie das ausgelebt wird, ist von Frau zu Frau sehr unterschiedlich.
Unbewusst wird deine Tochter in allen Dingen danach streben, Papas Erwartungen zu erfüllen. Und zwar ungeachtet dessen, ob die nun gut sind oder nicht. Papa will das so, also muss das so sein! Mach deiner Tochter die Menstruation nicht von Anfang an schwerer, als sie sein muss. Manche Frauen haben tatsächlich nur alle vier Wochen eine Blutung, ohne massive Einbrüche im Wohlbefinden zu erleben. Lass es dein Mädchen selbst herausfinden, wie es bei ihr ist.