Füttern und Stillen

Bild einer Mutter mit Baby und Flasche

Immer wieder hören wir es: Stillen ist das Beste für unsere Babys. Sicherlich ist dem nichts abzutun, dennoch entscheiden sich viele Frauen gegen das Stillen und ziehen ihr Baby mit der Flasche groß. Wieder andere wählen eine Kombination bei beidem. Doch was ist wirklich besser? Bei der Fütterung gibt es kein richtig oder falsch! Wichtig ist, dass es dem Baby und auch der Frau gut geht. So kann es manchmal besser sein, wenn das Kind die Flasche bekommt, als wenn sich Deine Frau wochenlang durch Ihren Alltag quält, weil das Baby einfach nicht satt wird.

Vorteile des Stillens

Muttermilch enthält alles, was Dein Baby in den ersten Wochen und Monaten braucht um zu wachsen und zu gedeihen. Außerdem versorgt Sie das Kind mit wichtigen Abwehrstoffen, die ihm durch die ersten Wochen helfen sollen, da sein Immunsystem noch nicht richtig funktioniert. Des Weiteren beugen bestimmte Substanzen in der Muttermilch der Entstehung von Allergien und Asthma vor.

Milch aus der Brust ist stets parat und muss nicht aufwändig zubereitet werden. Sie hat immer die richtige Temperatur und kann im Prinzip immer und überall verabreicht werden. Durch das Stillen bekommen Kinder weniger Probleme mit dem Gewicht. Die Muttermilch ist immer nur in begrenzten Mengen vorhanden, die Gefahr des Überfütterns besteht nicht.

Stillen fördert die Bindung zwischen Mutter und Kind. Währen des Stillens schüttet der Körper Oxytocin aus. Dieses Hormon macht glücklich und lässt uns wohlfühlen. Gleichzeitig sorgt es dafür, dass sich die Gebärmutter häufiger zusammenzieht und schnell in Ihre ursprüngliche Form und Position findet.

Hast Du schon einmal von dem Begriff Stilldemenz gehört? Was viele Frauen im Scherz sagen, gibt es tatsächlich. Durch das Stillen schüttet das Gehirn Prolaktin aus. Prolaktin ist das Cannabis der Stillenden. Es macht ein bisschen vergesslich aber auch unglaublich entspannt.

Und auch der Geldbeutel bleibt dank des Stillens verschont. Während Milchpulver ganz schön ins Geld gehen kann, kostet Muttermilch nichts. Außer die ein- oder andere Tafel Schokolade für Deine Liebste J

Hat Stillen auch Nachteile?

Wie man es sieht. Manche Männer beklagen sich, dass sie bei der Versorgung ihres Kindes mehr oder weniger ausgeschlossen sind. Und auch Muttis wünschen sich so manche Nacht, in denen ihr Mann mal aufsteht. Einige Frauen haben Probleme mit der Milchproduktion. So kann es passieren, dass sie ihr Kind jede Stunde anlegen müssen, damit es ausreichend satt wird. Das geht natürlich an die Nerven. Doch keine Sorge. Solche Phasen kommen ab und zu vor, meistens dann, wenn das Baby einen Wachstumsschub hat. Sobald der Körper Deiner Frau gemerkt hat, dass die Mengen an Muttermilch nicht ausreichen, wird er mehr produzieren. Das kann schon mal ein oder zwei Tage dauern. Und damit Deine Frau auch mal eine Nacht durchschlafen kann, habt ihr die Möglichkeit Muttermilch aus der Brust abzupumpen und zu einem beliebigen Zeitpunkt aus der Flasche zu füttern.

Vorteile Flaschennahrung

Sicherlich kann Flaschenmilch nicht mit den unzähligen Bestandteilen der Muttermilch mithalten. Dennoch ist die industriell hergestellte Säuglingsmilch heute so nah an ihrem natürlichen Vorbild dran, dass es keine Schande ist, wenn Deine Frau sich dafür entscheidet, das Baby lieber mit der Flasche zu ernähren.

Muttermilch kann nämlich unter Umständen auch mit Schadstoffen belastet sein. Raucht Deine Frau oder muss Sie regelmäßige Medikamente einnehmen? Dann ist die Flasche wahrscheinlich die bessere Wahl. Heutige Milchnahrungen gibt es auch in verschiedenen Zusammensetzungen. Allergiegefährdete Kinder können beispielsweise die HA Nahrung gefüttert bekommen. In dieser sind die Eiweiße bereits aufgespalten und der Körper hat weniger Arbeit. Das soll die Gefahr einer Allergie reduzieren.

Fläschchen kann jeder geben. Mami, Papi, Oma, Opa oder Geschwister. Jeder kann sich in die Pflege des Babys mit einbringen und der Mutter bleibt die ein oder andere Minute für sich. Auch in nicht privaten Umgebungen, etwa dem Café oder der Bahn, wird dich niemand schief ansehen, wenn Du Dein Baby fütterst.

Nachteile der Flaschennahrung

Neben der bereits erwähnten Zusammensetzung ist es so, dass Babyflaschen auch immer etwas Arbeit mit sich bringen. Sie müssen erst auf Temperatur gebracht werden und geleerte Exemplare wollen gespült und regelmäßig ausgekocht werden. Sauger sollten in regelmäßigen Abständen ausgetauscht werden, alles das kostet Geld und Zeit. Und nichts ist schlimmer, als wenn Dein Baby Hunger hat, aber das Fläschchen noch zu heiß ist. Die Zeit, die es braucht zum runterkühlen, kann sich mit einem kleinen Schreihals endlos in die Länge ziehen.

Mischnahrung – Die Zwiemilch

Die Kombination stillen und Flasche ist gar nicht mal so unüblich. Viele Mütter entscheiden sich hierfür, weil sie unabhängiger sein möchten oder sich vielleicht schämen in der Öffentlichkeit zu stillen. Daheim, im privaten Kreis, möchten sie weiter die Intimität und Liebe des Stillens für sich genießen. Eine andere Möglichkeit ist, dass die Frau nicht genügend Muttermilch produziert und das Baby dauernd hungrig ist. Hier kann es sinnvoll sein zuzufüttern, wenn sich die Milchmenge auf natürliche Weise nicht steigern lässt. Es kann jedoch sehr schnell passieren, dass das Baby sich daran gewöhnt, dass die Milch aus der Flasche viel leichter zu haben ist, als aus der Brust und diese letztendlich nach und nach verweigert.

Diese Gründe können für eine Kombiernährung sprechen:

  • Das Baby wird trotz häufigem Anlegen nicht satt
  • Du hast mehr als ein Baby
  • Der Papa soll mehr mit in die Fütterung einbezogen werden
  • Deine Frau plant schnell wieder arbeiten zu gehen
  • Wenn das Stillen nur noch frustet
  • Wenn Du und Deine Frau flexibler sein wollt.
Kombiernährung heißt übrigens nicht zwangsläufig eine Mischung aus Muttermilch und Säuglingsmilch. Die Flaschennahrung kann auch aus Muttermilch bestehen, die zuvor aus der Brust abgepumpt wurde. Wenn Deine Frau sich viele Vorräte anlegen möchte, solltet ihr über die Anschaffung einer elektrischen Milchpumpe nachdenken. Am besten eignen sich Geräte, mit denen beide Brüste gleichzeitig abgepumpt werden können. Denn die Zeit, die eine Milchpumpe braucht, um eine komplette Mahlzeit abzupumpen, entspricht in etwa der Länge einer Stillmahlzeit. Auf Dauer wird es Deiner Frau sicherlich keine Freude bereiten die Milchkuh zu spielen 😉

Übrigens: Abgepumpte Muttermilch hält sich im Kühlschrank maximal zwei Tage. Eingefroren kann sie deutlich länger verwendet werden.

Egal für welche Art der Ernährung Ihr euch entscheidet: Lasst euren Bauch und euer gutes Gefühl mitbestimmen. Es gibt immer wieder Stillfanatiker, die euch alles andere schlechtreden wollen. Wichtig ist, dass es euch mit eurer Entscheidung gutgeht und alle anderen können euch getrost mal den Buckel runterrutschen.

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